20.06.2021 | Jetzt in der Mediathek ansehen Festgottesdienst: Bistum Dresden-Meißen feiert 100. Jubiläum

Ursprünglich sollte das Jubiläum als Open-Air-Fest mit Gläubigen aus allen Teilen des Bistums Dresden-Meißen auf den Elbwiesen gefeiert werden. Coronabedingt wurde daraus eine virtuelle Zusammenkunft in der Kathedrale St. Trinitatis. Die Predigt hielt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bätzing, gemeinsam mit Bischof Timmerevers vom Bistum Dresden-Meißen.

"100 gute Gründe" lautet das Motto der Diözese Dresden-Meißen in diesem Jahr. Denn vor 100 Jahren wurde das Bistum wiedergegründet. Heute gehören mehr als 140.000 katholisch Getaufte zur Diozöse, das sind drei Prozent der Bevölkerung in Sachsen. Das Gebiet erstreckt sich über Sachsen, die katholische Enklave der Sorben und Teile Ostthüringens.

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Impressionen vom Festgottesdienst in Dresden
Bischof Heinrich Timmerevers Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ursprünglich sollte das Jubiläum als Open-Air-Fest mit Gläubigen aus allen Teilen des Bistums auf den Elbwiesen gefeiert werden. Coronabedingt konnte das so nicht stattfinden. Stattdessen gab es einen Festgottesdienst in der Dresdner Hofkirche, der die Gläubigen virtuell vereinte. Auf großen Bildschirmen wurden die Kirchengemeinden aus Sachsen und Ostthüringen in der Kathedrale zusammengeschaltet, so dass sich die Gläubigen untereinander sehen konnten.

Bischof Georg Bätzing: Herausforderungen annehmen

Impressionen vom Festgottesdienst in Dresden
Bischof Georg Bätzing Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gefeiert wurde der Gottesdienst in der Kathedrale St.Trinitatis also "dezentral und digital", wie Bischof Heinrich Timmerevers vom Bistum Dresden-Meißen formulierte. Er hielt die Predigt gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing. Bätzing erinnerte an die wechselvolle Geschichte des Bistums. Die äußeren Gegebenheiten seien selten einfach gewesen, auch in den vergangenen 100 Jahren nicht:

Zwei Diktaturen, für die christliches Leben und Glauben ein Dorn im Auge waren, wurden von den Gläubigen hier als eine Herausforderung im besten Sinn angenommen.

Georg Bätzing Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
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Virtuelle Zusammenkunft Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch in den letzten 30 Jahren habe es viele Herausforderungen für die Katholische Kirche gegeben. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz ging in seiner Predigt auch auf das Rücktrittsgesuch von Reinhard Kardinal Marx ein. Seither werde die Rede vom "toten Punkt" innerhalb der Kirche und in der weiten Öffentlichkeit stark diskutiert. "Keineswegs hat er die Kirche damit totsagen wollen, ganz im Gegenteil: Er weist auf nötige Weichenstellungen für die Zukunft der Kirche hin", so Bätzing.

Impressionen vom Festgottesdienst in Dresden
Blick auf die Silbermann-Orgel Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von den Dresdner Kapellknaben, Mädchen des Bistumkinderchors, dem Quartett des Chores am Sorbischen Gymnasium, der Band GrooveB und einem Bläserquartett. An der Silbermann-Orgel wirkte Domorganist Thomas Lennartz mit.

100 Jahre Bistum Dresden-Meißen Impressionen vom Festgottesdienst in Dresden

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Impressionen vom Festgottesdienst in Dresden
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Wechselvolle Bistums-Geschichte

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Fürbitten werden in die Kirche übertragen Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das alte Bistum Meißen wurde 968 gegründet und im Zuge der Reformation aufgelöst. Im 18. Jahrhundert erhielt die katholische Kirche in Sachsen wieder Auftrieb, nachdem Kurfürst August der Starke 1697 zum Katholizismus konvertierte, um die polnische Königskrone zu erlangen. Sein Sohn August III. ließ die katholische Dresdner Hofkirche errichten, die heute die Kathedrale des Bistums ist. 1921 erhob Papst Benedikt XV. die damalige Apostolische Präfektur Meißen zum neuen Bistum Meißen mit Bischofssitz in Bautzen. 1979 wurde der Name des Bistums in Dresden-Meißen geändert, der damalige Bischof Gerhard Schaffran verlegte den Bischofssitz 1980 nach Dresden. Dort fand 1987 das einzige DDR-weite Katholikentreffen mit mehr als 100.000 Teilnehmern statt.

Festgottesdienste am 20. und 24. Juni Der Festgottesdienst zur Wiedererrichtung des Bistums am 20. Juni wird in der Kathedrale des Bistums in Dresden von sorbischen Katholiken mitgestaltet. Der MDR überträgt im Fernsehen sowie im Livestream auch mit Gebärdensprache.

Am 24. Juni gibt es im Dom St. Petri Bautzen einen Pontifikalgottesdienst anlässlich des vor 800 Jahren gegründeten Domkapitels.

Mehr zum Thema: Katholiken im Kernland der Reformation

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 20. Juni 2021 | 10:00 Uhr