Erfurter Priesterseminar Jürgen Wolff: "War und ist kein abgeschotteter Raum, keine Insel der Glückseligen"

Wir fragten Absolventen des Seminars, welche Rolle die Erfurter Zeit in ihrem Leben spielte und wie sie an ihre Ausbildung zurückdenken. Pfarrer Jürgen Wolff gibt Auskunft.

Das Priesterseminar Erfurt hat mich von Beginn meiner Ausbildung, allein durch seine Lage beeindruckt — nicht nur konkret in seiner räumlichen Verortung in Erfurt, zwischen Dom, katholisch-theologischer Fakultät und mitten in der Stadt bei den Menschen, sondern vor allem ausgehend von der lokalen Situation durch seine kirchlich-gesellschaftliche Verortung.

Grauhaariger Mann Bart und Brille vor einer Hecke
Dr. Jürgen Wolff Bildrechte: Bistum Magdeburg/Susanne Sperling

Seit 1952 gelegen in der Mitteldeutschen Diaspora, im Mittelpunkt von Glauben, Lehre und Gesellschaft verbindet das Priesterseminar Erfurt die Menschen, die in ihm leben, lernen, arbeiten, beten, sich auf ihr Tun in Kirche und Gesellschaft vorbereiten aktiv und erfolgreich mit den Menschen, die sozusagen von außen, aus der Stadt, der Universität, dem Land, in es hinein, Leben, Lehre, Arbeit, Gebet und kirchliche sowie gesellschaftliche Impulse bringen. 

Das Priesterseminar Erfurt war und ist dadurch kein abgeschotteter Raum, keine Insel der Glückseligen oder gar Bollwerk gegen Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft. Es war und ist Mittelpunkt, Schmelzpunkt, Drehpunkt kirchlich-gesellschaftlichen Lebens. Vor allem war und ist es - zusammen mit der Fakultät - gute Vorbereitung auf Kirche und ihren Auftrag im 21. Jahrhundert, auf Kirche und ihren Auftrag in der Diaspora - nicht nur in Mitteldeutschland!

So habe ich meine Zeit in Erfurt erfahren und wünsche diese Erfahrung noch vielen Generationen von Studierenden des Priesterseminars Erfurt. 

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Religion und Gesellschaft | 19. Juli 2020 | 08:15 Uhr