Monsignore Eberhard Prause
Monsignore Eberhard Prause (1938-2023) Bildrechte: Bistum Dresden-Meißen

Trauer Monsignore Eberhard Prause gestorben

29. September 2023, 12:41 Uhr

Vor allem durch sein langjähriges Wirken als Studentenpfarrer und als MDR-Rundfunkbeauftragter war Monsignore Eberhard Prause über das Bistum Dresden-Meißen hinaus bekannt: Am Freitagmorgen ist der katholische Priester im Alter von 85 Jahren in Meißen gestorben, wie das Bistum mitteilte.

Wortgewaltiger Studentenpfarrer in Dresden und Leipzig

Geboren 1938 im schlesischen Leobschütz, wurde Prause 1964 in Dresden zum Priester geweiht. Anschließend wirkte er als Kaplan zunächst in Riesa und später in Dresden. Besonderes Ansehen erwarb er sich ab 1976 als Studentenpfarrer in Dresden und ab 1986 in Leipzig in der Arbeit mit angehenden Akademikern. Er ermutigte die Studierenden, "sich nicht in der gesellschaftlichen Nische zu verstecken, sondern Verantwortung zu übernehmen", würdigte der Landesbeauftragte der Konrad-Adenauer-Stiftung, Klose, das Wirken Prauses. Mit großer Wortgewandtheit habe er zu DDR-Zeiten "die Mächtigen herausgefordert", so Klose, der Prause selbst in dieser Zeit erlebte.

Er hat junge Menschen ermutigt, sich nicht in der gesellschaftlichen Nische zu verstecken, sondern Verantwortung zu übernehmen.

Joachim Klose Landesbeauftragter Konrad-Adenauer-Stiftung

Engagierter Rundfunkbeauftragter der katholischen Bistümer

Ab 1987 leitete Eberhard Prause als Pfarrer die Pfarrei Herz-Jesu in Dresden-Johannstadt. Nach den Angaben des Bistum fand er von 1990 an zunächst zusätzlich als Rundfunkbeauftragter der Diözese und mit Gründung des MDR ab 1991 als Senderbeauftragter am Mitteldeutschen Rundfunk und Beauftragter für privaten Rundfunk zu seiner "Lebensaufgabe", die er bis zu seinem Ruhestand 2012 mit großem Engagement ausgefüllt habe.

Die Verkündigung des Glaubens über die Medien wurde zu seiner Lebensaufgabe.

Bistum Dresden-Meißen

Seine mit sonorer Stimme vorgetragenen "Worte zum Tag" bezeichnete der frühere MDR-Hörfunkdirektor Johann Michael Möller bei der Verabschiedung des Senderbeauftragten in den Ruhestand als "Kleinode". Die ehemalige Leiterin der Redaktion Religion und Gesellschaft im MDR, Susanne Sturm, lobte dabei seinen "engagierten Kampf für niveauvolle Sendungen", mit Charme, Humor, aber auch Vehemenz.

Live-Übertragungen aus Rom, Konzertreise zum Papst

Seit der Gründung des MDR 1991 und der ersten privaten Rundfunkanstalten in Sachsen 1992 verantwortete Monsignore Eberhard Prause als Senderbeauftragter für die katholischen Bistümer in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kirchliche Radio- und Fernsehangebote, die er häufig selbst gestaltete. Für die ARD kommentierte er live Gottesdienst-Übertragungen aus Rom, die Heiligsprechung Edith Steins oder den Besuch Papst Benedikts in Thüringen. In seiner Amtszeit waren Chor und Orchester des Mitteldeutschen Rundfunks dreimal mit großen Konzerten im Vatikan zu Gast und spielten vor Papst Johannes Paul II.. Diese Reisen bezeichnete er als Höhepunkte seiner Arbeit als Senderbeauftragter.

Weggefährten würdigten laut Bistum immer wieder die Bildung und Weltgewandtheit des profilierten Theologen und Medienprofis, der Museumsbesuche liebte, sich intensiv mit dem Philosophen Friedrich Nietzsche wie mit dem Lebenswerk Edith Steins beschäftigte. Zudem habe sich Prause auch dafür eingesetzt, dass der gemeinsame Kinderkanal von ARD und ZDF, KIKA, in Erfurt etabliert wird.

Seinen Lebensabend verbrachte Monsignore Eberhard Prause in Dresden, zuletzt im Altenpflegeheim St. Benno in Meißen.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29. September 2023 | 13:00 Uhr

Mehr aus Religion und Gesellschaft im MDR