Nach dem Corona-Gipfel Ostern 2021: Kirchen sollen auf Präsenzgottesdienste verzichten

Gläubige entzünden beim Osternachtpontifikalamt im Münster ihre Kerzen.
Feier der Osternacht nur virtuell? Bildrechte: dpa

Gut anderthalb Wochen vor Ostern sind die Präsenzgottesdienste wieder in die Diskussion geraten. Nachdem beim Bund-und Länder-Treffen in der Nacht zum Dienstag ein harter Lockdown von Gründonnerstag bis Ostermontag beschlossen wurde, sind die Kirchen gebeten, das höchste christliche Fest nur virtuell zu feiern. Die beiden großen Kirchen zeigten sich überrascht von der Bitte. Ostern sei das wichtigste Fest, Gottesdienste kein Beiwerk, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bätzing, am Dienstag auf Twitter. Man habe zu Weihnachten gezeigt, "wie wir mit Vorsicht Messe feiern können". Darauf wolle man Ostern nicht verzichten.

Haseloff: Keine Vorgaben, Ramelow wirbt um Verständnis

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff erklärte, er wolle den Kirchen keine Vorgaben für die Feier der Ostergottesdienste machen. Er habe darum gebeten, "dass das der Bund auf der obersten Ebene selbst vereinbaren" solle: "Wir werden als Land dort nicht tätig werden". Die Gespräche mit den Religionsgemeinschaften führe allein der Bund. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow warb indes um Verständnis: Es gehe nicht darum, "dass die Hygienemaßnahmen in Kirchen nicht bewährt sind, sondern insgesamt um die Reduzierung sämtlicher öffentlicher Bewegungen, die stattfinden".

Gespräche geplant

Bundeskanzlerin Merkel hatte nach den Beratungen mit den Länderchefs betont, dass es sich um eine Bitte handele. Bayerns Ministerpräsident Söder kündigte an, keinen Druck auf die Kirchen ausüben zu wollen. Der Appell aber sei, verstärkt virtuelle Angebote zu machen. Nun sind Gespräche auf Bundes- und auf Landesebene geplant.

"Wir setzen darauf, dass einerseits die Religionsfreiheit gewahrt bleibt und die Religionsausübung an diesem höchsten Festtag der Christenheit möglich ist, sagte vorab der Vertreter der Bischofskonferenz beim Bund, Jüsten. Zugleich werde die Kirche alles tun, um die notwendigen Hygieneregeln einzuhalten. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bedford-Strohm, erklärte, man werde sich in den angekündigten Gesprächen, "zunächst genau erläutern lassen, warum die bewährten Hygieneschutz-Maßnahmen, die alle Landeskirchen für ihre Gottesdienste haben, nun nicht mehr ausreichen sollen". Anschließend werde man beraten, "wie wir mit der Bitte umgehen", sagte der Landesbischof.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 23. März 2021 | 16:50 Uhr