Ab dem kommenden Schuljahr Sachsen führt Jüdische Religion als neues Fach ein

In Sachsen gibt es ab dem kommenden Schuljahr das Fach Jüdische Religion. Wie das Kultusministerium am Mittwoch in Dresden ankündigte, wird es zunächst an drei öffentlichen Grundschulen in Chemnitz, Dresden und Leipzig eingeführt, um dort Jüdische Religion gleichrangig mit Ethik sowie Evangelischer und Katholischer Religion anzubieten. Anmeldungen sei ab sofort an der Lessingschule in Leipzig, der Grundschule Am Rosengarten in Dresden sowie der Annenschule in Chemnitz möglich. In den kommenden Jahren soll das Fach auch an den Oberschulen und Gymnasien bis zum Abitur unterrichtet werden und allen Schülern offen stehen.

Oberschulen und Gymnasien sollen nachziehen

Wie groß der Bedarf am Fach jüdische Religion ist, lasse sich noch nicht genau abschätzen, sagte Ministeriumssprecher Dirk Reelfs. Eine Mindestschülerzahl gebe es nicht. Das Fach Jüdische Religion unterliegt der staatlichen Schulaufsicht und wird in Übereinstimmung mit den Grundsätzen des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden erteilt. Dazu wurden ein neuer Lehrplan für Sachsen erstellt, die Stundentafeln und Zeugnisformulare angepasst. Die Lehrkräfte stellt der Landesverband, das Kultusministerium refinanziert sie.

Chanukka-Leuchter mit 5 brennenden Kerzen anlässlich des Chanukka-Festes der Jüdischen Gemeinde Thüringen in Erfurt.
"Religion und Kultur vermitteln" Bildrechte: imago/fotokombinat

Bislang werden jüdische Schüler, die in ihren Gemeinden die religiöse Unterweisung besuchen, von der Pflicht zur Teilnahme am schulischen Religions- oder Ethikunterricht befreit. Das neue Unterrichtsangebot gibt es dort, wo jüdische Gemeinden angesiedelt sind. In Sachsen haben die jüdischen Gemeinden in Leipzig, Chemnitz und Dresden insgesamt rund 2.600 Mitglieder.

Ministerpäsident Kretschmar hatte sich nach einem Treffen mit den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinden im vergangenen Jahr persönlich für ein Fach Jüdische Religion eingesetzt und erklärt: "Wir wissen, dass die Zahl der Schüler am Anfang klein sein wird. Trotzdem wollen wir den Unterricht ermöglichen, weil das ein ganz wichtiger Beitrag ist, Religion und Kultur zu vermitteln." Zuvor hatte die sächsische Staatsregierung strikt an einer Untergrenze von sieben bis acht Schülern festgehalten.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 10. April 2019 | 18:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. April 2019, 12:04 Uhr

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