ein mehrarmiger Leuchter in der Synagoge in Erfurt
Bildrechte: MDR/Paul-Philipp Braun

23.12. - 30.12.2019 Was feiern Juden zu Chanukka?

Das jüdische Lichterfest wird in der dunklen Jahreszeit gefeiert, der Termin variiert in jedem Jahr. 2018 werden die Chanukka-Kerzen vom 03. bis 10. Dezember entzündet. Das Fest erinnert an drei wichtige Ereignisse in der Geschichte des jüdischen Volkes: die Befreiung aus griechischer Herrschaft, die zweite Weihe des Tempels und an ein Lichtwunder.

ein mehrarmiger Leuchter in der Synagoge in Erfurt
Bildrechte: MDR/Paul-Philipp Braun

Historischer Feiertag

Chanukka ist ein sogenannter Halbfeiertag - ein Tag also, der nicht auf biblische Gebote, sondern auf historische Ereignisse zurückgeht. Deshalb können jüdischen Gläubige erst nach getaner Arbeit der wunderbaren Errettung Israels aus der Herrschaft der Griechen im Jahr 185 v. Chr. gedenken. Damals wurden die Juden von den Seleukiden unterdrückt: Mit ständig neuen Geboten und Gesetzen machten sie ihnen das Leben schwer. Am Ende verboten sie ihnen sogar, ihre Religion auszuüben. Dagegen setzen sich die Juden zur Wehr. Angeführt von Judas Makkabäus und seinen Brüdern besiegten sie die Seleukiden im sogenannten Makkabäeraufstand. Ein Jahr später eroberten die Juden auch ihren von den griechischen Herrschern missbrauchten Tempel wieder. Sie reinigten ihn und weihten ihn neu. Hierfür entzündeten sie einen Rest geweihten Öls, der normalerweise den Tempel nicht länger als einen Tag erleuchtet hätte. Auf wundersame Weise brannte er aber ganze acht Tage. Genau so lange, bis neues, koscheres Öl hergestellt war.

Familienfest

Zahlreiche Menschen und ein Chanukka-Leuchter vor dem Erfurter Rathaus
Entzünden der Chanukkia vor dem Erfurter Rathaus Bildrechte: MDR/Katrin Kurth

In Gedenken an diese Ereignisse treffen sich jüdische Gläubige heute zu Chanukka, um acht Tage lang mit Verwandten und Freunden zu feiern. Morgens werden in der Synagoge besondere Gebete gesprochen und eine bestimmte Stelle aus der Thora  vorgelesen. An den Abenden treffen sich die Familien zu Hause und entzünden jeden Tag ein neues Licht an der Chanukkia – bis alle acht Kerzen brennen. Die Kerzen werden von rechts nach links angezündet,  die neue immer zu erst. Zum Ritual des Anzündens gehören Segenssprüche und Gebete.

Am Ende der Chanukka-Zeit leuchten alle acht Lichter. Damit sich die Gläubigen an das Lichtwunder und an Gottes Anwesenheit erinnern, stellen viele Juden ihre Chanukkia in ihre Fensterbänke und Hauseingänge. Damit bezeugen sie ihren Glauben, ihr Vertrauen in Gott und häufig auch ihren Stolz, Juden zu sein.

Zuletzt aktualisiert: 02. Dezember 2019, 12:29 Uhr