25.04.2020 | In der Mediathek (auch in Gebärdensprache) Festgottesdienst zur Amtseinführung von Landesbischof Tobias Bilz

Sachsens neuer evangelischer Landesbischof Tobias Bilz wurde am 25. April im Meißner Dom in sein Amt eingeführt. Den Festgottesdienst können Sie in der Mediathek abrufen.

Unter normalen Umständen wäre die Bischofseinführung von Tobias Bilz in der Dresdner Kreuzkirche gefeiert worden, im Beisein von Pfarrerinnen und Pfarrer der sächsischen Landeskirche und vieler Gäste aus Ökumene, Politik und Gesellschaft.

Doch wegen der Corona-Krise wurde es nun anders. "Ein großes Fest werde es nicht geben", sagte Bilz. Die Einführung werde bewusst in Meißen in ganz kleinem Rahmen stattfinden. Eine Verschiebung sei nicht in Frage gekommen, weil er ja bereits seinen Dienst als Landesbischof angetreten habe. "Mir ist deshalb wichtig, dass dieser besondere Gottesdienst, vor allem die Ermutigung durch den Segen für meinen Dienst jetzt passiert", fügte er hinzu.

Coronabedingt hatte sich jedoch die Kirchenleitung entschlossen, den Gottesdienst in den Meißner Doms zu verlegen, einen der zentralen Orte der sächsischen Kirchengeschichte.

Ansichten Der Dom zu Meißen

Dom und Albrechtsburg.
Die Stadt und die Gegend um Meißen gelten als die Wiege Sachsens. Von hier aus sollten die  östlichen Gebiete christianisiert worden sein. Um das Jahr 900 wurde auf dem Felsvorsprung über der Elbe zunächst eine Burg, dann eine Kapelle gebaut. Später erweiterte man die Anlage. Heute stehen auf den Grundmauern der Albrechtsburg und der Kapelle ein Schloss und der Dom. Bildrechte: Saskia Barthel/MDR
Dom und Albrechtsburg.
Die Stadt und die Gegend um Meißen gelten als die Wiege Sachsens. Von hier aus sollten die  östlichen Gebiete christianisiert worden sein. Um das Jahr 900 wurde auf dem Felsvorsprung über der Elbe zunächst eine Burg, dann eine Kapelle gebaut. Später erweiterte man die Anlage. Heute stehen auf den Grundmauern der Albrechtsburg und der Kapelle ein Schloss und der Dom. Bildrechte: Saskia Barthel/MDR
Eingang Westportal Meißen Innenansicht
Die Kirche wurde 968 zur Kathedrale erhoben. Deshalb feierte das Hochstift Meißen in diesem Jahr sein 1050 Jubiläum. (hier: das Westportal des Meißner Doms)
Bildrechte: Saskia Barthel/MDR
Engelbogen Fürstenkapelle mit Grab.
Ein Bischof, der hier in Meißen wirkte und Gründer des Bistums war, ist der Heilige Benno. Viele katholische Kirchen und Einrichtungen im Freistaat tragen deshalb seinen Namen. ( hier: Engelbogen und Fürstenkapelle mit Grab) Bildrechte: Saskia Barthel/MDR
Blick in Fürstenkapelle.
Das Grab des Heiligen Bischof Beno war ursprünglich im Meißner Dom. Während der Reformationszeit sollen seine Gebeine jedoch nach München gebracht worden sein. (hier: Blick in die Fürstenkapelle) Bildrechte: Saskia Barthel/MDR
Blick durch Lettner in den hohen Chor.
In der Werkstatt des Lukas Cranach d. Ä. wurde der "Christus bzw. Kreuz Altar" gefertigt. Gezeigt wird die Kreuzigung Jesu. Darunter zwei Szenen aus dem Alten Testament: die Opferung Isaaks und die Errettung des Volkes Israel während der Wüstenwanderung. Die Bilder auf den Seitenflügeln erzählen die Geschichte der Auffindung des Kreuzes Jesu. Bildrechte: Saskia Barthel/MDR
Altar und Lettner.
Im unteren Teil des Altars - Predella genannt - ist ein Priester mit einer Hostie zu sehen und die Seelen der Verstorbenen im Fegefeuer, die durch das Messopfer hoffen, erlöst zu werden. Überraschend, dass diese Darstellung in einem evangelischen Dom erhalten ist. (hier: Altar mit Lettner) Bildrechte: Saskia Barthel/MDR
Stifterfiguren Otto der Grosse und Adelheid.
An den Seitenwänden im Hohen Chor hinter dem Lettner,  thronen vier große Skulpturen, die dem "Naumburger Meister" - dem Schöpfer der Figuren im Naumburger Dom- zugeschreiben werden. Das sind die Stifter des Bistums Meißen, Kaiser Otto der Erste und Kaiserin Adelheid. Bildrechte: Saskia Barthel/MDR
Chor Evangelist Johannes und Bischof Donatus.
An der Südwand die Namensgeber des Domes, Johannes der Evangelist und Bischof Donatus. Johannes zeigt auf das aufgeschlagene Evangelium: "Im Anfang war das Wort…" ist da zu lesen. Donatus blickt dagegen in Richtung des Chorgestühls der Domherren – in Richtung der Gemeinde. Mit ernsten Blick und erhobenen Hand mahnt er bis heute ganz im Sinne der Worte des Hebräerbriefes: "Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun." Bildrechte: Saskia Barthel/MDR
Säulen im Dom Meißen.
Der Dom war für die Menschen immer ein Ort der Verkündigung des Evangeliums, des Gebets und der Einkehr. Bis zur Reformation katholisch, danach bis  heute evangelisch-lutherisch.
Heute hat der Dom keine eigene Gemeinde mehr. Menschen aus nah und fern versammeln sich hier um miteinander zu singen, zu beten und auf Gottes Wort zu hören. An diesem Altjahresabend wird der Dom zum Andachtsraum.
Bildrechte: Saskia Barthel/MDR
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Dom und Albrechtsburg.
Bildrechte: Saskia Barthel/MDR

"Mischung aus Schmerz und Einsicht"

Die Amtseinführung nahm der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) - Ralf Meister, vor. Er hatte Bilz auch das Amtskreuz übergeben. Die Predigt hielt der neue Landesbischof.

Die Einschränkung der Religionsfreiheit durch den Corona-Virus nannte Bilz "eine Mischung aus Schmerz und Einsicht". Die Krise sei ein tiefer Einschnitt auch im religiösen Leben. Einen Gottesdienst zu besuchen, das gehöre für Christen einfach dazu. Die aktuelle leichte Lockerung, Gottesdienste mit bis zu 15 Teilnehmenden feiern zu können, nahm er aber mit Zurückhaltung auf. Die Landeskirche sei sich der Verantwortung bewusst, die diese Öffnung mit sich bringt. "Ich möchte nicht, dass durch einen Gottesdienst Corona weitergetragen wird", sagte er.

So konnten auch im Dom zu Meißen an der feierlichen Einführung nur 15 Besucher teilnehmen, unter ihnen Mitglieder der Familie, sowie Vertreter anderer Religionsgemeinschaften und des öffentlichen Lebens, unter anderem der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer, Landtagspräsidenten Dr. Matthias Rößler und Bischof Heinrich Timmerevers.

Tobias Bilz

Tobias Bilz, Landesbischof Sachsen
Bildrechte: Evangelisch-Lutherisches Landeskirchenamt Sachsens

Tobias Bilz stammt aus Dornreichenbach bei Wurzen. Nach einer Ausbildung zum Instandhaltungsmechaniker studierte er Theologie in Leipzig. 1991 wurde er Pfarrer im erzgebirgischen Erlbach-Kirchbach. 2001 wurde er mit dem Dienst als Jugendpfarrer im damaligen Kirchenbezirk Stollberg beauftragt.

Seit 2019 leitete der Oberlandeskirchenrat das Dezernat für Kirchliche Werke und Einrichtungen, Seelsorge, Gemeindeaufbau und Medien im Landeskirchenamt. Tobias Bilz ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

Tobias Bilz war am 29. Februar von der sächsischen Landessynode mit deutlicher Mehrheit zum Nachfolger von Carsten Rentzing gewählt worden, der im Oktober 2019 vom Bischofsamt zurückgetreten war. Wegen dieser besonderen Situation ist Bilz anders als seine Vorgänger bereits seit der Wahl offiziell Landesbischof in Sachsen - noch vor der feierlichen Amtseinführung. Zur sächsischen Landeskirche gehören rund 677.000 Christen. Die Einführung von Landesbischof Tobias Bilz wird am 25. April, von 12:00 bis 13:00 Uhr, im MDR-Fernsehen live übertragen.

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