Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im Februar 2023

In der katholischen Kirche spenden Priester den sogenannten Blasiussegen. Zu Tu biSchwat feiern Jüdinnen und Juden das Neujahrsfest der Bäume. Orthodoxe Christen erinnern mit dem Ninive-Fasten an die Geschichte des Propheten Jona und der Stadt Ninive. Musliminnen und Muslime gedenken an Isra und Miradsch der Nachtreise und Himmelfahrt ihres Propheten. Für Christinnen und Christen beginnt am Aschermittwoch die vorösterliche Fastenzeit.

Sadhus oder heilige Männer sitzen nahe einem Feuer während Maha Shivaratri-Festivals an der Pashupatinath-Tempelprämisse in Kathmandu.
Sadhus (heilige Männer) begehen Maha Shivaratri in Kathmandu. Bildrechte: IMAGO / ZUMA Wire

2. Februar: Darstellung des Herrn/Mariä Lichtmess

(katholisch, orthodox)

Noch immer ist für viele Katholikinnen und Katholiken die "Darstellung des Herrn" mit Weihnachten verknüpft. Zwar schließt bereits die "Taufe des Herrn" am Sonntag nach dem 6. Januar den Weihnachtsfestkreis, manche Pfarreien, Orden und Gläubige räumen ihre Krippen und Christbäume aber erst am 2. Februar weg.

Darstellung des Herrn im Tempel, Fresko von Thomas von Villach um 1470.
Darstellung des Herrn im Tempel, Fresko von Thomas von Villach um 1470. Bildrechte: mago/imagebroker

Das Fest "Darstellung des Herrn" bezieht sich auf eine jüdische Regel, nach der Säuglinge 40 Tage nach ihrer Geburt einem Priester gezeigt wurden. Nach der Geburt Jesu soll Maria mit dem Kind in den Tempel gegangen sein, um ihn "darzustellen". Desweiteren wollte sich - den jüdischen Gesetzen entsprechend - Maria nach der Geburt mit einem Bad rituell reinigen.

Das Fest "Darstellung des Herrn" ist auch als "Mariä Lichtmess" bekannt. Der Name bezieht sich weniger auf die rituelle Handlung Marias im Tempel, sondern vielmehr auf Lichterprozessionen und Kreuzweihen, die an diesem Tag stattgefunden haben. Sie wurden erstmals von Kaiser Justinian 542 angeordnet und in manchen Gegenden gibt es sie bis heute. Daraus erwuchs der Brauch, an diesem Tag die für das kommende Jahr benötigten Kerzen zu weihen.

Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) endete die liturgische Weihnachtszeit zu Mariä Lichtmess. Nach dem Konzil verschob sie sich auf den Sonntag nach dem Dreikönigstag.


3. Februar: Blasiustag

(katholisch)

Der 3. Februar ist der Gedenktag des Märtyrers Bischof Blasius. Seit dem 14. Jahrhundert zählt der Heilige zu den 14 Nothelfern. Der Legende nach soll Blasius - bevor er Bischof wurde - Arzt gewesen sein. Er soll mit seinem Segen einem Kind geholfen haben, das an einer Fischgräte zu ersticken drohte. Seitdem gilt er als Fürsprecher für Halskrankheiten und Erkältungen.

Priester spenden am Blasiustag oder an den Gottesdiensten zu Mariä Lichtmess den Blasiussegen. Über zwei gereuzte brennende Kerzen (in Form eines Andreaskreuzes) wird die Segensbitte gesprochen: "Durch die Fürsprache des heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius befreie und bewahre dich der Herr vor allem Übel des Halses und jedem anderen Übel." Der Segen wird heute weniger wörtlich verstanden: Vielmehr soll er ausdrücken, dass Gott in jeder Lebenslage den Gläubigen beisteht.

Der Bischof aus dem armenischen Sebaste soll in Zeiten der römischen Christenverfolgung im Jahr 316 enthauptet worden sein.

5. Februar: Tu biSchwat – Neujahrsfest der Bäume

(jüdisch)

Am 5. Februar feiern Jüdinnen und Juden Tu biSchwat, das Neujahrsfest der Bäume. Im Mittelpunkt steht die Natur, die aus dem Winterschlaf erwacht. In Israel wird das Neujahrsfest der Bäume vor allem mit Schulkindern gefeiert, die diesen Tag neue Bäume pflanzen. Einer anderen Tradition folgend werden an Tu biSchwat verschiedene Früchte gegessen, mit denen Israel gesegnet ist, vor allem Oliven, Datteln, Trauben, Feigen und Granatäpfel.

Eine Hand hält einen kleinen Baum.
An Tu biSchwat oder auch Tu biSchevat werden in Israel neue Bäume gepflanzt Bildrechte: Colourbox.de

6.-8. Februar: Ninive-Fasten

(syrisch-orthodox, koptisch-orthodox)

In den syrisch-orthodoxen und koptisch-orthodoxen Kirchen erinnert man seit dem sechsten Jahrhundert beim dreitägigen Fasten an die Geschichte von Jona und der Stadt Ninive aus dem Alten Testament.

Der Prophet Jona wurde von Gott in die Stadt Ninive gesandt, um jene Menschen zu bekehren, die sich von ihm abgewandt hatten. Wenn sie 40 Tage vor dem Osterfest fasten würden, könnten sie zu Gott zurückkehren.

Die Bewohner von Ninive baten mit ihrer Fastenzeit Gott um Vergebung ihrer Sünden und retteten so die Stadt vor dem Untergang.

14.-16. Hizir-Fasten

(alevitisch)

Mit einem zweitägigen Fasten ehren Alevitinnen und Aleviten ihren Schutzpatron Bozatli Hizir. Einer Überlieferung zufolge kam er Menschen in Not auf einem grauweißen Schimmel zu Hilfe, die ihn mit "Eile herbei Hizir" gerufen hatten. Eine andere Erzählung besagt, dass Hizir Noah zu Hilfe geeilt war, um die mit Menschen und Tieren beladene Arche vor der Sintflut zu retten. An den Abenden der Fastenzeit werden Hizir Lokmasi (Gaben für Hizir) gebacken. Das Ende der Fastenzeit wird mit einer Zeremonie in den Versammlungsräumen, den sogenannten Cem-Häusern, gefeiert.

14. Februar: Valentinstag                 

(römisch-katholisch)

Der 14. Februar ist ein Tag, an dem sich Liebende kleine Geschenke machen. Hierzulande sind das meist Blumen. In Finnland werden Karten verschickt, während sich Liebende in Japan mit Schokolade beglücken.

Der Heilige Valentin von Terni lebte im dritten Jahrhundert und starb als Märtyrer, weil er gegen den Willen des römischen Kaisers Claudius II. Verliebte heimlich christlich traute. Dazu gehörten zahlreiche römische Soldaten, denen die Verbindung mit einer Christin per Gesetz verboten war. Bischof Valentin ließ sich davon nicht beirren und wurde deshalb am 14. Februar 269 auf Befehl des römischen Kaisers hingerichtet.

15. Februar: Parinirvana-Tag

(buddhistisch)

Am Parinirvana-Tag gedenken Buddhistinnen und Buddhisten des Todes Buddhas und seines Einzugs ins Nirvana. Von manchen Gläubigen wird der Tag auch am 8. Februar gefeiert. Mit dem sognannten Erlöschen im Nirvana durchbrach Buddha den Kreislauf des Leidens und der Wiedergeburt und erreichte so die höchste Stufe der Vollkommenheit.

Gläubige lesen an diesem Tag häufig in der "Mahaparinirvana Sutra", einer Schrift, in der auch die letzten Tage Buddhas beschrieben werden. Außerdem meditieren sie, gehen in Tempel und Klöster.

17. Februar: Isra und Miradsch

(islamisch)

Als Isra und Miradsch werden die Nachtreise und Himmelfahrt des Propheten Mohammed bezeichnet. Muslima und Muslime glauben, dass der Prophet Mohammed auf Einladung Allahs in einer Nacht von Mekka aus zur Al-Aqsa Moschee in Jerusalem gebracht wurde. Im Anschluss an diese Nachtreise (Isra) soll Mohammed gemeinsam mit dem Erzengel Gabriel in den Himmel aufgestiegen sein. Dieser Teil seiner Reise wird als Himmelfahrt (Miradsch) bezeichnet.

Die Miradsch ist auch deshalb so bedeutsam, weil sie als eines der größten Wunder im Leben des Propheten Mohammed gilt. Die Nachtreise und Himmelfahrt des Propheten fanden ein Jahr vor der Hidschra (Auswanderung nach Medina) in der 27. Nacht des Monats Radschab statt. Auch deshalb hat diese Nacht für Gläubigen in aller Welt eine besondere Bedeutung.

18. Februar: Maha Shivaratri - Die Nacht des Shiva

Sadhus oder heilige Männer sitzen nahe einem Feuer während Maha Shivaratri-Festivals an der Pashupatinath-Tempelprämisse in Kathmandu.
Sadhus (indische Bettelmönche) begehen Maha Shivaratri in Kathmandu Bildrechte: IMAGO / ZUMA Wire

(hinduistisch)

In der Nacht des Shiva soll sich Shiva mit Parvati vermählt haben. Die Nacht des Shiva ist im Hinduismus ein wichtiger Feiertag, denn Shiva und Parvati gelten als ideales Ehepaar. Viele Gläubige verbringen diese Nacht im Tempel und huldigen Shiva mit verschiedenen Ritualen. Es sind vor allem indische Bettelmönche, sogenannte Sadhus, die Shiva verehren. Sie reiben sich ihre Stirn mit Asche ein, eines der Kennzeichen Shivas.

Shiva ist die dritte Gottheit im Hinduismus. Neben Brahma, dem Erschaffer, und Vishnu, dem Erhalter, steht Shiva für Zerstörung und Neuschöpfung.

21. Februar: Losar - Tibetisches Neujahr

Während einer Gala zum Tibetischen Neujahr in Lhasa.
Aufführung zum Tibetischen Neujahr in Lhasa. Bildrechte: imago/Xinhua

(buddhistisch)

Das Neujahrsfest ist das wichtigste tibetische Fest und wird auch von vielen im Exil lebenden Tibetern gefeiert. Die Vorbereitungen beginnen schon zwei bis fünf Tage vor dem eigentlichen Fest: Während dieser Zeit putzen und schmücken die Gläubigen ihre Häuser, kleiden sich neu ein, begleichen Schulden und legen Streitigkeiten bei. Viele Tibeterinnen und Tibeter nutzen die Zeit zur geistigen Reinigung, sie meditieren oder lesen religiöse Texte.

Während der eigentlichen Neujahrsfeierlichkeiten beten die Gläubigen, besuchen Freunde und Verwandte, singen, spielen, essen und trinken gemeinsam. Losar beginnt mit einem Familienfest, zu dem man gemeinsam am Familienaltar betet und Tee mit Yakbutter trinkt.

22. Februar: Aschermittwoch

(christlich)

Am Aschermittwoch beginnt für katholische und evangelische Christinnen und Christen die vorösterliche Fastenzeit. Nach der Karnevals- und Faschingszeit kommt nun eine Zeit der Besinnung, des Verzichts. Es ist die Zeit, in der sich Gläubige auf Ostern vorbereiten. Die Fastenzeit endet genau nach 40 Tagen zu Ostern. Die 40 Tage beziehen sich auf die Evangelien, in denen beschrieben wird, dass Jesus 40 Tage in der Wüste verbrachte, um zu fasten.

Der Name Aschermittwoch geht auf eine frühe Tradition der Kirche zurück: Menschen, die gesündigt hatten, wurden zu Beginn der Fastenzeit in Bußgewänder gekleidet und mit Asche bestreut. Seit dem 10. Jahrhundert zeichnen Priester Gläubigen als Zeichen der Reue und Umkehr ein Aschekreuz auf ihre Stirn.

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