Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im Februar 2022

Warum endet die Weihnachtszeit erst am 2. Februar und was hat es auf sich mit der "Darstellung des Herrn" am selben Tag? Warum wendet sich der Blasiustag gegen die Übel des Halses? Woran erinnert der Valentinstag?


2. Februar: Darstellung des Herrn

(katholisch, orthodox)

Das Fest wird 40 Tage nach Weihnachten gefeiert und bildet den Abschluss der Weihnachtszeit. Maria war Jüdin – eine Frau, die ein Kind zur Welt gebracht hat, gilt bis zum vierzigsten Tag nach der Geburt als rituell unrein. Wobei man "unrein" nicht wörtlich nehmen sollte. Diese religiöse Regel beschützte die Frau vierzig Tage lang nach der Geburt auch davor, vom Mann zum ehelichen Beischlaf gezwungen zu werden.

Darstellung des Herrn im Tempel, Fresko von Thomas von Villach um 1470.
"Darstellung des Herrn im Tempel" auf einem Fresko von Thomas von Villach um 1470. Bildrechte: IMAGO

Am vierzigsten Tag nach der Geburt gehen jüdische Frauen in die Mikwe, ein Ritualbad, um sich rein zu waschen. Deshalb pilgerte auch Maria in den Tempel nach Jerusalem, um sich dort rituell zu reinigen. Währenddessen wurde der Neugeborene Jesus zu einem Priester gebracht und vor Gott "dargestellt". Im Tempel sollen Simeon und Hannah prophezeit haben, dass das Kind der Erlöser ist.   


2. Februar: Mariä Lichtmess

(römisch-katholisch)

Mariä Lichtmess ist in traditionsbewussten christlichen Familien der Zeitpunkt, die Krippe abzubauen und den Weihnachtsbaum zu entsorgen. Denn mit Mariä Lichtmess oder "Mariä Reinigung", wie das Fest früher auch genannt wurde, endet 40 Tage nach Heilig Abend die Wiehnachtszeit. Der Name "Mariä Lichtmess" bezieht sich auf Lichter-Prozessionen und dazugehörige Kerzenweihen an diesem Tag. Kaiser Justinian I. hatte sie erstmalig 542 für Byzanz angeordnet. Diese Tradition wurde von der römischen Kirche übernommen und wird noch heute zelebriert.


2. Februar: Beginn der drei gesegneten Monate (Radschab, Schaban und Ramadan)

(islamisch)

Gemeint sind damit der siebte, achte und neunte Monat des Mondkalenders, denen im Islam eine besondere Bedeutung beigemessen wird. Neben der Pflicht, im Ramadan zu fasten, empfahl der Prophet den Muslimen auch in den beiden vorhergehenden Monaten, enthaltsam zu leben.

Vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang darf im Ramadan nichts gegessen und getrunken werden. In der Hitze der südlichen Länder bedeutet das einen erheblichen Verzicht. Nur Alte, Kranke, Schwangere und Kinder sind vom Fasten befreit. Am Abend hat das Fasten jeweils ein Ende und meist wird dann eine warme Mahlzeit gegessen.



3. Februar: Blasiustag

(katholisch)

Die Licht- bzw. Kerzensymbolik des Lichtmesstages wird am 3. Februar, dem Blasiustag, fortgeführt. Am Gedenktag des Heiligen Blasius gibt es während einer Gottesdienstfeier den Blasiussegen. Dieser Segen soll besonders vor Halskrankheiten und Erkältungen bewahren. Der Priester, der den Segen spendet, hält zwei überkreuzte Kerzen vor den Gläubigen und spricht folgendes Segensgebet: "Durch die Fürsprache des heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius befreie und bewahre Dich der Herr vor allem Übel des Halses und jedem anderen Übel."


Der historische Blasius war Bischof und wurde zur Zeit der römischen Christenverfolgung im Jahr 316 enthauptet.


5. Februar: Vasant Panchami / Sarasvati Puja

Vasant Panchami, Sarasvati Puja, hinduistischer Feiertag
Hinduistischer Feiertag Bildrechte: imago/Hindustan Times

(hinduistisch)

Vasant Panchami ist ein großes Fest zum Frühlingsbeginn und der höchste Feiertag der Göttin Sarasvati. Das Fest feiern die Menschen mit unterschiedlichen Bräuchen vor allem im Osten Indiens - zu Ehren von Sarasvati, der Göttin der Gelehrsamkeit, Weisheit, Musik und der Kunst. In vielen Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden, aber auch auf öffentlichen Plätzen werden Statuen, Bildnisse oder Altäre aufgestellt. Dann bitten die Menschen um Sarasvatis Segen. Am Abend wird musiziert und getanzt.


8.-10. Februar: Hizir-Fasten

(alevitisch)

Die zweite Februarwoche wird von den Aleviten, einer im Anatolien des 13./14. Jahrhunderts entstandenen Religionsgemeinschaft, als "Woche des Hizir" gefeiert. Hizir ist der unsterbliche Schutzpatron und Heilige, den die Gläubigen in der Not anrufen, meist mit den Worten "Eile herbei, Hizir!" Ihm zu Ehren wird drei Tage lang, von Dienstag bis Donnerstag gefastet. Am letzten Abend der drei Fastentage, wird Kavut zubereitet, eine Speise aus Weizen und Wasser, die über Nacht ruht. Bevor sie schlafen gehen, wünschen sich die Familienmitglieder etwas Besonderes.

Die Aleviten glauben, dass Hizir über Nacht von diesen Speisen kostet oder darauf ein Zeichen hinterlässt und dann die Wünsche derjenigen in Erfüllung gehen, die am nächsten Tag davon essen.


14. Februar: Valentinstag                 

(römisch-katholisch)

Der 14. Februar ist in vielen Ländern ein Tag, an dem sich Verliebte kleine Geschenke machen. Hierzulande meisten Blumen, in Finnland hingegen werden Karten verschickt, während sich Liebende in Japan mit Schokolade beschenken.

Namensgeber ist Bischof Valentin von Terni. Der Geistliche lebte im dritten Jahrhundert n. Chr. und starb als Märtyrer, weil er gegen den Willen des damaligen Kaisers Claudius II. heimlich Verliebte traute, darunter zahlreiche römische Soldaten, denen die Heirat mit einer Christin per Gesetz verboten war. Bischof Valentin ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und wurde dafür am 14. Februar 269 auf Befehl des römischen Kaisers geköpft.


14.-16. Februar: Ninive-Fasten

(syrisch-orthodox und koptisch-orthodox)

Dieser dreitägige Fastenbrauch der syrisch- und koptisch-orthodoxen Kirchen erinnert an die Stadt Ninive. Ihre Bewohner baten damit um Vergebung ihrer Sünden und retteten ihre Stadt so vor dem Untergang.


16. Februar: Magha Puja

(thai-buddhistisch)

Das buddhistische Magha Puja-Fest, auch Makabuscha oder Makha Bucha genannt, erinnert an ein spontanes Treffen von über 1.000 Mönchen. Die hatten unabhängig voneinander beschlossen, Buddha aufzusuchen. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist deshalb eine von Mönchen angeführte nächtliche Prozession, die dreimal um einen Tempel oder eine Buddha-Statue führt. Dabei tragen die Gläubigen die dreifachen Opfergaben: eine brennende Kerze, drei brennende Räucherstäbchen, einen Blumenkranz oder eine frische Blüte. Damit erinnern sie an die drei sogenannten Juwelen des Buddhismus: Buddha, seine Lehren (Dharma) und die buddhistische Gemeinschaft (Sangha).

Wat Phra Dhammakaya Tempel am Makha Bucha Day oder Magha Puja Tag
Am Magha Puja treffen sich Möche zum gemeinsamen Gebet vor dem Wat Phra Dhammakaya Tempel in Bangkok. Bildrechte: imago/imagebroker



Shiva ist Teil der hinduistischen Dreifaltigkeit und nimmt neben Brahma, dem Schöpfer und Vishnu, der das Universum hält, die Rolle des Vernichters ein. Seine Aufgabe ist es, auf die Vergänglichkeit allen Lebens hinzuweisen. Gleichzeitig wird Shiva auch als Retter und Erlöser verehrt.

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