Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im August 2021

Zu Mariä Himmelfahrt segnen Christen nach altem Brauch Kräuter. Hindus feiern den Geburtstag des Gottes Krishna. Im Islam beginnt das neue Jahr mit dem Muharrem-Monat.

Dessertschalen
Die Aşure wird als traditionelle Süßspeise zum alevitischen Fastenbrechen gereicht. Bildrechte: imago images/Shotshop

10. August: Muharrem-Fasten und Aşure-Fest

(alevitisch)

Muharrem ist der erste Monat des islamischen Kalenders. Den Höhepunkt bildet das Aşure-Fest (sprich: Aschure-Fest) nach dem zwölftägigen Fasten (10. bis 22. August 2021). Je nach Konfessionszugehörigkeit wird Aşure unterschiedlich begangen. Viele Alevitinnen und Aleviten kochen eine Süßspeise zum Gedenken an den Propheten Noah und die Rettung der Arche. Schiitinnen und Schiiten gedenken an Aşure dem Tod des dritten Imams und Enkel Mohammeds, Husain, in der Schlacht von Kerbela im Jahr 61 nach islamischer Zeitrechnung (680 nach christlicher Zeitrechnung) im heutigen Irak. Diese Schlacht besiegelte die Trennung von Sunniten und Schiiten. Für Sunniten ist Aşure ein fakultativer Fastentag. Hintergrund ist, dass Moses am 10. Muharram aus Dankbarkeit über die gelungene Flucht aus Ägypten gefastet haben soll.

In Deutschland gilt Aşure seit 2012 als Feiertag. Das gleiche gilt für das Opferfest und das Fest des Fastenbrechens am Ende des Ramadan. Diese Tage sind damit dem Reformationstag, Fronleichnam und dem Buß- und Bettag gleichgestellt.


13. - 15. August: Japanisches O-Bon-Fest

(japanisch-buddhistisch)

Obon in Japan
Ein buddhistischer Tempel in der japanischen Stadt Nara Bildrechte: dpa

Das O-Bon-Fest zelebriert die Rückkehr verstorbener Vorfahren auf die Erde. Eine besondere Rolle spielt dabei die Sonne. Mit Feuer in Form von Räucherstäbchen werden die Toten zu Beginn des Festes begrüßt und mit einem Feuerwerk am Ende des Festes zurück ins Jenseits geleitet.


15. August: Mariä Himmelfahrt

(römisch-katholisch, griechisch-orthodox)

Mädchen in Tracht tragen in Kochel am See beim Kirchenzug ihre Kräuterbuschen.
Mädchen bringen ihre Kräutersträuße zur Kirche. Bildrechte: dpa

Das Hochfest Mariä Himmelfahrt ist das älteste bekannte Marienfest der katholischen Kirche. Es wurde erstmals im fünften Jahrhundert gefeiert und erinnert an die Aufnahme der Mutter Gottes in den Himmel unmittelbar nach ihrem Tod. Der Glaube an ihre Himmelfahrt ist seit dem sechsten Jahrhundert bezeugt. Seit 1950 gehört er zu den sogenannten Glaubens-Dogmen der römisch-katholischen Kirche.

Traditionell finden zu Mariä Himmelfahrt vielerorts Kräutersegnungen statt. Dabei werden mitgebrachte Kräuter und Blumen von einem Priester geweiht. Dieser Brauch ist besonders in ländlichen Gegenden verbreitet.


16. - 18. August: Gedenktag Haci Bektas Veli

Ein Derwisch-Tänzer tanzt.
Ein tanzender Derwisch-Tänzer. Bildrechte: dpa

(alevitisch)

Am 16. August gedenken alevitische Gläubige Haci Bektas Veli, einem Geistlichen aus dem 13. Jahrhundert, der als Gründer des anatolischen Alevitentums gilt. Ihm zu Ehren feiern Alevitinnen und Aleviten ein großes Fest, zu dem als tanzende Derwische verkleidete Männer und Frauen gehören. Von mystischen Liedern begleitet drehen sie sich immer schneller, ähnlich wie Sonne und Mond umeinander kreisen. Der Tanz symbolisiert die Annäherung des Menschen an Gott.

Besonders groß wird der Gedenktag Haci Bektas Veli in der türkischen Stadt Hacıbektaş gefeiert. Dort kommen viele Aleviten zu Vorträgen, Konzerten und verschiedenen religiösen Zeremonien zusammen.


18/19. August: Ashure-Fest

(alevitisch)

Mit dem Ashure-Fest beenden alevitische Gläubige die Moharrem-Trauerzeit. Nach 12-tägigem Fasten wird eine Süßspeise (Ashure) gekocht und als Symbol der Dankbarkeit unter Bekannten, Verwandten und Nachbarn verteilt und gemeinsam gegessen. Alevitinnen und Aleviten bringen damit ihren Dank dafür zum Ausdruck, dass Zeynel Abi­din, der Sohn von Imam Hüseyin, aufgrund einer Krankheit nicht an der Schlacht von Kerbala teilnahm und sie so überlebte.

Ashure ist eine aus zwölf verschiedenen Zutaten bestehende Süßspeise. Die Zutaten können zwar variieren, es müssen aber genau zwölf sein, denn sie symbolisieren die zwölf heiligen Imame. Ashure besteht beispielsweise aus Weizen, Bohnen, Saubohnen, Kichererbsen, Kastanien, Haselnüssen, Pistazien, Mandeln, Sultaninen, Feigen, Aprikosen und Walnüssen.


22. August: Raksha Bandhan - Fest der Brüderlichkeit und Liebe

(hindustisch)

Rakhi mit einem Moskito an einem Handgelenk
Ein indisches Mädchen zeigt ihre Rakhi mit einem Moskito. Bildrechte: dpa

Raksha Bandhan wird jedes Jahr an einem Tag mit Vollmond gefeiert. Mädchen und Frauen knüpfen für ihre Brüder oder nahestehenden männlichen Verwandten ein Armband aus Baumwolle oder Seide, das sogenannte Rakhi. Im Gegenzug überreichen die Männer den Frauen ein kleines Geschenk als Symbol ihres Beistands. Da das Band Reinheit symbolisiert, schließt die Rakhi-Beziehung ein Liebesverhältnis aus. Frauen setzen es häufig ein, wenn sie nicht möchten, dass sich aus einer Freundschaft eine Liebesbeziehung entwickelt. 


30. August: Krishna Jayanti - Geburtstag Krishnas

(hinduistisch)

Krishna Jayanti ist das Fest der Geburt des Gottes Krishna. Dieses Fest beginnt für Hindus mit einem Fastentag. Das Fasten endet um Mitternacht, genau zu der Zeit, zu der Krishna der Überlieferung nach zur Welt gekommen sein soll. Zu Krishna Jayanti ist es Brauch, Tempel und Häuser mit Blumen zu schmücken und vor die Abbilder Krishnas Süßigkeiten zu legen. Vielerorts werden die Spuren Krishnas sichtbar gemacht, indem Hindus die Füße eines Kindes mit Wasser und Mehl bestreichen und es den Weg vom Eingang eines Hauses zum Meditationsraum laufen lassen.