Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im November 2018

Christen gedenken an Allerheiligen, wie der Name schon sagt, ihrer Heiligen. Bahai zelebrieren die Geburt Bahá'u'lláhs, ihrem Religionsstifter. Auch Muslime feiern Geburtstag und zwar den ihres Propheten Mohammed.


1. November: Allerheiligen

(römisch-katholisch, orthodox)

Allerheiligen ist ein Hochfest der katholischen Kirche. Das Gedenken an die Heiligen hat aber auch in den Kirchen des Ostens Tradition. Hier wird der Feiertag am ersten Sonntag nach Pfingsten begangen. In den Westkirchen wird den Heiligen seit einer Festlegung Papst Gregors IV. im Jahr 835 jährlich am 1. November gedacht. Gesetzlicher Feiertag ist Allerheiligen aber nur in den mehrheitlich katholischen deutschen Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Der Tag wird traditionell im Stillen begangen. Weit verbreitet ist es, geflochtene und mit Hagelzucker bestreute Hefeteigzöpfe zu verschenken.


2. November: Allerseelen

(römisch-katholisch)

Am Tag nach Allerheiligen verbringen katholische Gläubige einen weiteren Tag im Gedenken an die Verstorbenen. Damit verbunden ist der Brauch der Gräbersegnung. Hierfür schmücken die Gläubigen die Gräber Verstorbener mit Kerzen oder Laternen. Ursprung dieses Feiertages ist die Abtei Cluny in Frankreich, wo er 998 von Abt Odilo eingeführt wurde. Diese Festlegung galt zunächst nur für die von Cluny unterstellten Klöster, verbreitete sich aber von dort aus in der gesamten katholischen Kirche. Da nach altem Volksglauben die Seelen der Verstorbenen zu Allerseelen vom Fegefeuer aufsteigen, um kurz zu ruhen, ist es in Süddeutschland und in Österreich Tradition, Verstorbenen Allerseelenbrote und -zöpfe auf die Gräber zu legen.

Leuchtende Grablichter auf einem Friedhof
Gedenken an die Verstorbenen: Leuchtende Grablichter auf einem Friedhof. Bildrechte: Colourbox.de

6. November: Diwali

(hinduistisch)

Indische Frauen tragen Wunderkerzen.
Indische Frauen feiern das FEst des Lichts, Diwali. Bildrechte: imago/Xinhua

Diwali ist das Lichterfest der Hindus und wird fünf Tage lang gefeiert. Wörtlich übersetzt heißt „Deepavali" „Reihe von Lichtern“. Rituale, Bräuche und Bedeutung des Festes sind je nach Ort und Region verschieden. Allen gemeinsam ist das Entzünden von Kerzen, elektrischen Lichtern und Feuerwerken. Es ist Brauch, kleine Öllampen aus Ton auf Mauern, Häusern und Tempeln sowie im Wasser zu entzünden. Schafft es eine Lampe zur anderen Seite des Flusses, ist das ein Symbol für Glück. Viele Hindus begrüßen so Lakshmi, die Göttin des Reichtums. Außerdem erzählen sich Hindus zu Diwali viele Geschichten über ihre Götter. Sie feiern, tanzen, musizieren und verteilen Geschenke.

Der vierte Tag von Diwali ist der Wichtigste. Er ist auch der erste Tag des neuen Jahres. In Nordindien geht Diwali auf den Tag zurück, an dem Gott Rama mit seiner Frau Sita und seinem Bruder Lakshmana nach 14-jährigem Exil im Dschungel in seine Hauptstadt Ayodhya zurückkam. Weil es dunkel war, entzündeten die Menschen Öllampen, um den Weg zu erhellen. In Südindien wird zu Diwali an Krishnas Sieg über einen Dämon und der Befreiung von sechzehntausend Frauen aus der Gefangenschaft des Dämons erinnert.   


9. November: Geburt des Báb

(Bahá'í)

Der Báb wurde am 20. Oktober 1819 im heutigen Iran geboren und gilt als Wegbereiter für Bahá'u'lláh, den Stifter der Religion der Bahai. Im Mai 1844 offenbarte er sich erstmals öffentlich als Gottgesandter. Er nannte sich fortan Báb (das "Tor") und begann, seine Botschaft unter die Menschen zu bringen. Darin forderte er mehr Rechte für Frauen, Bildung für alle, Toleranz, Nächstenliebe und geistige Erneuerung. Er gewann viele Anhänger. Dies missfiel der muslimischen Geistlichkeit. Anfang 1847 wurde der Báb deshalb verhaftet und drei Jahre später öffentlich hingerichtet. Seine sterblichen Überreste wurden später auf dem Berg Karmel in Haifa, im heutigen Israel, bestattet.


10. November: Geburt des Bahá'u'lláh

(Bahá'í)

Einen Tag nach der Feier des Geburtstags des Báb gedenken die Bahai der Geburt ihres Religionsstifters Bahá'u'lláh. Er wird von den Bahai als Gott verehrt und kam der Überlieferung nach 1817 in Teheran zur Welt. Bahá'u'lláh schloss sich frühzeitig der Bewegung des Báb an, die damals ganz Persien ergriff und der Religion der Bahai den Weg bereitete. Er war als Wohltäter und "Vater der Armen" bekannt. Da es in der Bahai-Religion keine festgelegten Rituale gibt, erinnern die Gläubigen mit zwanglosen Zusammenkünften an den Geburtstag ihres Religionsgründers. Auf eine kurze Andacht folgen meist verschiedene künstlerische Darbietungen wie Theaterstücke und Lesungen und ein gemeinsames Essen.


11. November: Sankt Martin

(römisch-katholisch)

Der Martinstag ist der Gedenktag des heiligen Martin von Tour. Er wird mit zahlreichen Bräuchen wie Lampionumzügen, Martinsgansessen und dem Martinssingen gefeiert. Die Geschichte um den Heiligen Martin, die bis heute erzählt wird und an den Helden aus Tours erinnert, soll im Jahr 334 im französischen Amiens passiert sein. Damals begegnete der junge Soldat Martin einem Bettler. Da dieser zu erfrieren drohte, teilte Martin seinen Mantel mit einem Schwert und gab die eine Hälfte dem Bettler. In der Nacht darauf erschien Jesus Christus Martin im Traum und gab sich als der Bettler zu erkennen. Daraufhin ließ sich Martin taufen. Er wurde Schüler des Bischofs von Portiers, gründete ein Kloster und wurde später selbst zum Bischof gewählt.

Eine Laterne mit der Darstellung des heiligen Martin von Tours leuchtet im dunkeln. Im Hintergrund brennt ein Feuer.
Die Laterne darf beim Sankt-Martins-Umzug nicht fehlen. Bildrechte: IMAGO

15. November: Beginn der vorweihnachtlichen Fastenzeit

(orthodox)

Die Fastenzeit dauert vierzig Tage. Orthodoxe Christen bereiten sich so auf die Geburt Christi vor. Im orthodoxen Kalender entspricht der Tag dem 28. November.


18. November: Volkstrauertag

Der Volkstrauertag ist seit den 1920er-Jahren ein staatlicher Gedenktag. Ursprünglich gedachte man der getöteten deutschen Soldaten im Ersten Weltkrieg. Heutzutage wird am Volkstrauertag an die Kriegstoten beider Weltkriege und an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Der Volkstrauertag liegt immer am Sonntag vor dem Totensonntag, also mitten im sogenannten Totenmonat November – zwischen den katholischen Gedenktagen Allerheiligen und Allerseelen am Monatsanfang und dem protestantischen Gedenktag Totensonntag am Monatsende.
Zu den Ritualen des Volkstrauertags gehören bundesweite Kranzniederlegungen und auch Gottesdienste. Die wichtigste Veranstaltung ist die zentrale Gedenkstunde des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge.


19. November: Geburtstag des Propheten Mohammed

(islamisch)

Mohammed wurde im Jahr 570 nach Christus geboren. Sein Geburtstag wird am 12. Tag des Monats Rabi-ul-Awwal (dritter Monat) nach dem islamischen Mondkalender gefeiert. Eigentlich gibt es für Muslime keine Vorschrift, den Geburtstag Mohammeds zu feiern, denn Geburtstage haben in der islamischen Welt keine große Bedeutung. Trotzdem ist dieser Tag für die meisten Gläubigen sehr wichtig und es gibt verschiedene Bräuche und Rituale. Mohammeds Geburtstag wird regional unterschiedlich gefeiert. Mit einem Lichterfest zelebriert man den Tag beispielsweise in Nordafrika und der Türkei. Die Häuser und Moscheen werden dann mit Licht geschmückt. In den Moscheen werden Gedichte über Mohammeds Leben vorgetragen.


21. November: Buß- und Bettag

(evangelisch)

Während die katholische Kirche seit Jahrhunderten feste Buß- und Bettage kennt, blickt die evangelische Kirche auf mehr als vierzig verschiedene Buß- und Bettage zurück. Sie wurden in Notzeiten angesetzt, um die Bevölkerung angesichts von Gefahren, Katastrophen und Missständen zum Gebet und zur Umkehr aufzurufen. 1893 wurde in Preußen ein einheitlicher Buß- und Bettag bestimmt und auf den Mittwoch vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr festgeschrieben. Er gilt als Tag der Gewissensprüfung, als Tag der Reue und der Hinwendung zu Gott. Bis auf Sachsen haben alle deutschen Bundesländer den Buß- und Bettag zur Finanzierung der Pflegeversicherung als gesetzlichen Feiertag abgeschafft.


25. November: Totensonntag/Christkönigsfest

(evangelisch, römisch-katholisch)

Am letzten Sonntag des Kirchenjahres feiern katholische Gläubige das "Hochfest unseres Herrn Jesus Christus, dem König des Weltalls". Damit ehren sie Christus als Herrn der Schöpfung. In der evangelischen Kirche hingegen wird am letzten Sonntag im Kirchenjahr der Toten gedacht. Der Totensonntag wurde 1816 von Friedrich Wilhelm III. von Preußen initiiert und ist in allen deutschen Bundesländern besonders geschützt. Vielerorts werden die Namen der Verstorbenen des vergangenen Kirchenjahres verlesen und deren Gräber besucht. Um die Perspektive des ewigen Lebens zu betonen, heißt der Totensonntag im offiziellen kirchlichen Sprachgebrauch "Ewigkeitssonntag".


30. November: Apostel Andreas

(römisch-katholisch, östlich-orthodox)

Der 30. November ist der Gedenktag des Apostels Andreas. Der Bruder des Simon Petrus gilt als erster von Jesus Christus zum Apostel Berufener und wirkte als Prediger u. a. in Kleinasien, Thrakien, Griechenland sowie in verschiedenen Donauländern. Andreas werden zahlreiche Wunder, Heilungen und Erweckungen zugeschrieben. In Patras etwa soll er die Frau des Statthalters Ägeas geheilt und zum Christentum bekehrt haben. Dafür wurde er von Ägeas gegeißelt und an ein X-förmiges Kreuz gebunden, an dem er am 30. November starb. Seitdem werden X-förmige Kreuze, wie sie weltweit an Bahnübergängen stehen, Andreaskreuze genannt.

Das Gedenken an Andreas ist mit zahlreichen Traditionen verbunden. Viele haben einen weissagenden Charakter. Heiratswillige Mädchen in der Schweiz etwa sollen in der Andreasnacht, der Nacht zum 30. November, ihren Zukünftigen im Spiegel entdecken können. Auch in Polen ist es Brauch, in der Andreasnacht in die Zukunft zu schauen. Hierfür wird Wachs in kaltes Wasser gegossen und anschließend gedeutet. Voraussagungen am Andreastag sind auch unter Bauern verbreitet. Mit Wetterregeln wie "Andreas, hell und klar, verspricht ein gutes Jahr" oder "Andreas' Schnee tut den Saaten weh" sagen sie das Wetter und damit die nächste Ernte vorher.

Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2018, 13:16 Uhr