Schutzheiliger gegen Feuer Der heilige Florian - Legenden, Wahrheit und Brauchtum

Florian wird in der katholischen Kirche als Märtyrer verehrt. Er ist der Schutzheilige gegen Feuergefahr. Am Florianstag wird häufig ein Fest für und mit den "Floriansjüngern", den Freiwilligen Feuerwehren, gefeiert.

Schnitzfigur des Heiligen Florian
Schnitzfigur des Heiligen Florian. Bildrechte: imago/Werner Otto

Florian wird in der katholischen Kirche als Märtyrer verehrt, besonders in Bayern, Oberösterreich, Italien und Polen. Um ihn ranken sich viele Legenden. Es gilt als wahrscheinlich, dass Florian schon als Kind getauft und christlich erzogen wurde. Als junger Mann wurde er Offizier im römischen Heer und machte dort auch Karriere. Er wurde Leiter der Kanzlei des römischen Statthalters im römischen Lauriacum, dem heutigen Lorch bei Enns in Oberösterreich. Zu dieser Zeit war Diokletian Kaiser und hatte Lauriacum zur Hauptstadt der Provinz Ufer-Noricum ernannt.

    Der historische Florian – römischer Offizier und Christ

    Zu Beginn des 4. Jahrhunderts begann jedoch unter Diokletian eine grausame Welle der Christenverfolgung in allen römischen Provinzen. Auch in Lauriacum wurden 40 Gläubige verhaftet und in den Kerker geworfen. Florian, selbst praktizierender Christ, wollte seinen Glaubensgeschwister helfen und sie befreien. Doch das ging schief. Beim Versuch, in den Kerker einzudringen, wurde Florian erwischt und festgenommen. Alles wäre gut geworden, hätte Florian den römischen Göttern geopfert und den christlichen Glauben abgeschworen – hat er aber nicht. Also wurde er grausam gefoltert. Zu den Foltermethoden der Römer gehörte unter anderem Auspeitschen, Häuten, Anzünden bei lebendigem Leib. Florian wurde der Überlieferung nach mit einem Mühlstein um den Hals in der Enns ertränkt.

    Florian auf einen Blick

    • Geboren um 250 n. Chr. im heutigen Zeiselmauer bei Wien in Österreich
    • Gestorben vermutlich am 4. Mai 303 n. Chr. in Lorch, Österreich
    • Darstellung: römischer Legionär; Attribute: Lanze, Harnisch, Wasserkrug
    • Schutzheiliger der Feuerwehrmänner; Fürbitte gegen Feuer, Dürre und Hochwasser

    Die Legende um den Märtyrer

    Weiter erzählt die Legende: Der tote Florian wurde auf einen Felsen gespült. Ein Adler bewachte den Körper, damit ihn die Römer nicht schänden konnten. Schließlich barg eine Witwe, Valeria, den Leichnam des Märtyrers und bestattete ihn auf ihrem Gut. Im 8. Jahrhundert bauten die Bischöfe von Passau über dem Grab eine Kirche und ein Chorherrenstift. Diese Abtei St. Florian in der Nähe von Linz ist bis heute ein beeindruckender Ort und weltberühmt. Eine Tafel in der Krypta der Stiftskirche beschreibt, dass die Gebeine des Heiligen im 13. Jahrhundert gefunden worden sind. Tatsächlich wurden bei Grabungen vor und nach dem Zweiten Weltkrieg Gebeine von 40 weiteren Märtyrern gefunden - die, für die Florian sein Leben geopfert hat.

    Sitft St. Florian in Östereich
    An der Stelle, wo heute das Stift St. Florian in Niederösterreich steht, soll Florian bestattet worden sein. Bildrechte: imago/allOver

    Patron der Feuerwehrleute

    Das Patronat Florians als Schutzheiliger gegen Feuergefahr ist übrigens noch gar nicht so alt. Erst im 15. Jahrhundert wurde er zum Schutzheiligen gegen das Feuer. Wahrscheinlich weil er im Wasser getötet wurde und mit Wasser Feuer gelöscht wird. Jedenfalls wird Florian auch immer mit einem Wasserkrug oder Eimer dargestellt, es gibt auch Darstellungen des Heiligen mit Mühlrad und Adler. Weiter Attribute sind eine Lanze und ein Harnisch.

    Florian ist ein beliebter Bauernheiliger, der in der Volksfrömmigkeit, Tradition und Brauchtum bis heute eine wichtige Rolle spielt. Freskenbilder des Heiligen schmücken immer noch viele Bauernhäuser in Bayern und Österreich, oftmals auch mit einer Inschrift:

    "Heiliger Ritter Florian, nimm um unser Haus und unsern Hof dich an! Lösch das Feuer der Sünde, dass es mit tut Brunnen, dass wir dem engen Tod entrinnen."

    Helfer in der größten Not - immer, wenn es brennt: Am Florianstag wird auch hierzulande in Mitteldeutschland ein Fest für und mit den "Floriansjüngern", den Freiwilligen Feuerwehren gefeiert - und natürlich mit den Feuerwehrmännern und -frauen der Berufswehren.

    Das "Sankt-Florians-Prinzip"

    Aber nicht alle Volksweisen um Florian erinnern an christliche Nächstenliebe:

    "Heiliger Sankt Florian, du Wasserkübelmann, verschon' mein Haus, zünd' andere an." Oder: "Heiliger Sankt Florian, schütz' unser Haus, zünd' andere an!"

    Diese eher zweifelhaften "Anrufe" und damit verbundenen "Wünsche" haben eine eigene Dynamik bekommen: Nach dem Sankt-Florians-Prinzip handeln. Das meint: Schaden von sich auf andere lenken. Zum Beispiel nach außen für eine Sache Feuer und Flamme sein - in Wirklichkeit aber tausend Gründe finden, dass diese nicht verwirklicht werden kann. Sankt-Florians-Politik" betreibt einer, der anderen einen Missstand anhängt und für sich selbst daraus Vorteile zieht.

    Besser klingt da:

    Es brennt, oh heiliger Florian, heut' aller Orts und Enden. Du aber bist der rechte Mann, solch Unglück abzuwenden.

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