Inklusion Corona-Pandemie: Fachverbände richten Fokus auf Menschen mit Behinderung

3D-Modell Coronavirus
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Dass die Corona-Pandemie eine besondere Gefahr auch für Menschen mit Behinderung darstellt, haben am Mittwoch die Fachverbände klar gestellt. Diese Menschen bräuchten speziellen Schutz und Unterstützung, betonten die evangelische Behindertenhilfe, der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V., die Lebenshilfe, der Caritas Behindertenhilfe- und Psychiatrie e.V. sowie der Bundesverband anthroposophisches Sozialwesen e.V. in einem gemeinsamen Schreiben.

Dringliche Aufgabe: Personal, Material, Medikamente sicherstellen

Unter den Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung befänden sich viele mit Vorerkrankungen, einem geschwächten Immunsystem oder besonderen Bedarfen, sie müssten auch unter den gegebenen Umständen ausreichend versorgt werden können. Die Mitarbeitenden in den Diensten und Einrichtungen der Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie seien wie das Personal im Gesundheits- und Pflegebereich "systemrelevant", so dass auch für sie die speziellen Regelungen gelten müssten.

Am dringlichsten sei es, die Betreuung mit ausreichend Personal, Schutzkleidung und Desinfektionsmittel bereitzustellen sowie die Versorgung mit notwendigen Medikamenten, etwa zur Epilepsiebehandlung zu gewährleisten. Die Leistungserbringer benötigten auch in Zeiten der Krise "verlässliche Rahmenbedingungen und eine gesicherte Finanzierung".

Die fünf Fachverbände für Menschen mit Behinderung repräsentieren nach eigenen Angaben 90 Prozent der Dienste und Einrichtungen für Menschen mit geistiger, seelischer, körperlicher oder mehrfacher Behinderung in Deutschland. Erklärtes Ziel ist es, das Recht auf Selbstbestimmung und die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Leben in der Gesellschaft herzustellen.