Interreligiöser Kalender

Lucas Cranach d.J. (Werkstatt): Auferstehung Christi mit Stiftern, 1562, Öl auf Lindenholz, 158x115,5 cm, Kunstmuseum Moritzburg Halle
Bildrechte: Punctum/Bertram Kober

Religiöse Feiertage im April 2019

Ostersonntag für Christen, Ridvan für Bahai und Miradsch für Muslime – das sind nur einige der wichtigsten Feiertage im April.

Lucas Cranach d.J. (Werkstatt): Auferstehung Christi mit Stiftern, 1562, Öl auf Lindenholz, 158x115,5 cm, Kunstmuseum Moritzburg Halle
Bildrechte: Punctum/Bertram Kober

2. April: Miradsch Kandili – Nacht der Himmelsreise

(islamisch)

Muslime feiern die Himmelsreise des Propheten Mohammed und damit eine der fünf heiligen Nächte des Islam. Der Überlieferung zufolge reiste Mohammed in dieser Nacht von Mekka nach Jerusalem. Dabei traf er Abraham, Moses und Jesus und betete gemeinsam mit ihnen. Am Ort des Treffens steht heute der Felsendom, eines der Heiligtümer der Muslime. Einer anderen Überlieferung zufolge stieg Mohammed in besagter Nacht mit einer Leiter in den siebenfach geschichteten Himmel hinauf. Dort traf er die anderen Propheten und anschließend Gott selbst.


8. April: Vesakh-Fest in Japan

(buddhistisch) Bild: Wesak Day Feier

Am 8. April feiern Buddhisten in Japan das Vesakh-Fest und damit das wichtigste aller buddhistischen Feste. Es erinnert an das Leben des historischen Buddhas, Siddhartha Gautama. Aus diesem Anlass schmücken die Gläubigen ihre Häuser und gehen in den Tempel. Dort versammeln sie sich, um gemeinsam zu beten, Predigten zu hören und für die Mönche und Novizen zu spenden.

Wesak Day Feier im Khanh Anh Tempel
Wesak Day Feier im Khanh Anh Tempel Bildrechte: IMAGO

Traditionell werden auch kleine Buddha-Statuen gebadet. Damit erinnern die Gläubigen an die Geburt des Siddharta, bei der neun himmlische Drachen klares Wasser über diesen ausgegossen haben. An diesem Tag achtet jeder Gläubige besonders auf die fünf Tugendregeln des Buddhismus: kein Lebewesen zu töten, nicht zu stehlen, enthaltsam zu sein, nicht zu lügen und keine berauschenden Mittel zu nehmen. Das Vesak-Fest außerhalb Japans feiern Buddhisten am 29. Mai.


13.-15. April: Songkran – Wasserfest / Thailändisches Neujahr

Eine Frau schaut lächelnd hinter einer Buddhastatue hervor
Buddha badet Bildrechte: IMAGO

(thai-buddhistisch)

Mit Songkran wird in Thailand der Beginn eines neuen Jahres gefeiert. Hierzu opfern die Gläubigen im Tempel Reis, Früchte und andere Speisen und "baden" die Buddha-Figuren und Tempelvorsteher vor Ort. Im Laufe der Geschichte haben sich diese rituellen Waschungen dahingehend entwickelt, dass sich zu Songkran alle Menschen gegenseitig aus Eimern, Flaschen oder Wasserpistolen mit Wasser übergießen.


17. April: Neujahrsfest Çarşema Sor

(jesidisch)

Das Neujahrsfest der Jesiden Çarşema Sor (Roter Mittwoch) wird am ersten Mittwoch im April nach julianischem Kalender gefeiert, der dem in Deutschland gültigen gregorianischen Kalender 13 Tage nachgeht. Beim Neujahrsfest wird der Engel Tausi Melek geehrt. Der Überlieferung nach stieg der Engel an dem Tag vom Himmel herab und bekam den Auftrag von Gott, die Erde zu schaffen. Zum Neujahrsfest schmücken die Jesiden ihre Hauseingänge mit Blumen und färben oder bemalen Hühnereier.


20./21. April: Nacht der Vergebung (Berat Kandili)

(islamisch)

In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai feiern muslimische Gläubige in diesem Jahr Berat Kandili - auch als Lailat al-Baraat bekannt - die Nacht der Vergebung. Dieser Feiertag wird besonders unter sunnitischen Muslimen begangen und verspricht den Segen Gottes. Der genaue Ursprung von Berat Kandili ist umstritten. Umso eindeutiger ist die Bedeutung, die die Gläubigen dieser heiligsten aller Nächte im Islam beimessen. Für sie ist sie der Quell der Erlösung und die Befreiung von Sünden und Verfehlungen.


21. April bis 2. Mai: Ridvan – Erklärung Baha'u'llahs

(Bahai)

Das Ridvan-Fest ist das größte und wichtigste Fest der Bahai. Es erinnert an die Verkündigung ihres Religionsgründers Baha'u'llah im Garten Ridvan in der Nähe von Bagdad, der von allen Religionen verheißene neue Gottesoffenbarer zu sein. Die Freude darüber wird seit 1863 jedes Jahr zwölf Tage lang gefeiert. In diesen Tagen freuen sich die Gläubigen über einen geistigen Neubeginn, der allen Menschen auf der Erde Frieden bringen soll. Höhepunkt ist das Ridvan-Fest am 29. April.


14. bis 20. April: Karwoche


14. April: Palmsonntag/Einzug Jesu in Jerusalem

(evangelisch, römisch-katholisch, altorientalisch)

Eröffnet wird die Karwoche mit dem Palmsonntag, der auch Palmtag genannt wird. Der Name erinnert an den Brauch, an diesem Tag Palmzweige zum Gottesdienst mitzunehmen. Dort wird die Leidensgeschichte Jesu vorgelesen. In der Liturgie (römisch-katholische sowie orthodoxe Kirche) steht die Segnung der Zweige im Mittelpunkt. Der Palmsonntag erinnert auch an die Geschichte in den Evangelien, die den Einzug Jesu in Jerusalem schildert: Die Menschen jubelten Jesus zu und streuten ihm grüne Zweige auf den Weg in die Stadt.


19. April: Karfreitag – die Kreuzigung von Jesus

(evangelisch, römisch-katholisch, altorientalisch)

Der Karfreitag ist der Überlieferung nach der Todestag Jesu. Er ist seit dem vierten Jahrhundert als Gedächtnistag an die Kreuzigung Jesu bezeugt. Für die evangelischen Christen ist der Karfreitag der höchste Feiertag im Jahr und wird häufig kirchenmusikalisch besonders ausgestaltet. Messen dürfen am Karfreitag und Karsamstag nicht gefeiert werden. An diesem Tag fanden der Prozess, die Hinrichtung und die Beerdigung von Jesus in Jerusalem statt. Pilatus, römischer Statthalter, sprach Jesus wahrscheinlich des Landfriedensbruchs für schuldig und verurteilte ihn zur Kreuzigung.


19. April Sederabend läutet das Pessach-Fest ein

(jüdisch)

Am Abend vor Pessach feiern viele jüdische Familien gemeinsam den Sederabend. Dann lesen die Familien gemeinsam die Geschichte vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten, singen und beten.

Die Geschichte vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten ist aufgeschrieben in einem speziellen Buch, der Haggada. Es gibt den Ablauf des gesamten Abends vor. Im Verlauf der Zeremonie gibt es besondere Speisen von der Sederplatte. Bei diesem Sedermahl hat jede Speise eine besondere Bedeutung und erinnert an ein Ereignis während der Sklaverei in Ägypten. Seder heißt Ordnung, weil sich der Ablauf der Feier  nach dieser Anleitung aus der Haggada richtet. Am Sederabend sollte jedes Familienmitglied eine eigene Haggada vor sich liegen haben.

Bei der Sederfeier beziehen viele jüdische Familien ihre Kinder in alle Dinge mit ein. Sie sollen viele Fragen stellen, damit sie mit der Geschichte ihres Volkes vertraut werden.


21. April: Ostersonntag – die Auferstehung Jesu

(christlich)

Der Ostersonntag ist für die Katholiken der wichtigste Tag der Osterfeiertage. An diesem Tag freut sich die christliche Gemeinschaft über die Auferstehung Jesu. Diese ist das Fundament des christlichen Glaubens. Sie wird als Sieg über den Tod gefeiert. Die Liturgie (röm.-kath./orthodox) besteht aus vier Teilen: Lichtfeier, Wortgottesdienst, Tauffeier und Eucharistiefeier.

Bereits die ersten Christen müssen eine Jahresfeier des Todes und der Auferstehung Jesu Christi gekannt haben. Die Feier beginnt in der Osternacht von Karsamstag auf Ostersonntag mit einem Gottesdienst. In diesem Gottesdienst wird an die Auferstehung Jesu erinnert. Dabei spielt die Osterkerze eine besondere Rolle. In ihr vereinen sich griechische, jüdische, römische und christliche Lichttradition. Symbolisch steht die Osterkerze für den Sieg Jesu über Tod und Sterben. Orthodoxe Christen feiern Ostersonntag am 28. April.


19. - 27. April: Pessach

(jüdisch)

Mitglieder der Glaubensgemeinschaft der Samaritaner beten am frühen Morgen anlässlich des Ende des Passahfestes auf dem Gipfel des Berges Gerizim
Mitglieder der Glaubensgemeinschaft der Samaritaner beten am frühen Morgen auf dem Gipfel des Berges Gerizim Bildrechte: dpa

Das jüdische Pessachfest, auch Fest der ungesäuerten Brote genannt, erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und wird acht Tage lang gefeiert. Während dieser Zeit ist es verboten, gesäuerte, das heißt gegorene, Getreideprodukte zu essen. Diese Tradition geht darauf zurück, dass die Israeliten vor ihrem Auszug aus Ägypten keine Zeit mehr hatten, einen Hefe- oder Sauerteig anzusetzen. Um die Wohnung von allem Gesäuerten zu befreien, findet vor Pessach ein gründlicher Hausputz statt.

Anschließend wird das Pessachmahl bereitet – ein Festmahl, zu dem besondere Speisen gehören, darunter drei ungesäuerte Brote, verschiedene Erdfrüchte, ein Gefäß mit Salzwasser, ein Mus aus geriebenen Äpfeln, Mandeln, Zimt und Wein, ein Knochen mit gebratenem Fleisch und ein gekochtes Ei. Auch ein symbolischer Nachtisch gehört zum Pessachmahl: Ein Stück ungesäuertes Brot, welches von den Kindern versteckt und vom Hausherrn mit einem kleinen Geschenk wieder ausgelöst wird.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 19. April 2019 | 17:30 Uhr