Der älteste Hostienwallfahrtsort

Eucharistische Frömmigkeit, die Anbetung Gottes in Gestalt der konsegrierten Hostie, geschieht aber auch in Wallfahrtsform jenseits des Fronleichnamsfestes. Der älteste bayerische Hostienwallfahrtsort, Sankt Salvator in Bettbrunn (Gemeinde Kösching im Landkreis Eichstätt), entstand 1125 nach einem so genannten Hostienfrevel, wie die Legende berichtet.

Ein Hirte hatte demnach die Hostie zur Osterkommunion nicht beim Empfang konsumiert, sondern mit nach Hause genommen. Aus einem Kuhkolben schnitzte er sich einen Stab, in dem er in einer Aushöhlung die Hostie einfügte. Bei einem Gewitter warf er mit diesem Stab nach dem Vieh. Dabei viel die Hostie aus dem Stab und wurde auf einen Fels geweht, über dem heute der Gnadenaltar steht. Weder der Hirte noch der Pfarrer konnten die Hostie vom Felsen ablösen. Erst dem Bischof gelang es, nachdem er gelobt hatte, zur Sühne am Ort des Frevels eine Kapelle zu bauen.

Bis zur katholischen Kalenderreform 1970 feierte die römische Kirche am 1. Juli ein "Fest des kostbaren Blutes unseres Herrn Jesus Christus" bzw. "Pretiosissimi Sanguinis D.N.J.C.".

Grund dieses Festes waren die zahlreichen Heilig-Blut-Reliquien, die es in allen Regionen der katholischen Welt gibt. Eingeführt wurde das Fest, das "zu den Quellkammern des Opferblutes Christi" führt, am 10. August 1849 durch Pius IX. zum Dank dafür, dass er nach seiner Flucht aus Rom glücklich aus dem Exil aus Gaeta zurück gekommen war. Pius X. hat es dann auf den 1. Juli gelegt. Heute ist dieser Festinhalt ins Fronleichnamsfest integriert, das sich deshalb nun Hochfest des Leibes und Blutes Christi nennt.

Weitere Namen für "Fronleichnam": Außer Fronleichnam heißt dieser Tag auch: Blutstag (Plutstag), corpus Christi (domini, vivicum), dies corporis et sanguinis (domini, sacramenti, sanguinis domini, venerationis corporis) Eucharistia, Festum corporis Christi (die, sanguinis domini), fête dieu (Frk.), Gotstag, Hotsleichnamtag, Hergottstag, Herrenleichnamstag, Immolabit edum, Lichnamestag, Sacramentum, Sakramentstag, Sanguinis Christi, Triumphus corporis Christi, Varleihnam.

Was ist eine Monstranz? Monstranz (lat. monstrare, zeigen), Ostensorium, ursprünglich ein Behältnis zur Aufbewahrung von Reliquien, seit dem 13. Jahrhundert auch zum Zeigen der geweihten Hostie benutzt, zum Beispiel bei Prozessionen.

Die Hostie wird hinter Glas von einem mondsichelförmigen Träger, der Lunula gehalten. Die gothische Monstranz ähnelt meist einer Laterne. Seit der Renaissance ist das Gehäuse von Strahlen umkränzt und erinnert an die Sonne. Das liturgische Gefäß wird nur zu besonders hohen Kirchenfesten gebraucht. Dieses kostbare Gerät ist aus Gold, Silber oder anderen Edelmetallen, manchmal sogar besetzt mit Edelsteinen.

Was ist ein Baldachin? Ein Baldachin ist ein Tragehimmel, benannt nach der Stadt Baldac (Bagdad). Ursprünglich ein kostbarer, golddurchwirkter Seidenstoff aus dem Orient, vor allem aus Bagdad, entwickelte sich daraus später ein Prunkhimmel über Thron, Bischofssitz, Kanzel, Bett.

Bei kirchlichen Prozessionen wird ein Baldachin auf vier Stangen gesteckt und als Tragehimmel verwendet. Er dient zum Schutz und zur Verehrung des mitgeführten Allerheiligsten, besonderer Statuen oder Amtsträger.

In letzterer Funktion wird der Baldachin auf Fresken und Miniaturen, Gemälden oder Reliefs gezeigt. In der christlichen Baukunst ist er ein steinernes Schutzdach. Der dachartige Aufbau ist über einer geweihten Stätte, einem Kultgegenstand oder einer Statue üblich, in frühchristlicher Zeit besonders über Altären, im Mittelalter dann auch über Grabmalen oder im Freien.

Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2019, 14:07 Uhr