Smartphone mit einem Bild einer Frau und Brötchen. Darunter die Frage - Brötchen oder Brüste? Ach, egal!
Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

"werbemelder.in" Online-Plattform gegen sexistische Werbung

Sexistische Werbung sollte schleunigst verschwinden, fordern die Betreiber der Internetseite Pinkstinks.de seit Jahren. Um das zu erreichen, haben sie zusammen mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend nun die Plattform Werbemelder.in ins Leben gerufen.

Smartphone mit einem Bild einer Frau und Brötchen. Darunter die Frage - Brötchen oder Brüste? Ach, egal!
Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Seit fünf Jahren befasst sich die Plattform Pinkstinks.de mit sexistischer Werbung. Aus ganz Deutschland können den Mitarbeitern Bilder zugeschickt werden, um sich so gegen diese Werbung zu wehren. Bei Pinkstinks ordnet man dann die Bilder ein: Ist die Werbung wirklich sexistisch oder vielleicht stereotypisch? Anschließend kontaktiert man die Werbenden und macht sie auf ihre anstößige Werbung aufmerksam. Meist verschwindet dann die Werbung innerhalb kürzester Zeit.

Landkarte der sexistischen Werbung

 Jetzt soll über die neue Seite Werbemelder.in - eine Art gemeinschaftlich erstellter Katalog - eine noch stärkere Sensibilisierung erfolgen.

Der Unterschied jetzt ist, dass wir die Einreichungen, die wir bekommen, auch online zur Verfügung stellen. Das bedeutet, dass wir sie auf einer Deutschlandkarte sichtbar machen und genau zeigen, wo sexistische Werbung vorliegt.

Marcel Wicker, Betreiber der Internet-Plattform Pinkstinks

Grundlage für das Projekt war ein Gesetzesentwurf aus dem Jahr 2014, der das Verbot sexistischer Werbung vorsah. Doch der Entwurf wurde abgelehnt. Der Werberat und die Politik sahen keinen Bedarf.

Deswegen haben wir dieses Monitoring gestartet und sagen: Schickt uns die Werbung, die ihr beanstanden möchtet, und wir schauen uns die an, ob die nach unseren Kriterien sexistisch, stereotyp oder nicht sind.

Marcel Wicker

Unterstützung vom Familienministerium

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt das Projekt finanziell:

Auf einem Werbeplakat steht neben einer Frau in einem Bikini die Werbebotschaft "Unsere Preise sind so knapp wie dieser Bikini".
Fragwürdige Werbebotschaft "Unsere Preise sind so knapp wie dieser Bikini" Bildrechte: IMAGO

Wir wollen natürlich einen guten Überblick bekommen und vielleicht auch sehen, ob es Möglichkeiten gibt, entweder die Werbewirtschaft oder auch die Auftraggeber besser zu sensibilisieren. Im Idealfall haben wir dann vielleicht ein paar Erkenntnisse, wie man sexistische Werbung besser überwinden kann, als das im Moment der Fall ist.

Elke Ferner vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Über dieses Thema berichtet Nah dran im MDR FERNSEHEN : MDR | 23.08.2018 | 22:35 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. August 2018, 13:41 Uhr