Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im September 2022

Der September steht im Zeichen der Ernte und des Übergangs in die kalte Jahreszeit. Mit dem Beginn des orthodoxen Kirchenjahres am 1. September wird für die Bewahrung der Schöpfung gebetet. Papst Franziskus griff diese Idee mit dem Tag der Schöpfung auf. Die Juden begehen mit Rosch Haschana vom 25. bis 27. September 2022 Neujahr und damit das Hochfest der Erschaffung der Welt.

Jüdische Orthodoxe aus Ashdod versammeln sich an der Küste der Stadt, um ihre Sünden in der jüdischen Zeremonie von Taschlich symbolisch abzuwerfen, um das jüdische Neujahr am Donnerstag, den 9. September 2010, neu zu beginnen.
Mit Rosch ha-Schana beginnt im Judentum das neue Jahr (Ashdod, 2010). Bildrechte: dpa

01.09.2022 | Beginn des orthodoxen Kirchenjahres / Tag der Schöpfung

(griechisch-orthodox, christlich)

In der griechisch-orthodoxen Kirche beginnt das Kirchenjahr am 1. September. Dieses Datum geht auf die Zeitrechnung des Byzantinischen Reiches zurück. Mit dem neuen Kirchenjahr wird, ähnlich wie beim Erntedankfest, für die Bewahrung der Schöpfung gebetet.

Die Idee eines Gebetstages für die Natur wurde auch von Papst Franziskus aufgegriffen. Er benannte im Zuge der Veröffentlichung seiner Umwelt-Enzyklia "Laudato Si" den 1. September für die römisch-katholische Kirche als Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung.

Einen internationalen Tag der Schöpfung gibt es am 1. September 2022. Der Tag wird im Rahmen der Vollversammlung vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) in Karlsruhe unter dem Motto "Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt" gestaltet.

04.09.2022 | Radhastami

(hinduistisch)

An diesem Tag gedenken Hindus Srimati Radharani, der ewigen Gefährtin Krishnas. Krishna ist eine hinduistische Gottheit. Srimati Radharani erschien vor 5.000 Jahren zwei Wochen nach Krishna. Dieser Tag wird Radhastami genannt und bei den Hindus gefeiert.

08.09.2022 | Mariä Geburt

(römisch-katholisch, griechisch-orthodox, russisch-orthodox)

Mit Mariä Geburt feiert die Kirche die Geburt der Mutter Jesu. Ein Ereignis, das einem Wunder gleicht, denn Marias Eltern, Anna und Joachim, blieben bis ins hohe Alter kinderlos. An dem Ort, an dem Maria der Überlieferung zufolge geboren wurde, bauten Christen im 5. Jahrhundert eine Kirche. Diese Kirche wurde an einem 8. September geweiht. Der Weihetag bestimmte das Datum für das Fest zu Mariä Geburt. Symbol für dieses Fest ist die Schwalbe. Mancherorts war es deshalb Brauch, zu Mariä Geburt eine Schwalbe zu fangen und in ihrem Magen nach einem Stein zu suchen, der ein Heilmittel gegen Krankheiten sein sollte. Im Julianischen Kalender der russisch-orthodoxen Kirche wird Mariä Geburt am 21. September gefeiert.

14.09.2022 | Kreuzerhöhung

(römisch-katholisch, griechisch-orthodox, russisch-orthodox)

Das Fest der Kreuzerhöhung nimmt Bezug auf die Legende der Heiligen Helena. Die Mutter Kaiser Konstantins grub der Überlieferung zufolge um 330 n. Chr. auf Golgatha drei Kreuze aus. In der Legende heißt es, um herauszufinden, welches das Kreuz Christi sei, ließ Helena die Kreuze auf den Körper eines Toten legen. Das Kreuz, unter dem der Leichnam zu neuem Leben erwachte, galt als das echte Christuskreuz. Am Fundort der Kreuze ließ Kaiser Konstantin ein großes Gotteshaus, die Grabeskirche in Jerusalem bauen und präsentierte am Tag ihrer Weihe den Gläubigen das gefundene Kreuz.

Das Fest der Kreuzerhöhung erinnert an diese Begebenheit. Es wird in allen östlichen Kirchen und seit dem siebten Jahrhundert auch im Westen gefeiert. Als sogenannter "Holy Cross Day" wird es auch in Teilen der Anglikanischen Kirche begangen.

25. - 27.09.2022 | Rosch Haschana: Jüdisches Neujahrsfest

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Religion und Kirche Mo 06.09.2021 18:50Uhr 02:42 min

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Mit dem Neujahrsfest Rosch ha-Schana, was so viel bedeutet wie "Haupt des Jahres", begehen jüdische Gläubige das Hochfest der Erschaffung der Welt. Ihrem Glauben nach fand dieses Ereignis vor mehr als 5.000 Jahren statt. Rosch ha-Schana wird auch als Tag des göttlichen Gerichts begangen. Das bedeutet, viele Gläubige nutzen die Gelegenheit, um auf ihr Leben und ihre Taten im vergangenen Jahr zurückzublicken. Gleichzeitig fassen sie, wie auch hierzulande zu Neujahr üblich, Vorsätze für das neue Jahr – allen voran den Vorsatz, Gutes zu tun.

Die Gläubigen versammeln sich zu Rosch ha-Schana in der Synagoge zum Gebet. In vielen Gemeinden ist es Brauch, den Gebetsraum für den Neujahrsgottesdienst zu schmücken. Um die Erhabenheit des Tages herauszustellen, greifen die Gläubigen dabei vornehmlich auf weiße Stoffe und Elemente zurück.

Während des Gebets erklingt mehrfach der Schofar – ein Blasinstrument aus Widderhorn, das die Gläubigen zur Besinnung mahnen und das Lob Gottes verkünden soll. Im Anschluss an den Gottesdienst wird in den Familien Neujahr gefeiert. Wichtigste Speisen sind rund gewickelte Brote und in Honig getauchte Apfelstückchen, die für den Wunsch nach einem guten und süßen neuen Jahr stehen. Die runden Brote symbolisieren den Jahreskreis.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 12. Januar 2021 | 15:32 Uhr

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