Erstmals Berichte mit Übersetzung in Gebärdensprache Paralympics barrierefrei erleben

Wenn am Freitag die Paralympics in Südkorea starten, gibt es eine Premiere für das deutsche Publikum: Zum ersten Mal werden Berichte von einem Sport-Großereignis auch in die Gebärdensprache übersetzt. Die Regie für die barrierefreien Angebote liegt beim MDR. 

Hör- und sehbehinderte Menschen können die Paralympics vom 9. bis 18. März besser miterleben. ARD und ZDF übertragen rund 60 Stunden Live-Wettkämpfe und Highlights aus Südkorea.

Tageszusammenfassungen in Gebärdensprache, Audiodeskription und Untertitel

Die Tageszusammenfassungen im Ersten und im ZDF werden erstmals mit Übersetzung in Gebärdensprache (DGS) für hörbehinderte Menschen angeboten - als Livestream auf sportschau.de/paralympics, auf paralympics.zdf.de bzw. über HbbTV.

Außerdem werden die Live-Berichte von den paralympischen Wettkämpfen im Ersten mit Audiodeskription für Menschen mit Seheinschränkungen bereitgestellt, wie bereits zu den Olympischen Winterspielen. Die Live-Audiodeskription wird auch als Audiostream, z.B. für die mobile Nutzung angeboten. Wie gewohnt stehen alle Sendungen mit Untertiteln zur Verfügung.

Stephanie Müller-Spirra meldet sich aus Pyeongchang

Auch für die Paralympics ist der MDR federführend innerhalb der ARD zuständig. Stephanie Müller-Spirra meldet sich als Hauptmoderatorin aus Pyeongchang.

Wissen aus erster Hand vermitteln die ARD-Experten Gerd Schönfelder - der erfolgreichste Athlet der Paralympicsgeschichte - sowie die beiden erfahrenen Leichtathleten Niko Kappel und Mathias Mester.

Barrierefreie Hintergrundinformationen

Barrierefreie Hintergrundinformationen rund um die Paralympics komplettieren das inklusive Angebot. So werden zum Beispiel die sechs Grundsportarten Ski-Alpin, Skilanglauf, Biathlon, Rollstuhl-Curling, Para-Snowboard und Schlitten-Eishockey im Para-Sport zusätzlich in Gebärdensprache erklärt. Ergänzend zur aktuellen Berichterstattung im Ersten und im ZDF können die Hintergrundinformationen und die sportlichen Höhepunkte aus der Nacht auch in "Leichter Sprache" auf sportschau.de/paralympics sowie im ARD Text ab Seite 800 abgerufen werden.

Teamwork für inklusives Angebot

Der MDR verantwortet zum ersten Mal, zentral von Leipzig aus, die beiden barrierefreien Serviceangebote für die ausstrahlenden Sender. Speziell für die Paralympics wurden Gebärdendolmetscher an den Hochschulen in Zwickau und Magdeburg-Stendal, in Zusammenarbeit mit der sächsischen Landesdolmetscherzentrale für Gebärdensprache, in der Übersetzung paralympischer Begriffe trainiert. Auch im MDR selbst gab es einen Workshop, um die Dolmetscher fit zu machen. Schließlich pflegen Sportberichterstatter oft eine metaphernreiche Sprache, noch dazu folgen die Paralympics ganz eigenen Regeln, so dass das Übersetzen in die Gebärdensprache oft zu einer Herausforderung wird. Ziel des Workshops war es u.a., die Gebärden zu bestimmten Sportbegriffen zu vereinheitlichen. Außerdem wurde eine Gruppe von ARD-Reportern beim MDR in Leipzig im Genre der Blindenreportage geschult.

Zuletzt aktualisiert: 09. März 2018, 10:11 Uhr

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