Chanukka-Leuchter mit 5 brennenden Kerzen anlässlich des Chanukka-Festes der Jüdischen Gemeinde Thüringen in Erfurt.
Bildrechte: imago/fotokombinat

Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im Dezember 2019

Juden feiern Chanukka, das jüdische Lichterfest. Christen gedenken an Heiligabend und Weihnachten der Geburt Jesu.

Chanukka-Leuchter mit 5 brennenden Kerzen anlässlich des Chanukka-Festes der Jüdischen Gemeinde Thüringen in Erfurt.
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1. Dezember: 1. Advent 

(christlich)

Mit dem ersten Adventssonntag beginnt ein neues Kirchenjahr. Gleichzeitig bereiten sich die Christen auf Weihnachten, die Geburt Christi, vor. Advent kommt aus dem Lateinischen und heißt "Ankunft“. Es gibt vier Adventssonntage. In diesem Jahr fällt der Vierte Advent auf den 22.12. In den christlichen Kirchen ist der vierwöchige Advent eine Buß- und Fastenzeit, ähnlich wie die vierzig-tägige Fastenzeit vor Ostern. In römisch-katholischen Gemeinden werden Rorate-Messen gefeiert. Christen bereiten sich darüber hinaus mit geistlicher Musik, Gebeten und innerer Einkehr auf Weihnachten vor. Zahlreiche volkstümliche Bräuche – zum Teil mit christlichem Ursprung – bestimmen auch für Nichtchristen die Adventszeit, wie das Basteln und Aufstellen von Adventskränzen, die Feier des Nikolaustages oder das Singen von Weihnachtsliedern.

Eine Vorbereitungszeit auf Weihnachten gab es schon im 4. Jahrhundert nach Christi Geburt. Belegt ist eine dreiwöchige Fastenzeit vor Weihnachten. Der Ursprung des Advents, wie wir ihn heute kennen, befindet sich im Bistum Tours (im heutigen Frankreich). Dort wurde Ende des 5. Jahrhunderts eine vierwöchige Adventszeit eingeführt.


4. Dezember: Barbaratag

(römisch-katholisch, griechisch-orthodox)

Der 4. Dezember steht für Christen ganz im Zeichen der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute und aller, die mit Pulver arbeiten. Zu Ehren Barbaras werden vielerorts Messen in Bergwerken und Stollen gefeiert.

Die Entstehung des Barbaratages geht auf eine Legende zurück. Diese besagt, dass Barbara von Nikomedia (Kleinasien) einst von ihrem Vater in einen Turm eingesperrt wurde, weil sie sich geweigert hatte, ihren christlichen Glauben abzulegen. Barbara gelang die Flucht, doch ihr Vater ließ sie verfolgen und spürte sie schließlich in einer Felsspalte auf, die sich überraschend vor Barbara geöffnet hatte. Barbara wurde ins Gefängnis gebracht und später von ihrem Vater geköpft.  

Kirschblüten
Verpricht Glück im neuen Jahr: Ein blühender Kirschzweig, geschnitten am Barbaratag. Bildrechte: colourbox

Fester Brauch am Barbaratag ist es, Zweige von Kirsch- oder Apfelbäumen zu schneiden und ins Wasser zu stellen. Bei richtiger Pflege blühen die Zweige bis Heiligabend auf – ein Brauch, der Glück im kommenden Jahr bringen soll und auf eine weitere Legende zurückgeht. Demnach blieb Barbara auf dem Weg ins Gefängnis an einem Zweig hängen. Sie stellte ihn ins Wasser und er fing am Tag ihrer Verurteilung zum Tode an zu blühen.

Da die Existenz Barbaras historisch nicht gesichert ist, gilt Sankt Barbara seit dem zweiten Vatikanischen Konzil nicht mehr als gebotener Gedenktag. Dennoch wird die Heilige Barbara weltweit verehrt – als Schutzpatronin der Bergleute, der Feuerwehrleute, der Steinmetze und Zimmerleute, der Gefangenen und Sterbenden. Sie wird zudem als eine der vierzehn Nothelfer der katholischen Kirche verehrt, die im Gebet angerufen werden können.


6. Dezember: St. Nikolaus

(römisch-katholisch, griechisch-orthodox)

Am 6. Dezember werden Kinder auf der ganzen Welt in Erinnerung an Bischof Nikolaus von Myra beschenkt. Der "Nikolaus" kommt nachts und füllt Schuhe und Stiefel mit Nüssen, Äpfeln und Süßigkeiten.

Über die historische Person des Nikolaus' weiß man, dass er im vierten Jahrhundert Bischof von Myra war, einer kleinen Stadt in der heutigen Türkei. Überlieferungen zufolge hat er Menschen in Not beigestanden. So soll er einem Vater Geld gegeben haben, damit dieser seine drei Töchter nicht der Prostitution preisgeben musste, sondern verheiraten konnte. Anderen Legenden zufolge soll er Schiffe in Seenot gerettet und Unschuldige aus der Haft befreit haben.


8. Dezember: Mariä Empfängnis

(römisch-katholisch)

Neun Monate vor der Feier der Geburt der Gottesmutter wird in der katholischen Kirche das Hochfest Mariä Empfängnis begangen. Hiermit erinnern Gläubige weltweit – nicht, wie vielfach angenommen, an die unbefleckte Empfängnis der Gottesmutter, sondern an die Empfängnis ihrer Mutter Anna. Das Gedenken an die Empfängnis Marias kam im 12. Jahrhundert auf. Von Anselm von Canterbury eingeführt, wurde es 1477 zunächst vom Bistum Rom übernommen. 1708 erhob Papst Clemens XI. Mariä Empfängnis zu einem in der gesamten katholischen Kirche begangenen Feiertag.

Mariä Empfängnis wird traditionell mit einem Gottesdienst gefeiert. In Rom spricht der Papst zudem ein spezielles, an die Gottesmutter gerichtetes Gebet.


15. Dezember: Beginn der vorweihnachtlichen Fastenzeit

(altorientalisch - nur syrisch-orthodox)

Die syrisch-orthodoxe Kirche begeht eine zehntätige Fastenzeit, um sich auf die Geburt Jesu vorzubereiten. Dabei verzichten Gläubige auf Fleisch- und Milchprodukte.


20. Dezember: Ezid-Fest

(jesidisch)

Das Ezid-Fest ist eines der wichtigsten jesidischen Feste und wird zu Gottes Ehren gefeiert. Die Jesiden fasten drei Wochen lang jeweils drei Tage, von Dienstag bis Donnerstag, und brechen dann am Freitag, dem 14. Dezember das Fasten.


23. - 30. Dezember: Chanukka

(jüdisch)

Acht Tage lang wird Chanukka, das jüdische Lichterfest,  gefeiert. Chanukka ist hebräisch und bedeutet "Einweihung". Das Fest erinnert an drei wichtige Ereignisse in der Geschichte des jüdischen Volkes: die Befreiung aus griechischer Herrschaft, die zweite Weihe des Tempels und ein Lichtwunder. Im Jahr 164 vor Christi Geburt wurde der sogenannte "Zweite Jerusalemer Tempel“ geweiht. Der erste war zuvor von den griechischen Besatzern entweiht worden. Nachdem die Griechen vertrieben waren, reinigten die Juden ihren Tempel und weihten ihn erneut. Um den Tempel wieder zu beleuchten und die Menora (den siebenarmigen Tempelleuchter) zu entzünden, brauchte man spezielles, koscheres Olivenöl. Die Herstellung dieses Öls dauerte acht Tage, das Vorhandene reichte eigentlich nur für einen Tag. Doch dann geschah ein Wunder: Das Öl reichte acht Tage lang. In dieser Zeit konnte neues Olivenöl hergestellt werden. Bis heute wird während des Lichterfestes jeden Abend in den Familien eine Kerze der Chanukkia (der Chanukkaleuchter) entzündet, bis alle acht Kerzen brennen. Die Chanukkia hat aber insgesamt neun Flammen. Die neunte Kerze ist der sogenannte Schamasch – der Diener, der die acht Flammen entzündet.

Gefeiert wird Chanukka immer im November oder Dezember. In der Synagoge werden in dieser Zeit besondere Gebete gesprochen und eine bestimmte Stelle aus der Tora vorgelesen. Sie erzählt von der Einweihung der Stiftshütte durch Moses. Die Hütte war der Vorgänger des Tempels in Jerusalem.


24. Dezember: Heiligabend

(christlich)

Am Abend des 24. Dezembers beginnen katholische und evangelische Gläubige die Menschwerdung Jesu Christi zu feiern. Dieser erblickte vor ca. 2.000 Jahren in einem Stall in Betlehem das Licht der Welt. Festtag seiner Geburt ist jedoch der 25. Dezember, der für die Stadt Rom erstmals 354 belegt ist. In vielen Ländern kommt der 26. Dezember als zweiter Weihnachtsfeiertag hinzu, der in Gedenken an den ersten Märtyrer der katholischen Kirche, den heiligen Stephanus, begangen wird.

Eine Krippe zeigt die Szene der Geburt Christi
Die Geburt Christi in einem Krippenspiel Bildrechte: Colourbox.de

Das Weihnachtsfest selbst wird von Christen und Nicht-Christen in Familie und mit zahlreichen Geschenken begangen – ein Brauch, der auf Martin Luther zurückgeht, der damit die Aufmerksamkeit der Kinder auf Jesus Christus zu lenken versuchte. Andere Weihnachtstraditionen sind die Aufführung von Krippenspielen und die Aufstellung von Weihnachtsbäumen.


25. Dezember: Weihnachten

(christlich)

Jesusmosaik
Bildrechte: imago/Joko

Die eigentliche Geburt Jesu in Betlehem wird in der Nacht vom 24. auf den 25., bzw. am 25. Dezember gefeiert. Zum ersten Mal wurde Weihnachten am 25. Dezember im Jahr 336 nach Christus gefeiert. Nachdem das Christentum Staatsreligion geworden war, wurde Weihnachten anstelle des römischen Festes des Sonnengottes (Sol Invictus) gefeiert. Die Geburt Jesu auf diesen Tag zu legen, hatte einen starken symbolischen Charakter: Christus ist "Die Sonne der Barmherzigkeit" und das "Licht der Welt".


31. Dezember: Altjahresabend – Silvester

(christlich)

Silvester ist seit der gregorianischen Kalenderreform im Jahr 1582 der letzte Tag des Jahres. Der Name Silvester geht dabei auf den gleichnamigen Heiligen zurück, der 314 in Rom zum Papst gewählt wurde und ebenda am 31. Dezember 335 starb. Während seiner Amtszeit wandelte sich die Politik des amtierenden Kaisers Konstantin, der Christen bis dahin systematisch verfolgen und ermorden ließ.

Feuerwerk im Himmel, links ein Teil vom Chemnitzer Rathaus zu sehen, rechts ein Teil von der Einkaufsgalerie Roter Turm.
Bildrechte: MDR/Harry Härtel

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2019, 16:48 Uhr