Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im Februar 2019

Wissen Sie, warum die Weihnachtszeit erst am 2. Februar endet? Wir erklären es Ihnen im Kalender für Februar 2019. Außerdem feiern Buddhisten Neujahr, für Aleviten und einige Orthodoxe beginnt die Fastenzeit.


2. Februar: Darstellung des Herrn

(katholisch, orthodox)

Das Fest wird 40 Tage nach Weihnachten gefeiert und bildet den Abschluss der Weihnachtszeit. Maria war Jüdin – eine Frau, die ein Kind zur Welt gebracht hat, gilt bis zum vierzigsten Tag nach der Geburt als rituell unrein. Wobei man "unrein" nicht wörtlich nehmen sollte. Diese religiöse Regel beschützte die Frau vierzig Tage lang nach der Geburt auch davor, vom Mann zum ehelichen Beischlaf gezwungen zu werden.

Am vierzigsten Tag nach der Geburt gehen jüdische Frauen in die Mikwe, ein Ritualbad, um sich rein zu waschen. Deshlab pilgerte auch Maria nach Jerusalem in den Tempel nach Jerusalem, um sich dort rituell zu reinigen. Währenddessen wurde der Neugeborene Jesus zu einem Priester gebracht und vor Gott "dargestellt". Im Tempel sollen Simeon und Hannah prophezeit haben, dass das Kind der Erlöser ist.   

Darstellung des Herrn im Tempel, Fresko von Thomas von Villach um 1470.
"Darstellung des Herrn im Tempel" auf einem Fresko von Thomas von Villach um 1470. Bildrechte: IMAGO

2. Februar: Mariä Lichtmess

(römisch-katholisch)

Mariä Lichtmess ist in traditionsbewussten christlichen Familien der Zeitpunkt, ihre Krippe abzubauen und ihren Weihnachtsbaum zu entsorgen. Denn mit Mariä Lichtmess oder "Mariä Reinigung", wie das Fest früher auch genannt wurde, endet 40 Tage nach Heilig Abend. Der Name "Mariä Lichtmess" bezieht sich auf Lichter-Prozessionen und dazugehörige Kerzenweihen an diesem Tag. Kaiser Justinian I. hatte sie erstmalig 542 für Byzanz angeordnet. Diese Tradition wurde von der römischen Kirche übernommen und wird noch heute zelebriert.



3. Februar: Blasiustag

(katholisch)

Die Licht- bzw. Kerzensymbolik des Lichtmesstages wird am 3. Februar, dem Blasiustag, fortgeführt. Am Gedenktag des Heiligen Blasius gibt es während einer Gottesdienstfeier den Blasiussegen. Dieser Segen soll besonders vor Halskrankheiten und Erkältungen bewahren. Der Priester, der den Segen spendet, hält zwei überkreuzte Kerzen vor den Gläubigen und spricht folgendes Segensgebet: "Durch die Fürsprache des heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius befreie und bewahre Dich der Herr vor allem Übel des Halses und jedem anderen Übel."

Der historische Blasius war Bischof und wurde zur Zeit der römischen Christenverfolgung im Jahr 316 enthauptet.



5.-7. Februar: Losar - Tibetisches Neujahr

Folklore-Künstler während einer Gala zum Tibetischen Neujahr in Lhasa.
Aufführung zum Tibetischen Neujahr in Lhasa. Bildrechte: imago/Xinhua

(buddhistisch)

Das tibetische Neujahrsfest ist der wichtigste tibetische Festtag und wird auch von den vielen im Exil lebenden Tibetern begangen. Die Vorbereitungen beginnen vielerorts zwei bis fünf Tage zuvor: Während dieser Zeit putzen und schmücken die Gläubigen ihre Häuser, kleiden sich neu ein, begleichen Schulden und legen Streitigkeiten bei. Viele Tibeter nutzen die Zeit auch zur geistigen Reinigung, indem sie meditieren oder religiöse Texte lesen.

Während der eigentlichen Neujahrsfeierlichkeiten, die drei Tage lang dauern, beten die Tibeter, besuchen Freunde und Verwandte, singen, spielen, essen und trinken gemeinsam. Losar beginnt mit einem Familienfest, zu dem man gemeinsam am Familienaltar betet und Tee mit Yakbutter trinkt. Am zweiten Tag pilgern Gläubige mit Opfergaben in die Klöster, am dritten Tag wird gefeiert.


10. Februar:  Vasant Rangapancami/Sarasvati Puja

(hinduistisch)

Fest zum Frühlingsbeginn und der Beginn des Drachensteigens. Zum Fest wird Sarasvati, die Göttin der Gelehrsamkeit, Weisheit, Musik und der Kunst, verehrt.


12.-14. Februar: Hizir-Fasten

(alevitisch)

Die zweite Februarwoche wird von den Aleviten, einer im Anatolien des 13./14. Jahrhunderts entstandenen Religionsgemeinschaft, als "Woche des Hizir" gefeiert. Hizir ist der unsterbliche Schutzpatron und Heilige, den die Gläubigen in der Not anrufen, meist mit den Worten "Eile herbei, Hizir!" Ihm zu Ehren wird drei Tage lang, von Dienstag bis Donnerstag gefastet. Am letzten Abend der drei Fastentage, wird Kavut zubereitet, eine Speise aus Weizen und Wasser, die über Nacht ruht. Bevor sie schlafen gehen, wünschen sich die Familienmitglieder etwas Besonderes.

Die Aleviten glauben, dass Hizir über Nacht von diesen Speisen kostet oder darauf ein Zeichen hinterlässt und dann die Wünsche derjenigen in Erfüllung gehen, die am nächsten Tag davon essen.


14. Februar: Valentinstag                 

(römisch-katholisch)

Der 14. Februar ist in vielen Ländern ein Tag, an dem sich Verliebte kleine Geschenke machen. Hierzulande schenken sich die meisten Blumen, in Finnland hingegen werden Karten verschickt, während sich Liebende in Japan mit Schokolade beschenken.

Ursprung all dieser Traditionen ist Bischof Valentin von Terni. Der Geistliche lebte im dritten Jahrhundert n. Chr. und starb als Märtyrer, weil er gegen den Willen des damaligen Kaisers Claudius II. heimlich Verliebte traute, darunter zahlreiche römische Soldaten, denen die Heirat mit einer Christin per Gesetz verboten war. Bischof Valentin ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und wurde dafür am 14. Februar 269 auf Befehl des römischen Kaisers geköpft.



18.-20. Februar: Ninive-Fasten

(syrisch-orthodox und koptisch-orthodox)

Dieser dreitägige Fastenbrauch der syrisch- und koptisch-orthodoxen Kirchen erinnert an die Stadt Ninive. Ihre Bewohner baten damit um Vergebung ihrer Sünden und retteten ihre Stadt so vor dem Untergang.

Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2019, 15:50 Uhr