Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im Juni 2021

Im Juni erleuchten Johannisfeuer die kurzen Nächte in der Zeit der Sommensonnenwende. Katholikinnen und Katholiken begehen Fronleichnam. Alevitinnen und Aleviten feiern das Gedenkfest für Abdal Musa. Eine Übersicht der religiösen Feiertage im Juni:

Ministranten, Pfarrer und Standartenträger laufen in einer Prozession zu Fronleichnam durch das Kirchenschiff der barocken Basilika zu Weingarten.
Ein Vikar trägt die Monstranz bei einer Fronleichnams-Prozession. Bildrechte: dpa

03. Juni: Fronleichnam

(römisch-katholisch)

Seit dem 13. Jahrhundert feiert die römische Kirche das "Fest des Leibes und Blutes Jesu Christi“.  Nach katholischem Verständnis wird Jesus Christus in der Heiligen Messe in Brot und Wein gegenwärtig. Die Bezeichnung "Fronleichnam" stammt aus der Entstehungszeit des Festes vor rund 750 Jahren. Sie leitet sich aus den mittelhochdeutschen Begriffen "Fron" für "Herr" "Lichnam", was den lebendigen Leib bezeichnet, ab.

Zu Fronleichnam finden Prozessionen statt. In diesen Prozessionen wird die Monstranz, ein der Sonnenscheibe nachgebildeter Strahlenkranz aus Edelmetall, singend und betend durch die Straßen getragen. In der Monstranz befindet sich das gewandelte Brot, die Hostie, in der Gott für die Gläubigen gegenwärtig ist. Der Prozessionsweg ist mit Blumen und Bildern, Fahnen und Kreuzen geschmückt. Fronleichnam wird am zweiten Donnerstag nach Pfingsten gefeiert. In Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland ist Fronleichnam ein gesetzlicher Feiertag.

06. - 07. Juni: Gedenkfest für Abdal Musa

(alevitisch)

Anfang Juni feiern Alevitinnen und Aleviten ein mehrtägiges Gedenkfest zu Ehren des Geistlichen Abdal Musa. Er hat das alevitische Gebetsritual erneuert. Abdal Musa lebte im 13./14. Jahrhundert in Persien, auf dem Gebiet des heutigen Irans. Einer Sage nach konnte er den Lauf des Wassers beeinflussen. So ließ er es im Sommer und im Winter von unterschiedlichen Seiten eines Berges herabfließen.

Den Höhepunkt des Fests ist ein Gottesdienst, der "Abdal Musa Cem". Dabei wird nicht nur gebetet, sondern auch gesungen und getanzt. Bei einer Cem-Zeremonie gibt es keine Sitzordnung getrennt nach Geschlechtern. Es ist es üblich, sich im Halbkreis zusammen zu setzen, sodass sich alle Anwesenden gegenseitig in die Augen schauen können.

24. Juni: Johannistag

(christlich)

In der Mitte des Jahres, am 24. Juni, feiert die Kirche die Geburt Johannes des Täufers. Die Bibel berichtet, dass der frühere Eremit Johannes im Alter von dreißig Jahren am Ufer des Jordans Menschen getauft und das Kommen des Messias angekündigt hat. Viele Juden ließen sich von ihm taufen. Unter den Täuflingen befand sich auch Jesus von Nazareth. Johannes erkannte in ihm den Messias, den Gesandten Gottes. Johannes starb als Märtyrer. Als er den Ehebruch des Königs Herodes Antipas öffentlich anprangerte, ließ dieser ihn enthaupten.

Vielerorts werden Johannisfeuer entzündet. Besonders ausgeprägt ist das Johannisbrauchtum im Oberharz. Dort werden zum Beispiel Fichten mit Wiesenblumen, Eierketten oder Kreppbändern geschmückt. Der Brauch der Feuer geht unter anderem auf die vorchristlichen Feiern der Sommersonnenwende zurück.

27. Juni: Siebenschläfer

29. Juni: Peter und Paul

(römisch-katholisch, griechisch-orthodox)

Die Apostel Petrus und Paulus stehen für die Verbindung von Gegensätzen in der Kirche. Petrus war ein einfacher Fischer aus dem Kernland Palästinas, Paulus ein gebildeter römischer Bürger. Petrus gilt als der Erste der Apostel, Paulus als der Letzte oder auch als der Fremde, da er erst in der nachösterlichen Zeit zum Kreis der Apostel stieß. Anfänglich war er ein unerbittlicher Gegner des Christentums, bis er sich bekehrte und zum leidenschaftlichen Verfechter der Lehre Jesu wurde.

Um das Jahr 67 nach Christus starben beide als Märtyrern. Kaiser Nero ließ Petrus kreuzigen, Paulus wurde enthauptet. Seit Mitte des dritten Jahrhunderts gedenken Christen am 29. Juni der frühen Märtyrer des Christentums. Nach dem julianischen Kalender feiern Orthodoxe das Peter und Paul-Fest am 12. Juli.