Nah dran - Die Reportage | 15.10.2020 | in der Mediathek Plötzlich blind

Verliert ein Mensch im Laufe seines Lebens das Augenlicht, handelt es sich um eine sogenannte erworbene Erblindung. Das betrifft den Controller Reiner, die Hauptschuldirektorin Stephi und die Auszubildende Hacer. Der Film zeigt, wie Menschen, die nicht von Geburt an blind sind, mit ihrem Schicksal umgehen.

Mit Hilfe von Rehabilitationstrainerin Sabine Scheffler lernt der blinde Rainer eine Ofenpizza zu backen.
Der blinde Reiner Fuchs lernt, eine Pizza aufzubacken. Bildrechte: MDR/WDR

Im Berufsförderwerk Düren lernt Reiner Fuchs, wie er seinen Alltag als blinder Mensch bestreiten kann. Der Controller erblindet bei einer missglückten Rückenoperation plötzlich. An der Schule in Düren lernt, er sich in seinem neuen Leben zurecht zu finden.

Ich bin ein Sinntyp, der nicht daran zweifelt, was im Leben passiert. Ich hatte nie die Idee, mir die Kugel zu geben oder so etwas.

Auch Stephanie Dierschke hat in Düren gelernt, wie sie ihren Alltag als Blinde bestreiten kann. Bei einem Reitunfall verliert die Rektorin einer Hauptschule in Mönchengladbach ihr Augenlicht.

Die blinde Rektorin Steffi unterrichtet zum ersten Mal wieder eine Klasse.
Die blinde Rektorin Stephi unterrichtet zum ersten Mal wieder eine Klasse. Bildrechte: MDR/WDR

Nach ihrer Genesung gibt sie an der Schule erste Probestunden und kehrt schließlich zurück in ihren Beruf. "Noch von der Intensivstation habe ich meinen Schulrat angerufen. Für mich war klar, dass ich zurück in meinen Job als Hauptschuldirektorin möchte und nicht an eine Förderschule", erzählt Stephanie Dierschke.

Eine Frau mit Blindenstock bewegt sich au einem Bahnsteig.
Ihre verbliebene Sehkraft nutzt Hacer, um sich auf die Blindheit vorzubereiten. Bildrechte: MDR/WDR

Dagegen fällt es Hacer Korkmas zunächst schwer, ihre schleichende Erblindung zu akzeptieren. Hacer hat die Erbkrankheit Retinopathia pigmentosa, bei der das Sichtfeld zunehmend kleiner wird und an der auch ihre Mutter und Schwester erkrankt sind. Nach anfänglicher Depression ist es ihr Sohn, der ihr den Anstoß gibt, sich im Berufsförderwerk Düren schulen zu lassen und eine Ausbildung zur Verwaltungsangestellten zu absolvieren: "Ich möchte mein eigenes Geld verdienen und stolz darauf sein. Ich möchte mein Brot schneiden, meine E-Mails lesen und schreiben und Behördengänge bewältigen. Ich möchte keine Hilfe haben."

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Nah dran | 15. Oktober 2020 | 22:40 Uhr