Nah dran | 29.10.2020 | In der Mediathek ansehen Geheimnisse aus Stein – Warum alte Mauern Menschen faszinieren

Ihrer Begeisterung und Liebe für Architekturen ist ansteckend: Menschen, die sich dem Erhalt von Bauwerken verschrieben haben. Doch meist ist da noch mehr - ein besonderes Verhältnis zu einem bestimmten Ort oder einfach nur die Liebe zu ihrer Heimat. Nah dran - das Magazin berichtet von diesen Menschen, ihren Geschichten und ihrem Bestreben, alten Gemäuern neues Leben einzuhauchen.

In einem alten baufälligen Raum liegt ein Kieshaufen.
Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Sie sind Zeugen aus Stein, leblos und doch für viele Menschen prägend und lebensbestimmend: Bauwerke und Architektur faszinieren seit Generationen. Doch nicht alle schützenswerte Mauern können mit öffentlichen Geldern erhalten werden. Ob Dorfkirche oder mittelalterliche Brücke – durch Verfall oder Abriss gehen Erinnerungen, Traditionen und auch Geschichten verloren.

Nah dran berichtet von Menschen, die sich für den Erhalt von Bauwerken in ihrer Freizeit stark machen. Selbst schaufeln oder mauern, Gelder sammeln, die mit Ideen und Engagement alten Hüllen neues Leben einhauchen.

Die Verwandlung der "Platte"

Beeinflusst Architektur unser Leben? Und wenn ja, welche Auswirkungen hat das auf unser Wohlbefinden? Es gibt Häuser, deren Image zeitweise mächtig gelitten hat: Die Plattenbauten. Früher, zu DDR-Zeiten heiß begehrt, wurde ihnen nach der Wende nicht viel Gutes nachgesagt. Ein Leben in Trabantenstädten: Berlin-Marzahn, Jena-Lobeda, Leipzig-Grünau – um nur einige zu nennen. Inzwischen haben sich die Viertel verändert. Rückbau, Sanierung und Neuanfang.

Gera-Lusan zum Beispiel. Geplant und gebaut für 45.000 Bewohner – ein Stadtviertel, in dem die Menschen in den letzten Jahren zwischen Traumwohnung und Ernüchterung Ihr Leben gestalten.

Patenschaft für ein Grab

Sabine Hasselberg ist Patin mit Leidenschaft: Grabpatin. Patenschaft für ein Grab? Was zunächst befremdlich klingt, ist in den vergangenen Jahrzehnten ein gut funktionierendes Projekt geworden. Grabpatenschaften helfen historische und vergessene Gräber wieder zu beleben. Sabine Hasselberg ist Patin auf einem ganz besonderen Friedhof: Den Stadtgottesacker in Halle. Diese einmalige Anlage steht unter Denkmalschutz und ist sozusagen wiederauferstanden – auch dank engagierter Grabpaten, die dafür sorgen, dass die alten Gräber gepflegt werden.

15 Jahre Wiedereinweihung Frauenkirche

Blick auf den menschenleeren Neumarkt vor der Frauenkirche in Dresden.
Blick auf den menschenleeren Neumarkt vor der Frauenkirche in Dresden Bildrechte: Andreas Weihs/dpa

Sie lag in Schutt und Asche:  Über Jahrzehnte war die Ruine der Frauenkirche in Dresden ein Mahnmal. Eine schmerzhafte Erinnerung mitten in der Stadt.  Der Traum, die Frauenkirche wieder aufzubauen, wurde nach der Wende konkret und tatsächlich konnte sie im Oktober 2005 - vor 15 Jahren - wieder geweiht werden. Kaum ein Bauwerk ist mit so vielen Emotionen behaftet, wie dieses Dresdner Gotteshaus. Es zeugt von Macht und Reichtum, von Glaubensdisput und theologischem Standpunkt, von Leid und Elend, von Glück und Freude.

Die Frauenkirche ist ein Wahrzeichen der Stadt und Touristenmagnet, ein Zentrum des kulturellen und kirchlichen Lebens aber vor allem ein Symbol für Toleranz und Heimat.

Bürgerengagement auf dem Land

Jonas Urbach, Bürgermeister – möchte das Kloster Anrode erhalten
Jonas Urbach, Bürgermeister – möchte das Kloster Anrode erhalten Bildrechte: MDR

Doch nicht immer und überall sind Öffentlichkeit und Spendenbereitschaft von solcher Intensität, wie in Dresden. Oft retten Engagement, Aktivität und Leidenschaft der Dorfgemeinschaft oder einzelner Männer und Frauen die alten Gemäuer vor dem Verfall. Ob das klappt hängt jedoch nicht allein vom Bürgerengagement ab. Im Thüringischen Anrode kämpfen die Einwohner um den Erhalt des ehemaligen Zisterzienserklosters und stoßen immer wieder an Grenzen. Anders in Lausa. Da haben es Dorfbewohner geschafft, ihre kleine Dorf-Kirche zu restaurieren und wieder zum Mittelpunkt des Dorflebens zu machen.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Nah dran | 29. Oktober 2020 | 22:40 Uhr

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