Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im Februar 2021

Warum endet die Weihnachtszeit erst am 2. Februar? Wir erklären es im Kalender. Außerdem feiern Buddhisten Magha Puja und Neujahr, Juden Purim und Hindi die Nacht des Shiva. Für Aleviten und Christen beginnt die Fastenzeit.

Israelische Jugendliche anlässlich des Purimfestes in Jerusalem
Bildrechte: imago/Xinhua

2. Februar: Darstellung des Herrn

(katholisch, orthodox)

Das Fest wird 40 Tage nach Weihnachten gefeiert und bildet den Abschluss der Weihnachtszeit. Maria war Jüdin. Eine jüdische Frau, die ein Kind zur Welt gebracht hat, gilt bis zum sieben Tag nach der Geburt als rituell unrein. Wobei "unrein" nicht wörtlich zu verstehen ist.

Am vierzigsten Tag nach der Geburt gehen jüdische Frauen in die Mikwe, ein Ritualbad. Deshalb pilgerte auch Maria nach Jerusalem in den Tempel, um sich dort rituell zu reinigen. Währenddessen wurde der Neugeborene Jesus zu einem Priester gebracht und vor Gott "dargestellt". Im Tempel sollen Simeon und Hannah prophezeit haben, dass das Kind der Erlöser ist.   


2. Februar: Mariä Lichtmess

(römisch-katholisch)

Mariä Lichtmess ist für traditionsbewusste christliche Familien der Zeitpunkt, ihre Krippe abzubauen und ihren Weihnachtsbaum zu entsorgen, denn mit Mariä Lichtmess oder "Mariä Reinigung", wie das Fest früher auch genannt wurde, endet traditionell die Weihnachtszeit.

Der Name "Mariä Lichtmess" bezieht sich auf Lichter-Prozessionen und die dazugehörigen Kerzenweihen an diesem Tag. Kaiser Justinian I. hatte sie erstmalig 542 für Byzanz angeordnet. Diese Tradition wurde von der römischen Kirche übernommen und wird noch heute zelebriert.



3. Februar: Blasiustag

(katholisch)

Die Licht- bzw. Kerzensymbolik des Lichtmesstages wird am 3. Februar - dem Blasiustag - fortgeführt. Am Gedenktag des Heiligen Blasius gibt es nach den Gottesdienstfeiern den Blasiussegen. Dieser Segen soll besonders vor Halskrankheiten und Erkältungen bewahren. Der Priester, der den Segen spendet, hält zwei überkreuzte Kerzen vor den Gläubigen und spricht folgendes Segensgebet: "Durch die Fürsprache des heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius befreie und bewahre Dich der Herr vor allem Übel des Halses und jedem anderen Übel."

Der historische Blasius war Bischof und wurde zur Zeit der römischen Christenverfolgung im Jahr 316 enthauptet.


09.-11. Februar: Hizir-Fasten

(alevitisch)

Die zweite Februarwoche wird von den Aleviten, einer in Anatolien des 13./14. Jahrhunderts entstandenen Religionsgemeinschaft, als "Woche des Hizir" gefeiert. Hizir ist der unsterbliche Schutzpatron und Heilige, den die Gläubigen in der Not anrufen, meist mit den Worten "Eile herbei, Hizir!" Ihm zu Ehren wird drei Tage lang, von Dienstag bis Donnerstag gefastet. Am letzten Abend der drei Fastentage, wird Kavut zubereitet, eine Speise aus Weizen und Wasser, die über Nacht ruht. Bevor sie schlafen gehen, wünschen sich die Familienmitglieder etwas Besonderes.

Die Aleviten glauben, dass Hizir über Nacht von diesen Speisen kostet oder darauf ein Zeichen hinterlässt und dann die Wünsche derjenigen in Erfüllung gehen lässt, die am nächsten Tag davon essen.


12. -14. Februar: Losar - Tibetisches Neujahr

Folklore-Künstler während einer Gala zum Tibetischen Neujahr in Lhasa.
Aufführung zum Tibetischen Neujahr in Lhasa. Bildrechte: imago/Xinhua

(buddhistisch)

Das Neujahrsfest ist das wichtigste tibetische Fest und wird auch von den vielen im Exil lebenden Tibetern gefeiert. Die Vorbereitungen beginnen vielerorts zwei bis fünf Tage zuvor: Während dieser Zeit putzen und schmücken die Gläubigen ihre Häuser, kleiden sich neu ein, begleichen Schulden und legen Streitigkeiten bei. Viele Tibeter nutzen die Zeit auch zur geistigen Reinigung, indem sie meditieren oder religiöse Texte lesen.

Während der eigentlichen Neujahrsfeierlichkeiten, die drei Tage lang dauern, beten die Tibeter, besuchen Freunde und Verwandte, singen, spielen, essen und trinken gemeinsam. Losar beginnt mit einem Familienfest, zu dem man gemeinsam am Familienaltar betet und Tee mit Yakbutter trinkt. Am zweiten Tag pilgern Gläubige mit Opfergaben in die Klöster, am dritten Tag wird gefeiert.


13. Februar: Beginn der drei gesegneten Monate (Radschab, Schaban und Ramadan)

(islamisch)

Gemeint sind damit der siebte, achte und neunte Monat des islamischen Mondkalenders: Diesen Monaten wir im Islam eine besondere Bedeutung beigemessen wird. Neben der Pflicht, im Ramadan zu fasten, empfahl der Prophet den Muslimen auch in den beiden vorhergehenden Monaten, enthaltsam zu leben.

Vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang darf im Ramadan nichts gegessen und getrunken werden. In der Hitze der südlichen Länder bedeutet das einen erheblichen Verzicht. Nur Alte, Kranke, Schwangere und Kinder sind vom Fasten befreit. Nach Sonnenuntergang hat das Fasten jeweils ein Ende und die Gläubigen können bis zum Sonnenaufgang essen und trinken.


14. Februar: Valentinstag                 

(römisch-katholisch)

Der 14. Februar ist in vielen Ländern ein Tag, an dem sich Verliebte kleine Geschenke machen. Hierzulande schenken sie sich meistens Blumen, in Finnland hingegen werden Karten verschickt, während sich Liebende in Japan mit Schokolade beschenken.

Ursprung dieser Traditionen ist Bischof Valentin von Terni. Der Geistliche lebte im dritten Jahrhundert n. Chr. und starb als Märtyrer, weil er gegen den Willen des damaligen Kaisers Claudius II. heimlich Verliebte traute, darunter zahlreiche römische Soldaten, denen die Heirat mit einer Christin per Gesetz verboten war. Bischof Valentin ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und wurde dafür am 14. Februar 269 auf Befehl des römischen Kaisers geköpft.


16. Februar: Vasant Panchami / Sarasvati Puja

Vasant Panchami, Sarasvati Puja, hinduistischer Feiertag
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(hinduistisch)

Vasant Panchami ist ein großes Fest zum Frühlingsbeginn und der höchste Feiertag für die Göttin Sarasvati. Das Fest feiern die Menschen mit unterschiedlichen Bräuchen, vor allem im Osten Indiens - zu Ehren von Sarasvati, der Göttin der Gelehrsamkeit, Weisheit, Musik und Kunst. In vielen Wohnhäusern aber auch öffentlichen Gebäuden und Plätzen werden Statuen, Bildnisse oder Altäre aufgestellt. Menschen bitten um Sarasvatis Segen.


17. Februar: Aschermittwoch

(christlich)

Am Aschermittwoch beginnt für katholische und evangelische Christen die vorösterliche Fastenzeit. Nach der Karnevals- und Faschingszeit, den närrischen Tagen verrückter Ausgelassenheit, kommt nun eine Zeit der Besinnung, des Verzichts und der Zeit, in der sich die Christen auf ihr höchstes Fest vorbereiten: das Fest der Auferstehung Jesu am Ostersonntag. Die Fastenzeit endet genau nach 40 Tagen zu Ostern. Die 40 Tage beziehen sich auf die Evangelien, in denen beschrieben wir, dass Jesus 40 Tage in die Wüste gegangen sein soll, um zu fasten und seinen Weg zu finden.

Der Name Aschermittwoch geht auf eine frühe Tradition der Kirche zurück: Damals wurden Menschen, die gesündigt hatten, zu Beginn der Fastenzeit in Bußgewänder gekleidet und mit Asche bestreut. Seit dem 10. Jahrhundert zeichnet ein Priester den Gläubigen zum Zeichen ihrer Reue ein Aschekreuz auf ihre Stirn.


18. Februar: Regaib Kandili - Nacht der Wünsche

(islamisch)

Die "Lailatu-l-Raghaib", "die Nacht der Empfängnis des Propheten Mohammed" oder die "Regaib Kandili", wie sie auf Türkisch heißt, wird auch die "Nacht der Wünsche" genannt. Der arabische Begriff "Raghaib" bedeutet "das Erwünschte", "das Ersehnte" und es heißt, dass Gott in dieser Nacht den Gläubigen Barmherzigkeit, Segen, Gnade und Wohltaten zuteil werden lässt.


22.-24. Februar: Ninive-Fasten

(syrisch-orthodox und koptisch-orthodox)

Dieser dreitägige Fastenbrauch der syrisch- und koptisch-orthodoxen Kirchen erinnert an Erzählungen über die Stadt Ninive aus der Bibel. Ihre Bewohner baten mit einer Fastenzeit Gott um Vergebung ihrer Sünden und retteten ihre Stadt so vor dem Untergang.


25.-26. Februar: Purim-Fest

(jüdisch)

Das jüdische Purim ist ein ausgelassenes Fest, das daran erinnert, wie Königin Esther das jüdische Volk einst vor dem Tod rettete. Die Juden lebten damals in der persischen Diaspora und Esther deckte eine Intrige eines persischen Ministers auf.

Die Rettung der Juden in Persien wird mit bunten Umzügen gefeiert. Kinder ziehen in Kostümen durch die Straßen. In Purimspielen werden biblische Geschichten dargestellt. Die Menschen treffen sich zu Festmahlen, beschenken sich und spenden für die Armen. Zu Purim ist es erlaubt, sich zu betrinken, denn im Buch Esther wird das Erinnerungsmahl als Trinkgelage geschildert. Kulinarische Spezialitäten sind "Hamantaschen" und "Kreppchen". Sie symbolisieren die Ohren des Bösewichts Haman, der als Minister den Perserkönig überreden wollte, die Juden zu ermorden.


26. Februar: Magha Puja

Wat Phra Dhammakaya Tempel am Makha Bucha Day oder Magha Puja Tag
Am Magha Puja treffen sich Möche zum gemeinsamen Gebet vor dem Wat Phra Dhammakaya Tempel in Bangkok. Bildrechte: imago/imagebroker

(buddhistisch)

Das buddhistische Magha Puja-Fest, auch Makabuscha oder Makha Bucha genannt, erinnert an ein spontanes Treffen von über 1.000 Mönchen. Die hatten unabhängig voneinander beschlossen, Buddha aufzusuchen. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist deshalb eine von Mönchen angeführte nächtliche Prozession, die dreimal um einen Tempel oder eine Buddha-Statue führt. Dabei tragen die Gläubigen drei Opfergaben: eine brennende Kerze, drei brennende Räucherstäbchen, einen Blumenkranz oder eine frische Blüte. Damit erinnern sie an die drei sogenannten Juwelen des Buddhismus: Buddha selbst, seine Lehren (Dharma) und die buddhistische Gemeinschaft (Sangha).