Gegen Hürden für Menschen mit Behinderung Lebenshilfe begrüßt Impfpflicht und fordert mobile Angebote

Ulla Schmidt
Lebenshilfe-Bundesvorsitzende Ulla Schmidt fordert Impfbusse für Einrichtungen der Behindertenhilfe. Bildrechte: imago/photothek

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe begrüßt die Pläne der Ampel-Parteien für eine allgemeine Corona-Impfpflicht. Bundesvorsitzende Schmidt machte zugleich auf die Hürden aufmerksam und forderte Impfbusse für Einrichtungen der Behindertenhilfe.

Impfbusse für Einrichtungen der Behindertenhilfe

Viele Menschen mit Behinderung könnten nicht einfach ihren Hausarzt aufsuchen oder sich in lange Warteschlangen fürs Impfen stellen, sagte die frühere Bundesgesundheitsministerin am Mittwoch. Sie forderte, die entsprechenden Einrichtungen wie Wohnheime oder Werkstätten für Behinderte müssten von Impfbussen angefahren werden.

Auch Belegschaft einbeziehen

Wichtig sei auch, dass sich sowohl Bewohner als auch die Mitarbeiter der Einrichtungen in den Impfbussen impfen lassen könnten. Nicht überall funktioniere das unkompliziert. Es gebe Regionen, in denen nur die Bewohner im Impfbus geimpft würden und die Mitarbeiter sich beim Hausarzt melden sollten. Das sei aber oft nicht mit deren Arbeitszeit vereinbar. Die unterschiedliche regionale Herangehensweise sei kein politisches Problem, sondern ein organisatorisches, erläuterte Schmidt. Vor Ort müssten nun genaue Pläne gemacht machen, wie die Impfungen so realisiert werden könne.

Schmidt: Impfen sichert Teilhabe

Schmidt hob den langfristigen Zweck der Corona-Schutzimpfungen hervor: "Die Menschen mit Behinderungen wollen nicht in ihren Einrichtungen bleiben, sondern sie wollen wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen." In den ersten Corona-Wellen hätten sie unter der Isolation gelitten.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 08. Dezember 2021 | 11:30 Uhr