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Reaktionen auf "#OutInChurch"Bischof Timmerevers: "Kirche muss jedem Menschen eine Heimat bieten"

Stand: 27. Januar 2022, 16:49 Uhr

Die Outing-Aktion „#OutInChurch“ queerer Mitarbeitenden der katholischen Kirche stieß innerhalb der Kirche auf große Resonanz. Rund 30 katholische Verbände und Organisationen bekundeten auf der Kampagnen-Seite ihre Solidarität. Auch Bischöfe äußerten sich positiv zu der Aktion.

Der Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers hat die Aktion "#OutInChurch" von queeren Menschen begrüßt. "Für jedes der beeindruckenden Zeugnisse bin ich sehr dankbar", schrieb Timmerevers am Montag in einem Tweet. "Wir alle sind Geschöpfe Gottes. Und die Kirche muss jedem Menschen Heimat bieten. Dafür will ich mich einsetzen."

Bischof Heinrich Timmerevers Bildrechte: SACHSEN FERNSEHEN

Der Bischof von Dresden-Meißen hatte sich schon vor einiger Zeit dafür ausgesprochen, die katholischen Sexualmoral zu überdenken.

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße fand deutliche Worte: "Eine Kirche, in der man sich wegen seiner sexuellen Orientierung verstecken muss, kann nach meinem Dafürhalten nicht im Sinne Jesu sein". Die Erzdiözese zierte den Post mit einer kleinen Regenbogenfahne.

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hält Änderungen in der Sexualmoral der Kirche und im kirchlichen Arbeitsrecht für längst überfällig. "In der Beteiligung an der Kampagne "#outinchurch" sehen wir einen mutigen Schritt von 125 queeren Mitarbeitenden der katholischen Kirche aus dem ganzen Land“, teilte der katholische Bischof mit. "Zugleich mahnen diese Zeugnisse eine längst überfällige Debatte an."

Für die Deutsche Bischofskonferenz trat der Aachener Bischof Helmut Dieser vor die Presse: "Ich habe dazugelernt, ja, das kann ich ganz freimütig sagen". In seinem Statement vom Montag bekräftigte er, dass niemand wegen seiner sexuellen Orientierung diskriminiert oder kriminalisiert werden dürfe.

Beispiellose Initiative

125 Mitarbeitende der katholischen Kirche in Deutschland hatten sich in einer beispiellosen gemeinsamen Initiative als queer geoutet. Auf einer am Sonntagabend unter dem Titel "#OutInChurch" freigeschalteten Website offenbaren haupt- und ehrenamtliche sowie ehemalige Mitarbeitende ihre sexuelle Orientierung, darunter auch Priester. Das widerspricht nicht nur der katholischen Lehre und Sexualmoral, es kann auch arbeitsrechtliche Konsequenzen haben.

Unter den Mitstreitern der Initiative sind außer Priestern und Ordensmitgliedern auch Mitarbeitende aus pädagogischen, sozialen und medizinischen Berufen. Katholische Verbände wie das Zentralkomitee deutscher Katholiken und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend begrüßten die Initiative.

Parallel zu #outinchurch sendete das Erste die TV-Dokumentation "Wie Gott uns schuf" über die Menschen, die an die Öffentlichkeit gegangen sind. Die Dokumentation und zahlreiche Interviews sind in der ARD-Mediathek abrufbar.

Quelle: KNA, DPA, EPD

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