Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im Januar 2018

Während wir das Neue Jahr einläuten, feiert die russisch-orthodoxe Kirche Weihnachten. Hindus begrüßen im Januar das Winterende und steigen in den Ganges. ...


1. Januar: Neujahr

Neujahr ist der erste Tag des Kalenderjahres. Da nicht alle Kulturen und Religionen derselben Zeitrechnung folgen, gibt es im Laufe eines Jahres verschiedene Neujahrstage. Die dazugehörigen Wünsche und Bräuche sind aber in fast allen Kulturen gleich.


6. Januar: Die Heiligen Drei Könige

Ausschnitt des Gemäldes Anbetung der Heiligen drei Könige vom Meister des Marienlebens (um 1465).
Ausschnitt des Gemäldes "Anbetung der Heiligen drei Könige" vom Meister des Marienlebens (um 1465). Bildrechte: dpa

(römisch-katholisch)

Am 6. Januar eines jeden Jahres feiern Christen die Ankunft der Heiligen drei Könige im Stall zu Bethlehem. Der Überlieferung zufolge waren Caspar, Melchior und Balthasar drei Sterndeuter aus dem Morgenland, die kurz nach der Geburt Jesus Christus' einen neuen hellen Stern am Himmel entdeckten. Weil sie vermuteten, dass der Stern ihnen die Geburt eines neuen Königs anzeigt, machten sie sich auf die Suche nach ihm. Als sie das Kind in der Krippe fanden, erkannten sie Jesus Christus in ihm. Sie segneten ihn und beschenkten ihn mit Gold, Weihrauch und Myrrhe.

In Erinnerung an die Heiligen drei Könige ziehen jährlich um den 6. Januar Kinder und Jugendlichen als Sternsinger durch Städte und Gemeinden. Als Caspar, Melchior und Balthasar verkleidet, singen sie Lieder, segnen die Häuser der Gläubigen und sammeln Spenden für Bedürftige auf der ganzen Welt.

In vielen Gebieten Deutschlands ist der Begriff des Dreikönigsfestes oder des Dreikönigstags vorherrschend. Die liturgische korrekte Bezeichnung für den 6. Januar ist jedoch Fest der "Erscheinung des Herrn" (Epiphanias). Es wird als solches sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche gefeiert. In der evangelischen Kirche werden die Sonntage nach dem Dreikönigsfest als Sonntage nach Epiphanias gezählt. In der katholischen Kirche folgt auf das Fest der Erscheinung des Herrn das Fest der Taufe des Herrn, mit dem der Weihnachtsfestkreis endet.


6./7. Januar: Weihnachten

(orthodox/altorientalisch)

In der russisch-orthodoxen Kirche findet Weihnachten in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar statt – 13 Tage nach dem Weihnachtsfest des westlichen Christentums. Hintergrund sind die verschiedenen Kalender, nach denen sich die Kirchen des Ostens und des Westens richten. Während die westliche Christenheit seit der Kalenderreform Papst Gregors im Jahr 1582 dem Gregorianischen Kalender folgt, gilt in den Ost-Kirchen der sogenannten Altkalendarier, der Julianische Kalender. Zu den Ost-Kirchen gehören unter anderen die russische, weißrussische, ukrainische, serbische, mazedonische, georgische und jerusalemitische Kirche, für deren kirchliche Feiertage nach wie vor der Julianischen Kalender gilt.


15. Januar: Pongal / Makar Sankranti

Hindu Frauen stehen mit ihren Kleidern bis zu den Knien im Wasser.
Gläubige Hindus am Ganges. Bildrechte: IMAGO

(hinduistisch)

Mit Makar Sankranti feiern Hindus in Indien und Nepal den Übergang der Sonne in das Sternzeichen des Steinbocks. Nach alter Hindu-Tradition markiert die Sonnenwende einen segensreichen Zeitabschnitt. Da dieser Wechsel mit dem Ende des Winters und dem Abschluss der Ernte einhergeht, werden auch diese Ereignisse zu Makar Sankranti gefeiert. Die Ausprägung des Festes ist von Region zu Region verschieden. Während man sich in der Region Maharashtra Süßigkeiten aus dem Zucker des frischen Zuckerrohrs zu Makar Sankranti schenkt, pilgern in Westbengalen tausende Gläubige zur Gangesmündung, um zu einem astrologisch exakt bestimmten Zeitpunkt betend ins Wasser zu steigen.


21. Januar /  Vasant Rangapancami/Sarasvati Puja

(hinduistisch)

Fest zum Frühlingsbeginn und der Beginn des Drachensteigens. Sarasvati ist die Göttin der Gelehrsamkeit, Weisheit, Musik und der Kunst.


27. Januar: Heiliger Sava

(orthodox)

Am 27. Januar ehren die orthodoxen Kirchen den Heiligen Sava (1175-1236), den ersten orthodoxen Erzbischof von Serbien. Sein Gedenktag im Julianischen Kalender ist der 14. Januar, der im Gregorianischen Kalender auf den der 27. Januar fällt. Der Sohn eines Großfürsten gilt als bedeutender Lehrer und Verfasser des ersten serbischen Gesetzbuches. Auf ihn geht die Gründung des serbischen Klosters Hilandar in Athos, der heutigen griechischen Mönchsrepublik, zurück, mit dem er der serbischen Kirche auf Dauer einen festen Platz innerhalb der Orthodoxie sichern sollte.

Heute erinnert eine Kathedrale im Herzen Belgrads an den Heiligen Sava. Sie wurde an dem Ort errichtet, an dem vermutlich seine sterblichen Überreste Ende des 16. Jahrhundert verbrannt worden sind - eine Strafmaßnahme des osmanischen Großwesirs Sinan Pascha auf den serbischen Aufstand von 1593.

Kathedrale des Heiligen Sava in Belgrad
Kathedrale des Heiligen Sava in Belgrad. Bildrechte: IMAGO

29.-31- Januar: Ninive Fasten

(altorientalisch)

Das Ninive-Fasten ist ein dreitägiger Brauch in der syrisch-orthodoxen Kirche, der an die Bewohner der Stadt Ninive erinnert. Der Überlieferung zufolge waren sie die ersten, die dieses Fasten begangen haben. Im vierten Jahrhundert baten sie damit um die Vergebung ihrer Sünden und um Barmherzigkeit. Die ursprüngliche Fastenzeit betrug sechs Tage und schloss große und kleine Menschen ebenso wie Tiere ein. Heute fasten die Gläubigen nur noch drei Tage üblicherweise bis zum Mittag oder Abend. Manche Gläubige verzichten während dieser Zeit auch auf jegliches Essen und Trinken. Erst nach der Eucharistiefeier am Ende des dritten Tages nehmen sie ein Fastenessen ein. Während des Ninive-Fastens ist es Brauch, ein bestimmtes Gebet mit einer bestimmten Melodie zu singen - dasselbe Gebet, das auch während der großen Fastenzeit gesungen wird, mit der sich die Gläubigen auf Ostern vorbereiten.


30. Januar: Fest der Heiligen Drei Hierarchen

(griechisch-orthodox)

Die Heiligen Drei Hierarchen sind die Bischöfe und Kirchenlehrer Basilius der Große, Gregor der Theologe und Johannes Chrysostomos. Sie lebten und wirkten im vierten Jahrhundert. Ihr Verdienst ist es, das Christentum zu einer weltoffenen und humanen Glaubensgemeinschaft gemacht zu haben. Außerdem spielten sie eine entscheidende Rolle bei der Formung einer christlichen Theologie. Basilius der Große, Gregor der Theologe und Johannes Chrysostomos sind ökumenische Heilige und werden in der griechisch-orthodoxen Kirche als Vorbilder der Bildung und Gelehrsamkeit und Patrone der Wissenschaft und Schule verehrt.


31. Januar: Tu Bischwat

(jüdisch)

Wörtlich heißt Tu Bischwat: fünfzehnter Tag des Monats Bischwat. Es ist das so genannte "Neujahr der Bäume". Es erinnert an die Natur, die aus dem Winterschlaf erwacht. In Israel pflanzen die Schulkinder an diesem Tag junge Bäume. Aber auch außerhalb Israels werden an Tu Bischwat von jüdischen Kindern Bäume gepflanzt. Zudem gibt es an diesem Tag auch ein kulinarisches Ritual: Es werden viele verschiedene frische Früchte gegessen.

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2018, 11:05 Uhr