Jetzt in der Mediathek Katholischer Gottesdienst zum Ostersonntag aus Wechselburg

Die Basilika ist Wallfahrtskirche des Bistums und somit für viele Katholiken ein sehr vertrauter Ort. Dorthin reiste Bischof Heinrich Timmerevers vom Bistum Dresden-Meißen, um zu predigen und in Zeiten der Corona-Krise die Auferstehung Christi zu feiern. Um die Gläubigen zum höchsten Fest im Kirchenjahr miteinander zu verbinden, hat der MDR diesen katholischen Gottesdienst aus Wechselburg auf MDR KULTUR sowie als Videostream übertragen.

Zum ersten Mal in der deutschen Nachkriegsgeschichte gibt es zu Ostern keine öffentlichen Gottesdienste. Auch in Sachsen bleiben die Kirchenbänke leer. Passend zur Corona-Krise schrieb der Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, in einem Hirtenbrief: "Der erste Ort des gelebten und gefeierten Glaubens ist die Familie." Um die Gläubigen über die Familien hinaus nun zum höchsten Fest im Kirchenjahr miteinander zu verbinden, überträgt der MDR am Ostersonntag den katholischen Gottesdienst aus der Basilika "Heilig Kreuz" im Kloster Wechselburg.

Predigen wird Bischof Timmerevers. Die musikalische Leitung hat Matthias Böhm, Kantor der Pfarrei "Heilige Mutter Theresa" aus Chemitz. Es singen, lesen und spielen Mitglieder des Dekanatsjugendchores Chemnitz und der Pfarrei Wechselburg.

"Diese Ostermesse wird sicher etwas sehr Besonderes"

"Diese Ostermesse wird sicher etwas sehr Besonderes, nicht nur weil der Ort unter dem riesigen romanischen Kreuz außergewöhnlich ist", sagt Guido Erbrich, Theologe und neuer Senderbeauftragter der Katholischen Kirche für den MDR, der die Live-Übertragung am Ostersonntag mitorganisiert. Eine "Kleinstgemeinde" bereite unter den nötigen Sicherheitsvorkehrungen alles vor, mit dabei seien etwa Kirchenmusiker Matthias Böhm und Benediktinerpater Ansgar", erzählt Erbrich und hofft:

Wenn durch eine so gefeierte Ostermesse deutlich wird, dass Nächstenliebe und die Verantwortung für die Gefährdeten in unserem Land auf der Prioritätenliste ganz oben stehen, ist das durchaus etwas, das sehr zum Fest der Auferstehung und des Lebens, das Ostern schließlich ist, passt.  

Berühmter Marienwallfahrtsort und Basilika minor

Kreuzgewölbe der Kirche "Heiliges Kreuz" in Wechselburg, 1992
Blick in die Basilika "Heiliges Kreuz" Bildrechte: dpa

1168 waren es Augustinermönche, die im heutigen Wechselburg ein Kloster gründeten. Für sie stiftete Markgraf Dedo von Groitzsch die Klosterkirche. Gut 100 Jahre später übertrug Bischof Withego von Meißen das Kloster an den Deutschen Ritterorden. In der Reformationszeit fiel der Konvent mit all seinen Besitzungen an Herzog Moritz von Sachsen, der es säkularisierte. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die schwer beschädigte Basilika katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche. 1993 erweckten Benediktinermönche aus Ettal in Bayern das Kloster zu neuem Leben.

Als einzige Kirche in Ostdeutschland trägt die Wallfahrtskirche den Titel Basilika minor, wurde also zur Papstkirche erhoben. Gewürdigt wird damit, dass Wechselburg auch ein berühmter Marienwallfahrtsort ist. Der Gnadenaltar mit der Maria der Immerwährenden Hilfe ist eine Replik, das Original steht in Rom und zeigt eines der meist verehrten Gnadenbilder der katholischen Kirche.

Schätze nicht nur in der Basilika

Es gibt in Wechselburg noch viel mehr zu sehen als die romanische Basilika und die Schlossanlage neben der evangelischen Kirche. Gleich hinter dem Schloss und den beiden Kirchen beginnt ein Park, der direkt ins Muldental führt. Dann wenn die Reisebeschränkungen aufgehoben oder gelockert werden, lohnt sich ein Besuch.

In der Gottesdienst-Übertragung aus Wechselburg sind erstmal wenigstens aus der Ferne die Schätze der Basilika zu bestaunen. Das Grabmal des Stifterpaares, ein Weihwasserbecken und ein Porphyrtaufstein gehören neben dem Lettner zu den ältesten Zeugnissen der Spätromanik in Wechselburg.

Die Chorschranke mit der Triumphkreuzgruppe wurde Anfang der 1970er-Jahre aus eingelagerten Werksteinen rekonstruiert. Eine Meisterleistung der Denkmalpflege und mittlerweile gewürdigt durch die Aufnahme in die UNESCO-Denkmalliste.