Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im November 2020

Im November denken Christen besonders an ihre Verstorbenen – zwischen dem katholischen Allerheiligen und Allerseelen am Monatsanfang und dem protestantischen Totensonntag am Monatsende. Bei Lhabab Düchen erinnern Buddhisten an ihren Religionsstifter. Hindus feiern mit "Diwali" den Sieg des Lichts über die Dunkelheit. Außerdem beginnen schon Ende des Monats die Adventszeit und das neue Kirchenjahr.

Eine Laterne mit der Darstellung des heiligen Martin von Tours leuchtet im dunkeln. Im Hintergrund brennt ein Feuer.
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1. November: Allerheiligen

(römisch-katholisch, orthodox)

Allerheiligen ist ein Hochfest der katholischen Kirche. Das Gedenken an die Heiligen hat aber auch in den Kirchen des Ostens Tradition. Hier wird der Feiertag am ersten Sonntag nach Pfingsten begangen. In den Westkirchen wird den Heiligen seit einer Festlegung Papst Gregors IV. im Jahr 835 jährlich am 1. November gedacht. In Deutschland ist Allerheiligen gesetzlicher Feiertag in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

In Süddeutschland ist es verbreitet, geflochtene und mit Hagelzucker bestreute Hefeteigzöpfe zu verschenken.



2. November: Allerseelen

(römisch-katholisch)

Am Tag nach Allerheiligen verbringen katholische Gläubige einen weiteren Tag im Gedenken an die Verstorbenen. Damit verbunden ist der Brauch der Gräbersegnung. Die Gräber werden mit Lichtern und Blumen geschmückt. Ursprung dieses Feiertages ist die Abtei Cluny in Frankreich, wo er 998 von Abt Odilo eingeführt wurde. Diese Festlegung galt zunächst nur für die von Cluny unterstellten Klöster, verbreitete sich aber von dort aus in der römisch- katholischen Kirche. In Süddeutschland und in Österreich Tradition, Verstorbenen Allerseelenbrote und -zöpfe auf die Gräber zu legen.

Leuchtende Grablichter auf einem Friedhof
Gedenken an die Verstorbenen: Leuchtende Grablichter auf einem Friedhof. Bildrechte: Colourbox.de


7. November: Lhabab Düchen

(tibetisch-buddhistisch)

Lhabab Düchen ist einer von vier buddhistischen Feiertagen. An diesen Tagen erinnern sich die Gläubigen an herausragende Ereignisse aus dem Leben ihres Religionsstifters. Dazu gehört auch Buddhas Rückkehr aus dem Himmel. Dorthin war er aufgestiegen, um die Götter zu unterrichten und seine Mutter, die kurz nach seiner Geburt gestorben war und im "Himmel der 33 Götter" wiedergeboren wurde, zu befreien. Die Rückkehr aus dem Himmel gilt als eine der acht großen Taten Buddhas. Lhabab Düchen ist ein "zehn Millionen Multiplikator". Das heißt, die Buddhisten glauben, dass alle guten und schlechten Taten, an diesem Tag, eine zehnmillionenfache Wirkung haben.


11. November: Sankt Martin

(römisch-katholisch)

Der Martinstag ist der Gedenktag des heiligen Martin von Tour. Er wird mit zahlreichen Bräuchen wie Lampionumzügen, Gänsessen und dem Martinssingen gefeiert. Die Geschichte um den Heiligen Martin, die bis heute erzählt wird und an den Helden aus Tours erinnert, geht auf das Jahr 334 im französischen Amiens zurück. Damals begegnete der junge Soldat Martin einem Bettler. Da dieser zu erfrieren drohte, teilte Martin seinen Mantel mit einem Schwert und gab eine Hälfte dem Bettler. In der Nacht darauf erschien ihm Jesus im Traum und gab sich als der Bettler zu erkennen. Daraufhin ließ sich Martin taufen. Er wurde Schüler des Bischofs von Portiers, gründete ein Kloster und wurde später selbst zum Bischof geweiht.



12. November: Geburt Bahá'u'llahs

(Bahá'i)

Bahá'u'lláh ist der religiöse Ehrentitel von Mirza Husain-Ali Nuri, dem Gründer der Religion der Bahá'í. Er wird von den Bahá'í als Gott verehrt und kam der Überlieferung nach am 12. November 1817 in Teheran auf die Welt. Bahá'u'lláh schloss sich frühzeitig der Babi-Bewegung an, die damals ganz Persien ergriff und der Religion der Bahá'í den Weg bereitete. Er war als Wohltäter und "Vater der Armen" bekannt. Da es in der Bahá'í-Religion keine festgelegten Rituale gibt, erinnern die Gläubigen mit zwanglosen Zusammenkünften an den Geburtstag ihres Religionsgründers. Auf eine kurze Andacht folgen meist verschiedene künstlerische Darbietungen wie Tanz, Theaterstücke oder Lesungen und ein gemeinsames Essen.


15. November: Beginn der vorweihnachtlichen Fastenzeit

(orthodox)

Die vorweihnachtliche Fastenzeit dauert vierzig Tage. Orthodoxe Christen bereiten sich so auf die Geburt Jesu vor. Ursrünglich dauerte die Adventszeit auch in der westlichen Kirche 40 Tage, bis Papst Gregor um das Jahr 600 die Adventszeit auf vier Sonntage minimierte. Im orthodoxen Kalender entspricht der Tag dem 28. November.


15. November: Volkstrauertag

Der Volkstrauertag ist seit den 1920er-Jahren ein staatlicher Gedenktag. Ursprünglich gedachte man der getöteten deutschen Soldaten im Ersten Weltkrieg. Heutzutage wird am Volkstrauertag an die Kriegstoten beider Weltkriege und an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Der Volkstrauertag liegt immer am Sonntag vor dem Totensonntag, zwischen den katholischen Gedenktagen Allerheiligen und Allerseelen am Monatsanfang und dem protestantischen Gedenktag Totensonntag am Monatsende.
Zu den Ritualen des Volkstrauertags gehören bundesweite Kranzniederlegungen und auch Gottesdienste. Die wichtigste Veranstaltung ist die zentrale Gedenkstunde des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge.



15. November: Diwali

(hinduistisch)

Das mehrtägige Diwali-Fest ist eines der beliebtesten im Hinduismus und so etwas wie das indische Weihnachten. Diwali bedeutet übersetzt: "die Reihen der erleuchteten Lampen". Straßen, Geschäfte und Privathäuser werden an diesem Tag mit Öllampen geschmückt, die Nacht wird durch Feuerwerk zum Tag gemacht.

An Diwali wird nicht nur die äußere Welt erleuchtet, sondern auch die innere. Der Mensch soll sich erinnern, dass er ein göttlich erschaffenes Wesen ist. Es wird auch der Triumph des Lichts über die Dunkelheit, des Guten über das Böse, der Erkenntnis über die Unwissenheit gefeiert. Diwali steht für Neubeginn.


18. November: Buß- und Bettag

(evangelisch)

Während die katholische Kirche seit Jahrhunderten feste Buß- und Bettage kennt, blickt die evangelische Kirche auf mehr als vierzig verschiedene Buß- und Bettage zurück. Sie wurden in Notzeiten angesetzt, um die Bevölkerung angesichts von Gefahren, Katastrophen und Missständen zum Gebet und zur Umkehr aufzurufen. 1893 wurde in Preußen ein einheitlicher Buß- und Bettag bestimmt und auf den Mittwoch vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr festgeschrieben. Er gilt als Tag der Gewissensprüfung, als Tag der Reue und der Hinwendung zu Gott. Bis auf Sachsen haben alle deutschen Bundesländer den Buß- und Bettag zur Finanzierung der Pflegeversicherung als gesetzlichen Feiertag abgeschafft.



22. November: Totensonntag/Christkönigsfest

(evangelisch, römisch-katholisch)

Am letzten Sonntag des Kirchenjahres feiern katholische Gläubige das sogenannte "Christkönigsfest", das "Hochfest unseres Herrn Jesus Christus, dem König des Weltalls". Damit ehren sie Christus als Herrn der Schöpfung. In der evangelischen Kirche wird am letzten Sonntag im Kirchenjahr der Toten gedacht. Der Totensonntag wurde 1816 von Friedrich Wilhelm III. von Preußen initiiert und ist in allen deutschen Bundesländern besonders geschützt. Vielerorts werden die Namen der Verstorbenen des vergangenen Kirchenjahres verlesen und deren Gräber besucht. Um die Perspektive des ewigen Lebens zu betonen, heißt der Totensonntag im offiziellen kirchlichen Sprachgebrauch "Ewigkeitssonntag".



29. November: 1. Advent

(christlich)

Eine aufgeschlagenen Bibel liegt auf einem weihnachtlichenTisch mit Tanne , Tee und Äpfeln.
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Mit dem ersten Adventsonntag - in diesem Jahr der 29. November - beginnt ein neues Kirchenjahr und es beginnt die Adventszeit. Advent bedeutet "Ankunft" und meint Ankunft Gottes auf der Welt durch die Geburt seines Sohnes Jesus. Ursprünglich ist der Advent eine Buß- und Fastenzeit ähnlich wie die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern. In neuerer Zeit sind zahlreiche volkstümliche Bräuche wie das Basteln und Aufstellen von Adventskränzen, die Feier von St. Nikolaus und das Schneiden der St. Barbarazweige fester Bestandteil der Adventszeit geworden. Christen breiten sich darüber hinaus mit Roratemessen bei Kerzenschein, geistlicher Musik und anderen Bräuchen auf Weihnachten vor.


30. November: Apostel Andreas

(römisch-katholisch, östlich-orthodox)

Der 30. November ist der Gedenktag des Apostels Andreas. Der Bruder des Simon Petrus gilt als der erste von Jesus zum Apostel Berufene. Er war Prediger u. a. in Kleinasien, Thrakien, Griechenland sowie in verschiedenen Donauländern. Andreas werden zahlreiche Wunder, Heilungen und Erweckungen zugeschrieben. In Patras etwa soll er die Frau des Statthalters Ägeas geheilt und zum Christentum bekehrt haben. Dafür wurde er von Ägeas gegeißelt und an ein X-förmiges Kreuz gebunden, an dem er am 30. November starb. Seitdem werden X-förmige Kreuze, wie sie weltweit an Bahnübergängen stehen, Andreaskreuze genannt.

Das Gedenken an Andreas ist mit zahlreichen Traditionen verbunden. Viele haben einen weissagenden Charakter. Heiratswillige Mädchen in der Schweiz etwa sollen in der Andreasnacht, der Nacht zum 30. November, ihren Zukünftigen im Spiegel entdecken können. Auch in Polen ist es Brauch, in der Andreasnacht in die Zukunft zu schauen. Hierfür wird Wachs in kaltes Wasser gegossen und anschließend gedeutet.