Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im Februar 2018

Kennen Sie Maha Shivaratri, die Nacht des Shiva? Wissen Sie, woher der Valentinstag kommt und dass der Februar nicht nur bei Christen der Fastenmonat ist? Wir erklären es Ihnen im Kalender für Februar 2018.


2. Februar: Darstellung des Herrn

(katholisch, orthodox)

Das Fest wird 40 Tage nach Weihnachten gefeiert und bildet den Abschluss der Weihnachtszeit. Maria war Jüdin – eine Frau, die ein Kind zur Welt gebracht hat, gilt bis zum vierzigsten Tag nach der Geburt als rituell unrein. Wobei man "unrein" nicht wörtlich nehmen sollte. Diese religiöse Regel beschützte die Frau vierzig Tage lang nach der Geburt auch davor, vom Mann zum ehelichen Beischlaf gezwungen zu werden.

Am vierzigsten Tag nach der Geburt gehen jüdische Frauen in die Mikwe, ein Ritualbad, um sich rein zu waschen. Maria pilgerte nach Jerusalem in den Tempel, um sich dort rituell zu reinigen. Währenddessen wurde der Neugeborene Jesus zu einem Priester gebracht und vor Gott "dargestellt". Im Tempel sollen Simeon und Hannah prophezeit haben, dass das Kind der Erlöser ist.   

Darstellung des Herrn im Tempel, Fresko von Thomas von Villach um 1470.
"Darstellung des Herrn im Tempel" auf einem Fresko von Thomas von Villach um 1470. Bildrechte: IMAGO

2. Februar: Mariä Lichtmess

(römisch-katholisch)

Mariä Lichtmess ist in traditionsbewussten christlichen Familien der Zeitpunkt, ihre Krippe abzubauen und ihren Weihnachtsbaum zu entsorgen. Denn mit Mariä Lichtmess oder "Mariä Reinigung", wie das Fest früher auch genannt wurde, endet 40 Tage nach Heilig Abend. Der Name "Mariä Lichtmess" bezieht sich auf Lichter-Prozessionen und dazugehörige Kerzenweihen an diesem Tag. Kaiser Justinian I. hatte sie erstmalig 542 für Byzanz angeordnet. Diese Tradition wurde von der römischen Kirche übernommen und wird noch heute zelebriert.



3. Februar: Blasiustag

(katholisch)

Die Licht- bzw. Kerzensymbolik des Lichtmesstages wird am 3. Februar, dem Blasiustag, fortgeführt. Am Gedenktag des Heiligen Blasius gibt es während einer Gottesdienstfeier den Blasiussegen. Dieser Segen soll besonders vor Halskrankheiten und Erkältungen bewahren. Der Priester, der den Segen spendet, hält zwei überkreuzte Kerzen vor den Gläubigen und spricht folgendes Segensgebet: "Durch die Fürsprache des heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius befreie und bewahre Dich der Herr vor allem Übel des Halses und jedem anderen Übel."

Der historische Blasius war Bischof und wurde zur Zeit der römischen Christenverfolgung im Jahr 316 enthauptet.


13. Februar: Maha Shivaratri - Die Nacht des Shiva

(hinduistisch)

In der Nacht des Shiva vermählte sich Shiva mit Parvati. Die Nacht des Shiva ist im Hinduismus ein wichtiger Feiertag, das Paar gilt als ideales Ehepaar. Viele Gläubige verbringen diese Nacht im Tempel und huldigen Shiva mit verschiedenen Ritualen. Es sind vor allem indische Bettelmönche, Sadhus, die Shiva verehren. Sie reiben ihre Stirn mit Asche ein, eines der Kennzeichen Shivas. Zum Fest laden sie auch andere Gläubige ein, sich Shiva hinzugeben.

Shiva ist die dritte Gottheit im Hinduismus. Nach Brahma, dem Erschaffer, und Vishnu, dem Erhalter, steht Shiva für Zerstörung und Neuschöpfung.

Sadhus oder heilige Männer sitzen nahe einem Feuer während Maha Shivaratri-Festivals an der Pashupatinath-Tempelprämisse in Kathmandu.
Sadhus oder heilige Männer sitzen nahe einem Feuer während Maha Shivaratri-Festivals an der Pashupatinath-Tempelprämisse in Kathmandu. Bildrechte: IMAGO

13. Februar: Hizir-Fasten

(alevitisch)

Die zweite Februarwoche wird von den Aleviten, einer im Anatolien des 13./14. Jahrhunderts entstandenen Religionsgemeinschaft, als "Woche des Hizir" gefeiert. Hizir ist der unsterbliche Schutzpatron und Heilige, den die Gläubigen in der Not anrufen. Ihm zu Ehren wird drei Tage lang gefastet. Am letzten Abend der drei Fastentage, wird Kavut zubereitet – eine Speise aus Weizen und Wasser, die über Nacht ruht. Bevor sie schlafen gehen, wünschen sich die Familienmitglieder etwas Besonderes.

Die Aleviten glauben, dass Hizir über Nacht von diesen Speisen kostet oder darauf ein Zeichen hinterlässt und dass die Wünsche derjenigen in Erfüllung gehen, die am nächsten Tag davon essen.


14. Februar: Valentinstag                 

(römisch-katholisch)

Der 14. Februar ist in vielen Ländern ein Tag, an dem sich Verliebte kleine Geschenke machen. Hierzulande schenken sich die meisten Blumen, in Finnland hingegen werden Karten verschickt, während sich Liebende in Japan mit Schokolade beschenken.

Ursprung all dieser Traditionen ist Bischof Valentin von Terni. Der Geistliche lebte im dritten Jahrhundert n. Chr. und starb als Märtyrer, weil er gegen den Willen des damaligen Kaisers Claudius II. heimlich Verliebte traute, darunter zahlreiche römische Soldaten, denen die Heirat mit einer Christin per Gesetz verboten war. Bischof Valentin ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und wurde dafür am 14. Februar 269 auf Befehl des römischen Kaisers geköpft.



14. Februar: Aschermittwoch

(christlich)

Am Aschermittwoch beginnt für katholische und evangelische Christen die vorösterliche Fastenzeit. Nach der Karnevals- und Faschingszeit - den närrischen Tagen verrückter Ausgelassenheit - beginnt damit eine Zeit der Besinnung und des Verzichts. Sie endet nach genau 40 Tagen zu Ostern, weil Jesus 40 Tage in die Wüste gegangen sein soll, um zu fasten und seinen Weg zu finden.



19. Februar: Beginn der vorösterlichen Fastenzeit - Triodion

(orthodox/altorientalisch)

Am zehnten Sonntag vor Ostern, beginnt in der orthodoxen Kirche das so genannte Triodion, eine dreiwöchige Vorfastenzeit, mit der sich die Gläubigen auf die eigentliche Fastenzeit vor Ostern vorbereiten.

Diese Vorfastenzeit ist verschiedenen Themen gewidmet, die sich aus den jeweiligen Sonntagen des Triodions ergeben. Der erste Sonntag thematisiert die richtige Art des christlichen Gebets, der zweite steht im Zeichen des Gleichnisses vom verlorenen Sohn. Der dritte Sonntag ist der Sonntag der Fleischentsagung, von dem an orthodoxe Gläubige für den Rest der Fastenzeit auf Fleisch verzichten. In der sich anschließenden sogenannte Butterwoche entsagen die Gläubigen dann auch der Butter und anderen Milchspeisen. Am darauffolgenden "Reinen Montag" schließlich beginnt die eigentliche Fastenzeit, mit der sich die Gläubigen auf die Feier des Todes und der Wiederauferstehung Jesus Christus vorbereiten.


25. Februar: Sonntag der Orthodoxie

An diesem Sonntag gedenken die orthodoxen Kirchen an den Sieg der Bilderverehrung im 8. Jahrhundert. Dieses Fest wird immer am ersten Sonntag des Triodion, der 50-tägigen vorösterlichen Fastenzeit, gefeiert. Er gilt als der "Triumph der Orthodoxie". In Deutschland wird dieser Gottesdienst von Vertretern der verschiedenen orthodoxen Kirchen gemeinsam gefeiert.

Zuletzt aktualisiert: 07. Februar 2018, 14:32 Uhr