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Bildrechte: imago/Hindustan Times

Interreligiöser KalenderReligiöse Feiertage im Januar 2022

Stand: 06. Januar 2022, 12:37 Uhr

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Aber welche Feste feiern wir und warum? Viele kennen die wichtigsten christlichen Feste, jüdischen und muslimischen Feste wie Ostern, Ramadan oder Chanukka. Doch die genaue Bedeutung bleibt hinter modernen Bräuchen oft verborgen. Wir wollen Sie monatlich über die wichtigsten religiösen Feiertage informieren. Los geht es im Januar mit den Heiligen Drei Königen.

01. Januar: Neujahr

Dem gregorianischen Kalender zufolge fällt Neujahr auf den ersten Januar. Da nicht alle Kulturen und Religionen derselben Zeitrechnung folgen, gibt es im Laufe eines Jahres verschiedene Neujahrstage. Die entsprechende Wünsche und Bräuche sind genau so bunt und unterschiedlich wie die Religionen und Kulturen.

06. Januar: Heilige Drei Könige

(römisch-katholisch)

Am 6. Januar feiern Christen die Ankunft der Heiligen Drei Könige im Stall zu Bethlehem. Der Überlieferung zufolge schenkten die Sterndeuter Caspar, Melchior und Balthasar dem neugeborenen Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe, nachdem sie von dessen Geburt durch einen hellen Stern am Himmel erfahren hatte. Aus dieser Geschichte entwickelte sich die Tradition der Sternsinger, die von Tür zu Tür ziehen und Segen spenden.

Heilige Drei Könige ist auch als Dreikönigsfest oder Dreikönigstag bekannt. Die liturgische korrekte Bezeichnung für den 6. Januar ist jedoch Fest der "Erscheinung des Herrn" (Epiphanias), das sowohl von der evangelischen wie auch der katholischen Kirche gefeiert wird. In der evangelischen Kirche werden die Sonntage nach dem Dreikönigsfest als "Sonntag nach Epiphanias" gezählt, in der katholischen Kirche endet der Weihnachtsfestkreis nach dem Fest "Taufe des Herrn", das immer am Sonntag nach dem Dreikönigsfest gefeiert wird.

In Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt ist das Gedenkfest ein gesetzlicher Feiertag.

Mehr zu den Heiligen Drei Königen

06. - 08. Januar: Orthodoxe Weihnachten

(orthodox/altorientalisch)

In den orthodoxen Kirchen wird Weihnachten in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar gefeiert, also 13 Tage nach dem Weihnachtsfest des westlichen Christentums. Hintergrund sind die verschiedenen Kalender, nach denen sich die Kirchen richten. Während die westliche Christenheit seit der Kalenderreform Papst Gregors im Jahr 1582 dem gregorianischen Kalender folgt, gilt in den orthodoxen Kirchen der julianische Kalender. Bis auf die griechisch-orthodoxe Kirche feiern die meisten orthodoxen Kirchen das Weihnachtsfest in der Nacht vom 7. auf den 8. Januar.

In Russland war es nach der Oktoberrevolution 1917 verboten, Weihnachten zu feiern. Die Bolschewisten verdrängten die christliche Tradition und verlegten viele weihnachtliche Feiertage auf Silvester. Der Weihnachtsbaum wurde kurzerhand zum Silvesterbaum, unter dem dann auch die Geschenke verteilt wurden. Dafür ist "Väterchen Frost" zuständig, der mit dem Schneeflöckchen "Snegurotschka" auf einer russischen Pferdetroika zu den Familien reist.

Weihnachten in Russland - Traditionelle Sänger in der Siedlung Reshma im Gebiet Iwanowo Bildrechte: IMAGO / ITAR-TASS

Nach dem Zerfall der Sowjetunion durfte das Weihnachtsfest in Russland wieder nach julianischem Kalender und christlicher Tradition gefeiert werden. Heute ist es weit verbreitet, sowohl am Neujahrsfest als auch an Weihnachten zu feiern. Vor dem Weihnachtsfest am 7. Januar wird in Russland eine 40-tägige Fastenzeit gehalten, um sich vor der Menschwerdung Christi innerlich zu reinigen. Am orthodoxen Heiligabend am 6. Januar wird komplett auf Nahrung verzichtet, bis der erste Stern am Himmel zu sehen ist. Danach zünden die Gläubigen eine Kerze an, die sie ans Fenster stellen. Dabei werden Lieder gesungen und gebetet.

Traditionell gibt es "Kutja" zu essen, eine Art süßer Brei mit Rosinen, Mohn, Honig, Zucker und Nüssen. Nach dem mehrstündigen abendlichen Weihnachtsgottesdienst, der meist in einer Lichterprozession endet, beginnt das eigentliche Weihnachtsfest. Manche Familien feiern mit dem Brauch, zwölf verschiedene Gerichte zu essen. Fleischlose Speisen oder Speisen mit Fisch sind aber auch üblich. Der 7. Januar ist häufig Familien- und Freundesbesuchen gewidmet.

13. Januar: Lohri

(hinduistisch)

Wenige Tage vor dem Fest "Makar Sankranti" wird im indischen Bundesstaat Punjab das Fest Lohri gefeiert. Das Fest gilt dem Übergang vom Winter in den Sommer. Familie und Freunde versammeln sich an einem Freudenfeuer und werfen Reis und Süßigkeiten ins Feuer. Dies ist eine Opfergabe an Agni, das Göttliche in Feuergestalt.

14. - 17. Januar: Pongal / Makar Sankranti

(hinduistisch)

Makar Sankranti ist ein hinduistisches Fest, das in verschiedenen Regionen Indiens und Nepal gefeiert wird. Dem hinduistischen Kalender, dem sogenannten Lunisolarkalender, zufolge wandert die Sonne am 14. oder 15. Januar in das Zeichen "Makara". Die Sonnenwende heißt "Sankranti" und kennzeichnet einen Segen bringenden Zeitabschnitt. Nicht nur der Wechsel vom Winter zum Sommer wird zelebriert, sondern auch der Abschluss der Ernte. In der Region Maharashtra ist es üblich, Zucker aus frischem Zuckerrohr zu verschenken. Im indischen Bundesstaat Westbengalen findet die berühmte Ganges-Wanderung statt: Tausende gläubige Hindus pilgern zum Ganges und steigen gemeinsam betend in das Wasser. 

27. Januar: Heiliger Sava

(orthodox)

Kathedrale des Heiligen Sava in Belgrad. Bildrechte: imago/BE&W

Am 27. Januar ehren die orthodoxen Kirchen den Heiligen Sava (1175-1236), den ersten orthodoxen Erzbischof von Serbien. Im julianischen Kalender fällt sein Gedenktag auf den 14. Januar, im gregorianischen Kalender auf den 27. Januar. Der Sohn eines Großfürsten gilt als bedeutender Lehrer und Verfasser des ersten serbischen Gesetzbuches. Auf ihn geht die Gründung des serbischen Klosters Hilandar in Athos, der heutigen griechischen Mönchsrepublik, zurück, mit dem er der serbischen Kirche auf Dauer einen festen Platz innerhalb der Orthodoxie sicherte.

27./28. Januar: Tu BiSchwat – Neujahrsfest der Bäume

(jüdisch)

Mit Tu BiSchwat wird im Judentum der Natur, die aus dem Winterschlaf erwacht, gedacht. In Israel pflanzen an diesem Tag Schulkinder häufig Bäume. Ein anderer Brauch ist, die verschiedenen Früchte zu essen, mit denen das Land Israel der Thora zufolge gesegnet ist: Weizen, Gerste, Weintrauben, Feigen, Granatäpfel, Oliven, Datteln und Honig.

30. Januar: Fest der Heiligen Drei Hierarchen

(griechisch-orthodox)

Ähnlich der Verehrung der Kirchenväter in den christlichen Kirchen wird in der griechisch-orthodoxen Kirche das Fest der Drei Hierarchien gefeiert. Die Drei Hierarchen sind die Bischöfe und Kirchenlehrer Basilius der Große, Gregor der Theologe und Johannes Chrysostomos. Sie sollen im 4. Jahrhundert gewirkt haben, indem sie dem Christentum zu einer weltoffeneren und humanen Glaubensrichtung verholfen haben sollen. Außerdem spielten sie eine wichtige Rolle in der Entstehung der christlichen Theologie. Basilius der Große, Gregor der Theologe und Johannes Chrysostomos werden als ökumenische Heilige verehrt und sind Patronen der Wissenschaft und der Schule, stehen also für Bildung und Gelehrsamkeit.

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Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | 06. Januar 2022 | 12:24 Uhr