Programmvorschau, Gemeindeporträts & Audios Radio-Gottesdienste im Dezember bei MDR KULTUR

Jeden Sonntag strahlt MDR KULTUR ab 10 Uhr einen Gottesdienst zum Mit- und Nachhören aus. Für alle Gottesdienst-Übertragungen finden Sie hier eine Vorschau mit kurzen Gemeinde-Porträts sowie die Audios zum Nachhören. Im Dezember 2021 kommen die Gottesdienste aus den Evangelisch Reformierten Gemeinden von Halle und Dresden sowie aus Nordhausen. Aus dem Erfurter Dom und St. Nikolai in Bad Liebenwerda wird zu Weihnachten übertragen.

05.12.2021 Gottesdienst aus der Evangelisch-reformierten Domgemeinde Halle

Der Dom zu Halle ist das älteste, noch vorhandene Kirchengebäude in der Altstadt. Hier residierten die Erzbischöfe von Magdeburg als Landesherren. Dabei ist ein "reformierter Dom" eigentlich ein Paradoxon. "Dom" nennt man die Kirche im Volksmund, weil Kardinal Albrecht sie im 16. Jahrhundert zu seiner Bischofskirche machte. Dafür wurde die alte Dominikanerkirche um- und zum "Schatzkästchen" ausgebaut. Die Reformierten haben sie 1688, als der Kurfürst von Brandenburg Landesherr war, "zur ewigen Nutzung" erhalten. Seit 1809 sind die französisch-reformierte und die deutsch-reformierte Gemeinde hier zu Hause.

Dom Halle von Südosten aus gesehen 60 min
Bildrechte: Dom Halle / Foto: Gerhard Noetzel

Zur Gemeinde in Halle gehören heute Menschen verschiedener Nationen. In einer Gesprächsgruppe trifft sich beispielsweise eine persische Community, die auch den Gottesdienst am zweiten Advent mit gestalten wird. Die Predigt hält Senior Dr. Jutta Noetze.

Reformiert: Schlicht und streng in der Form

Heute unterscheiden sich die Reformierten von anderen evangelischen Gemeinden vor allem durch die Form der Organisation und der Gottesdienste, die schlicht gehalten sind. Wechselgesänge kommen nicht vor. Der Schwerpunkt liegt auf dem gelesenen und verkündigten Wort und der Antwort der Gemeinde in Gebet und Gesang. Eine wichtige Rolle spielen Psalmen, die aus der Stadt Genf der Reformationszeit stammen.

Zu den bedeutendsten Werken deutscher Bildhauerei des 16. Jahrhunderts gehört der Zyklus der Pfeilerstatuen, bestehend aus 17 überlebensgroßen Figuren. Prägend für den Innenraum sind glatte, kapitelllose Achteckpfeiler und einfache Maßwerke in großen Spitzbogenfenstern. Die Architektur ist somit ebenfalls von strenger und schlichter Form.

Orgelbaumeister Friedrich Wilhelm Wäldner schuf hier 1851 sein größtes Werk: Die Domorgel wurde im Laufe der Zeit mehrfach verändert und ist derzeit nicht bespielbar. 1702 bis 1703 war Georg Friedrich Händel hier Hilfsorganist.

12.12.2021 | Gottesdienst aus der Evangelisch-reformierten Gemeinde zu Dresden

Glauben bedeutet zu träumen! – heißt es im ersten Kapitel des Lukasevangeliums. Darin ist von Zacharias die Rede – und von den uralten Träumen und Hoffnungen Israels. Warum es wichtig ist, an diese Hoffnungen und Träume in der Adventszeit zu erinnern, davon handelt die Predigt von Pfarrer Fabian Brüder. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst von Franns von Promnitz (Orgel), Susanne Barnkoth (Klavier) und Sven Barnkoth (Trompete). Weitere Mitglieder der Gemeinde übernehmen Lesungen und Fürbitten.

Blick auf mehrere Gebäude. 60 min
Bildrechte: Archiv der Evangelisch-reformierten Gemeinde zu Dresden / Foto: W. Heidl 

Die Kirche der evangelisch-reformierten Gemeinde zu Dresden liegt unweit der Frauenkirche. Unterhalb des Gästehauses auf der Brühlschen Terasse befindet sich der ehemalige Kanonenhof, ein Teil der Festung von Dresden. Dort trifft sich die Gemeinde seit 22 Jahren zum Gottesdienst. Die evangelisch-reformierte Gemeinde ist weitaus älter. Sie wurde 1689 von Hugenotten gegründet, die wegen ihres Glaubens aus Frankreich fliehen mussten. Die Gemeinde versammelte sich in Dresden zunächst in Privathäusern.

Mehr über die Geschichte der Evangelisch-reformierten Gemeinde

Knapp 80 Jahre nach ihrer Gründung durfte die reformierte Gemeinde dann eine Kirche bauen. Die Gemeinde zählte zum damaligen Zeitpunkt etwa 350 Mitglieder, allesamt französisch. In den Folgejahren kamen auch Deutsche hinzu. Die Gemeinde wuchs, wurde mit der Zeit eine rein deutschsprachige Gemeinde und begann 1894 eine neue Kirche zu bauen. Diese brannte am 13. Februar 1945 aus. Nach dem 2. Weltkrieg bezog die Gemeinde ihren jetzigen Standort an der Brühlschen Terrasse.

Wichtig ist der evangelisch-reformierten Gemeinde das offene Gespräch über Fragen des Glaubens. Sie denken vor allem darüber nach, wie es heute aussehen kann, Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung mit Leben zu füllen; genauso Liebe, Respekt und Akzeptanz. Besonders wichtig sind der Gemeinde auch ein gutes ökumenisches Miteinander sowie das jüdisch-christliche Gespräch. Die Synagoge Dresden liegt in direkter Nachbarschaft.

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Dom zum Heiligen Kreuz Nordhausen 60 min
Bildrechte: Franz Ulrich Börner

Die Christen des Südharzes versammeln sich darüber hinaus in den Kirchen von Sondershausen, Bleicherode, Großlohra, Ellrich und Sollstedt zum Gottesdienst. Größte Herausforderung sei es, in dieser großen Fläche Christus in Wort und Tat zu bezeugen und die lange Geschichte des Domes mit der Gegenwart zu verbinden, so die Gemeinde um Pfarrer Steffen Riechelmann: "Wir bemühen uns, dass der Dom auch in Zukunft ein Ort der Begegnung mit Gott und den Menschen sein wird."

25.12.2021 | Katholischer Gottesdienst aus dem Erfurter Dom

Heute ist die Hohe Domkirche St. Marien Sitz des Bischofs von Erfurt, Dr. Ulrich Neymeyr, der auch die Predigt am ersten Weihnachtsfeiertag hält.

Neben dem Bischof und dem Weihbischof Dr. Reinhard Hauke, feiern vor allem die acht Domkapitulare die Gottesdienste in der Kathedrale. Gemeinsam mit der benachbarten Pfarrkirche St. Severi zeugt der Domberg von der hohen Kirchenbaukunst der Gotik. Durch die Orgelbaufirma Schuke in Potsdam wurde die große Hauptorgel des Marien-Domes mit 63 Registern sowie die Orgel im Hohen Chor mit 29 Registern und ca. 2550 Pfeifen eingebaut. Gründer des Erfurter Domes ist der heilige Bonifatius.

Der Domplatz in Erfurt, 2009 60 min
Bildrechte: imago images / Sylvio Dittrich
60 min

Heute ist die Hohe Domkirche St. Marien Sitz des Bischofs von Erfurt, Dr. Ulrich Neymeyr, der auch die Predigt am ersten Weihnachtsfeiertag hält.

MDR KULTUR - Das Radio Sa 25.12.2021 10:00Uhr 59:44 min

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Wie Bonifatius eine Marienkirche errichten ließ

Der heilige Bonifatius ließ westlich der alten Ansiedlung Erphesfurt auf einem Hügel, dem heutigen Domberg, eine Marienkirche errichten, die 742, als Bonifatius Erfurt zum Bischofssitz bestimmte, Bischofskirche wurde.

Größere Schäden machten 1154 einen Neubau erforderlich, der als romanische Basilika ausgeführt und am 20. Juni 1182 eingeweiht wurde. Von dieser Basilika sind heute noch bedeutende Reste des Querschiffes und die Untergeschosse des Nord- und Südturmes erhalten.

1349 wurde der Grundstein zum Bau des Hohen Chores gelegt. Da hinter den Türmen der Berg steil abfällt, musste ein 12 Meter hoher Unterbau – die so genannten Kavaten – errichtet werden. Um 1370 konnte auf ihnen der 26 m hohe Chorbau fertiggestellt werden – eine einschiffige Halle, die von 15 Fenstern umschlossen wird. Zwischen 1455 und 1465 trat an die Stelle des romanischen Langhauses im Westen, das sich als einsturzgefährdet erwies, eine dreischiffige spätgotische Halle.

Direkt neben dem Dom befindet sich die Pfarrkirche St. Severi, deren Ursprung wahrscheinlich noch vor der Ersterrichtung des Domes liegt. Heute ist sie eine Kirche der St. Laurentius-Pfarrgemeinde in der regelmäßig Gottesdienste gefeiert werden.

26.12.2021 Evangelischer Gottesdienst aus St. Nikolai in Bad Liebenwerda

Der Kirchenkreis Bad Liebenwerda gehört zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, liegt als einziger Kirchenkreis aber vollständig im Land Brandenburg. Zur Reformationszeit gehörte Liebenwerda zum Kurfürstentum Sachsen, also zum lutherischen Kernland. Die Predigt am zweiten Weihnachtsfeiertag hält Superintendent Christof Enders.

St. Nikolai in Bad Liebenwerda
St. Nikolai in Bad Liebenwerda Bildrechte: Dirk Gebhardt

Der spätgotische Backsteinbau liegt im Zentrum der Stadt. Um 1376 erstmals erwähnt, ist das Schicksal der Kirche eng mit dem der Stadt verbunden. 1490 brannte neben vielen Häusern und dem Schloss auch die Kirche ab. Kurfürst Friedrich der Weise, Landesherr und Beschützer Luthers, ließ sie 1515 wieder aufbauen. Luther war oft in der Region, nicht zuletzt als Aufseher über die örtlichen Augustinerklöster. Die Lutherbüste außen an der Nordseite der Kirche erinnert an seine Besuche in der Stadt. Das Innere der Kirche wurde zwischen 1850 und 1911 weitgehend neugotisch gestaltet. Besonders bemerkenswert ist die reich registrierte Orgel. Sie wurde von der bekannten Orgelbaufirma Voigt gebaut, die ihren Firmensitz in der Nachbarschaft hat. Vier farbige Fenster, die Kanzel, der getäfelte Wandsockel und die ornamentale Bemalung, vor allem der Flachdecke, stammen ebenso aus dieser Zeit. Älter sind Altar, Kreuz und Taufstein.

Vor der Kirche befindet sich ein Brunnen mit der Figur einer jungen Frau. Die junge Barbara soll während der Pest den heidnischen Gott der Elster um Hilfe gebeten haben. Mithilfe von Wasser und Fischen der Elster hat sie viele Kranke geheilt. Die Elster ist der prägende Fluss der Region und feierte kürzlich seine erste namentliche Erwähnung vor 1.000 Jahren.

St. Nikolai in Bad Liebenwerda 60 min
Bildrechte: Dirk Gebhardt

Radio-Gottesdienste 2021 nachhören:

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Auf eine rissige Häuserwand wurde ein Kirchedach mit einem Kreuz gezeichnet.
Bildrechte: Colourbox

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 05. Dezember 2021 | 10:00 Uhr