Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im Januar 2021

Während wir das neue Jahr einläuten, feiert die russisch-orthodoxe Kirche Weihnachten. Hindus begrüßen im Januar das Winterende, steigen in den Ganges und heißen schließlich auch den Frühling willkommen.

Vasant Panchami, Sarasvati Puja, hinduistischer Feiertag
Bildrechte: imago/Hindustan Times

01. Januar: Neujahr

Der erste Januar ist Neujahr im Gregorianischen Kalender. Da nicht alle Kulturen und Religionen derselben Zeitrechnung folgen, gibt es im Laufe eines Jahres verschiedene Neujahrstage. Die dazugehörigen Wünsche und Bräuche sind aber in fast allen Kulturen gleich.

06. Januar: Heilige Drei Könige

(römisch-katholisch)

Am 06. Januar jedes Jahres feiern Christen die Ankunft der Heiligen Drei Könige im Stall zu Bethlehem. Der Überlieferung zufolge waren Caspar, Melchior und Balthasar drei Sterndeuter aus dem Morgenland, die einen neuen, hellen Stern am Himmel entdeckten. Weil sie vermuteten, dass der Stern ihnen die Geburt eines neuen Königs anzeigt, machten sie sich auf die Suche nach ihm. Als sie das Kind in der Krippe fanden, erkannten sie in dem Neugeborenen den König. Sie segneten ihn und beschenkten ihn mit Gold, Weihrauch und Myrrhe.

In Erinnerung an die Heiligen Drei Könige, ziehen jährlich um den 06. Januar herum Kinder und Jugendliche als die Heiligen Drei Könige verkleidet von Tür zu Tür. Die Sternsinger singen Lieder, segnen die Häuser der Gläubigen und sammeln Spenden für Bedürftige.

In einigen Bundesländern ist der 6. Januar gesetzlicher Feiertag. In vielen Gebieten ist der Begriff des Dreikönigsfestes oder des Dreikönigstags vorherrschend. Die liturgische korrekte Bezeichnung für den 06. Januar ist jedoch Fest der "Erscheinung des Herrn" (Epiphanias). Es wird als solches sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche gefeiert. In der evangelischen Kirche werden die Sonntage nach dem Dreikönigsfest als Sonntage nach Epiphanias gezählt. In der katholischen Kirche folgt auf das Fest der Erscheinung des Herrn das Fest der Taufe des Herrn, mit dem der Weihnachtsfestkreis endet.

06. - 08. Januar: Orthodoxe Weihnachten

(orthodox/altorientalisch)

In den orthodoxen Kirchen wird Weihnachten in der Nacht vom 06. auf den 07. Januar gefeiert, also 13 Tage nach dem Weihnachtsfest des westlichen Christentums. Hintergrund sind die verschiedenen Kalender, nach denen sich die Kirchen richten. Während die westliche Christenheit seit der Kalenderreform Papst Gregors im Jahr 1582 dem Gregorianischen Kalender folgt, gilt in den Ost-Kirchen der Julianische Kalender.

14. - 17. Januar: Pongal / Makar Sankranti

(hinduistisch)

Hindu Frauen stehen mit ihren Kleidern bis zu den Knien im Wasser.
Gläubige Hindus am Ganges. Bildrechte: imago images / Xinhua

Makar Sankranti feiern Hindus in Indien und Nepal den Übergang der Sonne in das Sternzeichen des Steinbocks. Nach alter Hindu-Tradition markiert die Sonnenwende einen segensreichen Zeitabschnitt. Da dieser Wechsel mit dem Ende des Winters und dem Abschluss der Ernte einhergeht, werden auch diese Ereignisse zu Makar Sankranti gefeiert. Die Ausprägung des Festes ist von Region zu Region verschieden. Während man sich in der Region Maharashtra Süßigkeiten aus dem Zucker des frischen Zuckerrohrs zu Makar Sankranti schenkt, pilgern in Westbengalen tausende Gläubige zur Gangesmündung, um zu einem astrologisch exakt bestimmten Zeitpunkt betend ins Wasser zu steigen.

27. Januar: Heiliger Sava

(orthodox)

Am 27. Januar ehren die orthodoxen Kirchen den Heiligen Sava (1175-1236), den ersten orthodoxen Erzbischof von Serbien. Sein Gedenktag im Julianischen Kalender ist der 14. Januar, der im Gregorianischen Kalender auf den der 27. Januar fällt. Der Sohn eines Großfürsten gilt als bedeutender Lehrer und Verfasser des ersten serbischen Gesetzbuches. Auf ihn geht die Gründung des serbischen Klosters Hilandar in Athos, der heutigen griechischen Mönchsrepublik, zurück, mit dem er der serbischen Kirche auf Dauer einen festen Platz innerhalb der Orthodoxie sichern sollte.

Kathedrale des Heiligen Sava in Belgrad
Kathedrale des Heiligen Sava in Belgrad. Bildrechte: IMAGO

Heute erinnert eine Kathedrale im Herzen Belgrads an den Heiligen Sava. Sie wurde an dem Ort errichtet, an dem vermutlich seine sterblichen Überreste Ende des 16. Jahrhundert verbrannt worden sind - eine Strafmaßnahme des osmanischen Großwesirs Sinan Pascha auf den serbischen Aufstand von 1593.

28. Januar: Tu BiSchwat – Neujahrsfest der Bäume

(jüdisch)

Am 4. Februar feiern die Juden Tu Bischwat, das Neujahrsfest der Bäume. Dabei gedenken sie der Natur, die aus dem Winterschlaf erwacht. In Israel wird das Neujahrsfest der Bäume vor allem mit Schulkindern gefeiert, die diesen Tag zum Anlass nehmen, neue Bäume zu pflanzen. Eine andere Tu Bischwat-Tradition ist es, die verschiedenen Früchte zu essen, mit denen Israel gesegnet ist, allen voran Oliven, Datteln, Trauben, Feigen und Granatäpfel.

30. Januar: Fest der Heiligen Drei Hierarchen

(griechisch-orthodox)

Die Heiligen Drei Hierarchen sind die Bischöfe und Kirchenlehrer Basilius der Große, Gregor der Theologe und Johannes Chrysostomos. Sie lebten und wirkten im vierten Jahrhundert. Ihr Verdienst ist es, das Christentum zu einer weltoffenen und humanen Glaubensgemeinschaft gemacht zu haben. Außerdem spielten sie eine entscheidende Rolle bei der Formung einer christlichen Theologie. Basilius der Große, Gregor der Theologe und Johannes Chrysostomos sind ökumenische Heilige und werden in der griechisch-orthodoxen Kirche als Vorbilder der Bildung und Gelehrsamkeit und Patrone der Wissenschaft und Schule verehrt.