Moses mit Gesetztestafel, Gemälde von Giuseppe Diotti (1779-1816)
Moses mit Gesetztestafel, Gemälde von Giuseppe Diotti (1779-1816) Bildrechte: IMAGO

ARD-Themenwoche Gerechtigkeit in den Weltreligionen

Die fünf großen Religionen haben gar nicht so unterschiedliche Vorstellungen, was für sie Gerechtigkeit bedeutet. Hier können Sie nachlesen, welche Rolle das Thema in den einzelnen Religionen spielt.

Moses mit Gesetztestafel, Gemälde von Giuseppe Diotti (1779-1816)
Moses mit Gesetztestafel, Gemälde von Giuseppe Diotti (1779-1816) Bildrechte: IMAGO

Das Funktionieren einer Gesellschaft hängt maßgeblich davon ab, dass Regeln eingehalten werden, dass es gerecht zugeht. Deshalb räumen die Weltreligionen der Gerechtigkeit einen zentralen Platz ein. So findet man im Alten Testament schon bei Mose, der ja die Zehn Gebote von Gott am Berg Sinai empfing: "Der Gerechtigkeit, ja der Gerechtigkeit jage nach, dass du leben und das Land besitzen mögest, das der Herr, dein Gott, dir geben wird." (5. Mose, 16, 20). Oft erfordert es im täglichen Leben schon einige Anstrengung, sich für Gerechtigkeit einzusetzen. Für gläubige Menschen bedeutet es außerdem, Gottes Werk auf Erden zu achten.

Das meinen die Weltreligionen zum Thema Gerechtigkeit

Die fünf großen Religionen haben gar nicht so unterschiedliche Vorstellungen, was für sie Gerechtigkeit bedeutet. Hier können Sie nachlesen, welche Rolle das Thema bei den einzelnen Religionen spielt.

Chanukka-Leuchter mit 5 brennenden Kerzen anlässlich des Chanukka-Festes der Jüdischen Gemeinde Thüringen in Erfurt.
Ein Jude ist aufgefordert, sein Handeln an der Gerechtigkeit auszurichten. Dabei ist nicht nur das Erfüllen der Gebote, sondern eine grundsätzliche ethische Haltung gefordert: "Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was Gott bei dir sucht: nichts anderes als Gerechtigkeit tun, Freundlichkeit lieben und aufmerksam mitgehen mit deinem Gott." (Micha 6, 8). Bildrechte: imago/fotokombinat
Chanukka-Leuchter mit 5 brennenden Kerzen anlässlich des Chanukka-Festes der Jüdischen Gemeinde Thüringen in Erfurt.
Ein Jude ist aufgefordert, sein Handeln an der Gerechtigkeit auszurichten. Dabei ist nicht nur das Erfüllen der Gebote, sondern eine grundsätzliche ethische Haltung gefordert: "Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was Gott bei dir sucht: nichts anderes als Gerechtigkeit tun, Freundlichkeit lieben und aufmerksam mitgehen mit deinem Gott." (Micha 6, 8). Bildrechte: imago/fotokombinat
Ein Rabbi Zwye Eliezer beim Religionsunterricht mit Schülern einer Jüdischen Gemeinde.
Um die gemeinsame Idee von Gerechtigkeit zu leben, sollen sich Juden an bestimmte Regeln halten, die Noachidische Gebote heißen. Bildrechte: IMAGO
Kreuz in einer Hand
Im christlichen Sinne entsteht Gerechtigkeit durch die dem Menschen innewohnende Gottesliebe. Daraus folgt auch die Einhaltung der Gebote Gottes. So sagt Jesus: "Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten" ( Joh. 14,15). Bildrechte: colourbox.com
Moses mit Gesetztestafel, Gemälde von Giuseppe Diotti (1779-1816)
Die Zehn Gebote tragen maßgeblich dazu bei, dass Menschen gerecht miteinander umgehen. An vielen Stellen der Bibel findet man auch Verweise, wie Gerechtigkeit gelebt werden kann. Christen glauben, dass jeder Mensch nach seinem Tod von Gott Gerechtigkeit erfährt. Bildrechte: IMAGO
Muslime beim Gebet
Für Muslime sind folgende Verse aus dem Koran maßgeblich: „O ihr, die ihr glaubt! Tretet für die Gerechtigkeit ein, wenn ihr vor Gott Zeugnis ablegt, und sei es gegen euch selber oder eure Eltern und Verwandten. Handele es sich um arm oder reich, Allah steht euch näher als beide. Und überlasst euch nicht der Leidenschaft, damit ihr nicht vom Recht abweicht. Wenn ihr das Recht verdreht oder euch von ihm abkehrt, siehe, Allah weiß, was ihr tut.“ (Sure Nisâ, [4:135]) Bildrechte: Colourbox.de
der Koran
Nach muslimischem Glauben muss Gerechtigkeit für alle Bereiche des alltäglichen Lebens gelten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Elefantengott Ganesha
Ähnlich ist es im Hinduismus: Hindus glauben - wie im Buddhismus - an ihre Reinkarnation, d.h., dass sie nach ihrem Tod als Mensch, Tier oder Pflanze wiedergeboren werden. Damit es ihnen nach ihrer Wiedergeburt möglichst gut geht, sollten sie sich im Leben gut und gerecht verhalten. Bildrechte: Colourbox.de
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Glaube kann helfen, mit Ungerechtigkeiten besser umzugehen. Dennoch: Ein grundlegendes Problem für alle Religionen ist die Diskrepanz von der Vorstellung eines allmächtigen, gütigen und gerechten Gottes im Angesicht der erlebbaren Ungerechtigkeiten auf der Welt. Verschiedene Antwortversuche auf diese Frage werden unter dem Begriff Theodizee zusammengefasst.

Zuletzt aktualisiert: 06. November 2018, 17:07 Uhr