Ende des Ramadan | 24.05. -26.05.2020 Das Fastenbrechen in Zeiten von Corona

Die Muslime in Deutschland müssen sich darauf einrichten, dass sie in diesem Jahr das Fastenbrechen am Ende des Fastenmonats Ramadan nicht wie gewohnt feiern können. Die wegen der Corona-Pandemie geltenden Kontaktbeschränkungen verhindern, dass das am Sonntag beginnende dreitägige Fest als großes Familienereignis gefeiert werden kann.

Datteln werden beim Fastenbrechen im Fastenmonat Ramadan gereicht.
Zum Fastenbrechen werden Datteln gereicht Bildrechte: dpa

In dieser Woche geht der muslimische Fastenmonat Ramadan zu Ende. Sein Ende wird drei Tage lang mit dem Fest des Fastenbrechens (24. - 26.05.) - in der Türkei auch Zuckerfest genannt - gefeiert. Geprägt sind diese Festtage normalerweise von einem gemeinsamen Moscheebesuch zum Ende des Ramadan. In ausgelassener Stimmung gehen dann die Gläubigen durch die Straßen und beglückwünschen sich gegenseitig. Zurück in ihren Wohnungen essen und trinken sie ausgiebig im Kreis ihrer Familie und mit Freunden. Doch wegen der Corona-Krise sind solche Zusammenkünfte nur begrenzt erlaubt.

"In diesem Jahr konnte nicht das richtige Ramadan-Gefühl aufkommen“, sagte Burhan Kesici, Vorsitzende des Islamrats. Der Ramadan sei normalerweise eine Zeit der Gemeinschaft und der Familie. Wegen der Kontaktbeschränkungen hätten bis vor kurzem auch keine Gebete und Gottesdienste in der Moschee stattfinden können.

Seit dem 9. Mai sei es wegen der vorsichtigen Lockerungen, die Bund und Länder beschlossen hatten, immerhin wieder möglich gewesen, unter strengen Hygienemaßnahmen zwei bis dreimal am Tag in der Moschee zu beten, erklärte er.

Die Hygieneregeln würden sehr gut angenommen, betonte Kesici.

Es herrscht sehr viel Verständnis. Das ist schon erstaunlich.

Burhan Kesici, Vorsitzende des Islamrats

So könnten zwar am Wochenende zu Beginn des Fastenbrechens wieder Gottesdienste stattfinden, allerdings fielen große Zusammenkünfte und gemeinsame Essen - ob nun in der Moschee oder zu Hause - aus. Die Möglichkeit, dass sich mehrere Familien per Videotelefonie zusammenschalten, sei kein adäquater Ersatz für das Gemeinschaftsgefühl.

Das Fest des Fastenbrechens ist neben dem Opferfest das wichtigste Fest im Islam und eine Zeit, in der die Familien zusammenkommen, vergleichbar mit dem christlichen Weihnachtsfest.

Ein Ladenbesitzer mit Mundschutz wartet vor Beginn des Fastenmonats Ramadan auf Kunden
Ramadan unter Corona-Bedingungen Bildrechte: dpa

Stichwort Ramadan Der Ramadan ist der neunte Monat im muslimischen Mondkalender. Im Ramadan hat laut muslimischer Überlieferung der Prophet Mohammed den Koran von Gott empfangen, die heilige Schrift des Islam. Das Fasten im Ramadan ist eine der heiligen Pflichten der Muslime. Von
Sonnenauf- bis Sonnenuntergang sollen sie nicht trinken, nicht essen, keinen Alkohol zu sich nehmen und nicht rauchen. Außerdem steht die Fastenzeit im Zeichen der Versöhnung, des Friedens und der Fürsorge für die Armen. Die erste Mahlzeit nach Sonnenuntergang zum Beispiel verteilen viele muslimische Gemeinden umsonst an Bedürftige. epd

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Religion und Gesellschaft | 23. Mai 2020 | 07:15 Uhr