Antisemitische Ausschreitungen am 9. November 1938 80. Jahrestag der Novemberpogrome

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 organisieren Truppen der SA und der SS gewalttätige Übergriffe auf die jüdische Bevölkerung. Synagogen werden angezündet, Geschäfte geplündert, jüdische Bürger verfolgt und deportiert. Rund 100 Menschen werden ermordet. Die Übergriffe gehen als "Kristallnacht" in die Geschichte ein.

1938 eine brennende Synagoge in Baden- Baden
Eine brennende Synagoge in Baden-Baden. Bildrechte: imago/United Archives International

Die Übergriffe jener Nacht sind nur der Auftakt der systematischen Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten. Zunehmend ausgegrenzt, wirtschaftlich ruiniert und gedemütigt werden die Juden jedoch schon vorher, spätestens seit 1933 nach der Machtübernahme Hitlers. So wird bereits im April 1933 zum Boykott jüdischer Geschäfte, Arztpraxen und Anwaltskanzleien aufgerufen, im Mai 1933 folgen die Bücherverbrennungen. Und mit Inkrafttreten der Nürnberger Gesetze im September 1935 wird schließlich die juristische Grundlage für die Diskriminierung und Verfolgung jüdischer Mitbürger gelegt.

Der Opfer gedenken

Bundesweit wird jedes Jahr der Opfer der Pogrome gedacht. Auch im mitteldeutschen Raum gibt es zahlreiche Gedenkveranstaltungen und Mahnwachen. In Dessau-Roßlau erhält die Jüdische Gemeinde offiziell ein Grundstück, auf dem 80 Jahre nach ihrer Zerstörung eine neue Synagoge gebaut werden soll.

In Dresden war bereits am 8. November der israelische Geigenbauer Amnon Weinstein zu Gast mit seinem Projekt "Violinen der Hoffnung". Weinstein hat zahlreiche Geigen restauriert, die einst jüdischen Musikern gehörten. Sie wurden als Flüchtlinge oder Deportierte Opfer des Holocaust. Einige dieser Instrumente erklingen in Weinsteins Konzerten, sind Mahnung und Hoffnung zugleich.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR im Radio | 09.11.2018 | 08:10 Uhr, 10:15 Uhr sowie 12:10 Uhr
MDR AKTUELL im Radio | 08.11.2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. November 2018, 11:58 Uhr