Landessynode Sachsen Landesbischof Rentzing verabschiedet

Mit einem Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche in Dresden begann die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche Sachsens. Der zurückgetretene sächsische Landesbischof Carsten Rentzing wurde zu Beginn der Synodentagung in Dresden aus seinem Amt verabschiedet. Unmittelbar nach dem Gottesdienst gab der ehemalige Landesbischof eine Erklärung ab.

Landesbischof Carsten Rentzing
Der ehemaliger Landesbischof Carsten Rentzing auf der Landessynode in Dresden Bildrechte: dpa

Sachsens zurückgetretener evangelischer Landesbischof Carsten Rentzing  ist am Freitag in Dresden in einem Gottesdienst aus dem Amt verabschiedet worden. Die Entpflichtung übernahm der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschland, der hannoversche Landesbischof Ralf Meister. Der Gottesdienst war der Auftakt der Herbsttagung der Synode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens (EVLKS), die sich auch mit dem Rücktritt Rentzings beschäftigen will.

Mehr Engagament gefordert

In seiner Predigt rief Meister zum Engagement der Christen gegen Missstände in der Welt auf. „Dass sich das meiste schon irgendwie von selbst zum Guten regeln wird, ist eine Illusion“,  so der niedersächsische Landesbischof. Die Welt dürfe sich nicht selbst überlassen werden. Seine Predigt spielte auch in einigen Sätzen auf die Situation der sächsischen Landeskirche an:

Petitionen über Personen sind gnadenloses Gift.

Landesbischof Ralf Meister

Einzelne Gottesdienstbesucher applaudierten daraufhin.

"Rede nicht aus dem Schock heraus, rede aus der Stille“

Unmittelbar im Anschluss an den Gottesdienst gab Rentzing eine Erklärung ab. Rentzing distanzierte sich von früheren Texten, beklagte aber auch einen respektlosen Umgang mit seiner Person. Zu den als antidemokratisch eingeschätzten Schriften von vor mehr als 25 Jahren sagte er:

Jeder nationale Geist, der sich selbst erhebt, der andere abwertet, widerspricht dem Geiste meines Herrn Jesus Christus.

Er habe über die Texte aus seiner Studentenzeit nie erzählt, weil er das Alte als vergangen angesehen habe. Zugleich räumte er ein, dass seine damaligen, schriftlich dargelegten Gedanken antidemokratisch waren. Er habe aber nicht zerstören, sondern verbessern wollen.

Seine Rücktritts-Entscheidung habe er allein getroffen und sei von niemandem gezwungen worden, "eher das Gegenteil sei der Fall gewesen". Er wollte seiner Kirche weitere Diskussionen um seine Person ersparen.

Bisher hatte sich Rentzing nur in schriftlicher Form zu seinem Rücktritt geäußert. Hintergrund für seinen Rücktritt war seine Mitgliedschaft in einer schlagenden Verbindung. In diesem Zusammenhang war bekannt geworden, dass er als Student Texte für die rechtskonservative Zeitschrift "Fragmente" verfasst hatte.

Die Synode will sich auf ihrer Tagung mit dem Rücktritt des Bischofs beschäftigen und Konsequenzen daraus ziehen. So wird darüber gesprochen werden, wo die Grenzen zwischen rechtsextremen Äußerungen und den Positionen wertekonservativer Christen liegen.

Die Synodalen wollen zudem den Haushalt für das kommende Jahr verabschieden. Der neue Etat umfasst rund 232,7 Millionen Euro und damit etwa 6,7 Millionen Euro mehr als im laufenden Jahr. Die Synode ist das gesetzgebende Organ der Landeskirche und tritt in der Regel zweimal im Jahr in der Dresdner Dreikönigskirche zusammen.

Zuletzt aktualisiert: 15. November 2019, 15:04 Uhr