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Ein Bauer mit bunt geschmückten Kühen auf dem Opferfest in Pakistan Bildrechte: imago/Xinhua

Höchstes Fest des Islam | 16.06. - 20.06.2024Was das Islamische Opferfest bedeutet

28. Mai 2024, 05:00 Uhr

Es ist die Geschichte von Ibrahim, der seinen Sohn opfern soll: Gott will so testen, ob Ibrahim ihm wirklich treu ist. Es gibt ein versöhnliches Ende. Gott hindert Ibrahim im letzten Augenblick daran, seinen Sohn Ismail zu töten. Ibrahim ist so dankbar und erleichtert, dass er Gott ein Tier opfert. Das islamische Opferfest gilt als das höchste islamische Fest. Es ist Höhepunkt der traditionellen Pilgerfahrt nach Mekka, der Hadsch.

Das islamische Opferfest beginnt im Jahr 2024 am Sonntag, den 16. Juni und endet vier Tage später, am Donnerstag, den 20. Juni.

Die Geschichte, die dem Opferfest zugrunde liegt, war und ist prägend für drei Weltreligionen: das Judentum, das Christentum und den Islam. Für den Propheten Mohammed war die Opfergeschichte so zentral, dass er die Gläubigen anwies, das Fest jedes Jahr zu feiern - und zwar 70 Tage nach Ramadan, nach dem Fastenbrechen.

Pilgerfahrt nach Mekka: Der Hadsch

Mit dem Opferfest in Verbindung steht die Pilgerfahrt nach Mekka: Der Hadsch gehört neben dem öffentlichen Glaubensbekenntnis, dem täglichen Gebet, dem Fasten im Monat Ramadan und der Unterstützung von Bedürftigen zu den fünf Säulen des Islam und findet einmal im Jahr im letzten Monat des islamischen Mondkalenders, dem Dhul-Hidscha statt.

Teilnehmen soll der, der es sich finanziell leisten kann und körperlich dazu in der Lage ist. Während des Hadsch kleiden sich männliche Pilger in zwei weiße, ungesäumte Tücher, Frauen müssen den Schleier ablegen. Im Anschluss laufen die Pilger in einem mehrtägigen Ritus verschiedene Orte ab und beten. Zunächst umrunden sie sieben mal gegen den Uhrzeigersinn die Kaaba, ein würfelförmiges Gebäude in Mekka.

Buße tun und Steinigung des Teufels

Muslimische Pilger umrunden während der Hadsch die Kaaba in Mekka. Bildrechte: picture alliance/dpa | --

Zur Hadsch gehört auch der Bußgang auf den "Gnadenhügel" am Berg Arafat rund 25 Kilometer von Mekka entfernt. Hier beten die Pilger vom Mittag bis zum Sonnenuntergang, lesen im Koran. Nach der Übernachtung in Muzdalifa - einer bei Mekka gelegene Ebene - findet in Mina (ein Tal bei Mekka) die symbolische Steinigung des Teufels statt. Mit Opfergaben erinnern die Muslime an die Bereitschaft Ibrahims, seinen Sohn Gott zu opfern.

Das Opferfest ist der Höhepunkt des Pilgermonats. Es ist das höchste Fest im Islam. Einem Ritus folgend werden dazu Tiere geschlachtet. Wohlhabenden Gläubigen kommt die Verantwortung zu, ein Drittel des Opfertieres an sozial und finanziell Bedürftige, ein weiteres Drittel an die Nachbarn und das letzte Drittel an die Familie zu geben. Zum Opferfest finden sich die Gläubigen in der Moschee zum Gebet ein. Danach werden Verwandte und Bekannte besucht, um gemeinsam zu essen, zu trinken und einander zu beschenken.

Im arabischen Raum heißt das Opferfest Eid ul-Adha oder Eid al-Adha, in der Türkei Kurban Bayrami.

Ist das Opferfest ein gesetzlicher Feiertag?

Obwohl von vielen muslimischen Verbänden gefordert, ist das Opferfest kein gesetzlicher Feiertag. Dennoch können Gläubige bei ihrem Arbeitgeber unbezahlten Urlaub beantragen. Für Schülerinnen und Schülern gilt: Deren Erziehungsberechtigte können bei Schulen den Antrag auf schulfrei stellen.

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