Ultraschallbild eines ungeborenen Kindes
Bildrechte: imago/teutopress

Pränataldiagnostik Gewissenskonflikt oder Dilemma?

Nach Dresden lud am 11. Oktober die Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen, um mit Experten über ethische Kriterien und gesellschaftliche Auswirkungen der Pränataldiagnostik zu diskutieren. Vorab wurde der MDR-Film "Wieder schwanger - Und jetzt? Mein Familientagebuch" der Journalistin und Filmemacherin Tabea Hosche gezeigt.

Ultraschallbild eines ungeborenen Kindes
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Ein gesundes Kind wünschen sich werdende Eltern. Körperliche und geistige Leistungsfähigkeit gelten in unserer Gesellschaft als Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben. Dagegen werden Menschen mit Behinderung häufig als Opfer, selten als selbstbestimmt handelnde Personen wahrgenommen. Und dank Pränataldiagnostik können Experten heute einen Fötus eingehend untersuchen.

Fragen zur Pränataldiagnostik

Die Pränataldiagnostik ist eine technisch ausgereifte Methode, um Gendefekten, Behinderungen und Krankheiten beim ungeborenen Leben auf die Spur zu kommen. Doch gibt es einen problematischen Befund, stehen werdende Eltern vor einem Dilemma: Sollen sie das Kind behalten? Soll die Schwangerschaft abgebrochen werden? Und schnell drängen sich weitere Fragen auf: Wann ist ein Leben lebenswert? Kann bzw. darf man darüber überhaupt urteilen?

Ethische Kriterien und gesellschaftliche Auswirkungen der Pränataldiagnostik diskutierten Experten am 11. Oktober in Dresden. Eingeladen hatte die Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen. Gestritten wurde über die Frage, ob Pränataldiagnostik dazu beitragen kann, dass auch Kinder mit einer wahrscheinlichen Behinderung geboren werden, oder sie dies eher verhindert.

Familientagebuch von Tabea Hosche

Tabea Hosche und ihr Mann beim Frauenarzt.
Szenenfoto aus "Wieder schwanger - Und jetzt? Mein Familientagebuch" von Tabea Hosche. Bildrechte: MDR/WDR

Vorab zeigte Tabea Hosche ihren Film "Wieder schwanger - Und jetzt? Mein Familientagebuch". Die Journalistin begleitet ihre Familie seit mehreren Jahren mit der Kamera: ihre Tochter Uma, die mit einem seltenen Gendefekt geboren wurde, ihre Tochter Ebba, die keine Behinderung hat, und ihrem Mann Laszlo. Aus Alltagsbeobachtungen entstand ein berührender Film. Die Ausgangssituation: Das Paar wünscht sich ein drittes Kind, ist aber unsicher. Kann ihnen die Pränataldiagnostik helfen? Wie würden sie mit Auffälligkeiten oder Anzeichen für eine Fehlentwicklung umgehen?

Zu Gast waren auch Anne Kathrin Olbrich, Psychologische Beraterin in der Schwangerenberatung der Diakonie Pirna, sowie die Autorin und Journalistin Kirsten Achtelik.

Pränataldiagnostik - Ethisches Dilemma oder Wissen als Chance Film und Diskussion,
veranstaltet von: Weiterdenken. Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen

11.10.2018, 19:45 Uhr

Programmkino Ost
Schandauer Straße 73
01277 Dresden

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | selbstbestimmt! Die Reportage | 14. Oktober 2018 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2018, 15:47 Uhr

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