Interreligiöser Kalender

Lucas Cranach d.J. (Werkstatt): Auferstehung Christi mit Stiftern, 1562, Öl auf Lindenholz, 158x115,5 cm, Kunstmuseum Moritzburg Halle
Bildrechte: Punctum/Bertram Kober

Religiöse Feiertage im April 2018

Ostersonntag für Christen, Ridvan für Bahai und Miradsch für Muslime – das sind nur einige der wichtigsten Feiertage im April. In diesem Monat gibt es eine große Bandbreite religiöser Feiertage.

Lucas Cranach d.J. (Werkstatt): Auferstehung Christi mit Stiftern, 1562, Öl auf Lindenholz, 158x115,5 cm, Kunstmuseum Moritzburg Halle
Bildrechte: Punctum/Bertram Kober

1. April: Ostersonntag – die Auferstehung Jesu

(christlich)

Der Ostersonntag ist für die Katholiken der wichtigste Tag der Osterfeiertage. An diesem Tag freut sich die christliche Gemeinschaft über die Auferstehung Jesu. Diese ist das Fundament des christlichen Glaubens. Sie wird als Sieg über den Tod gefeiert. Die Liturgie (röm.-kath./orthodox) besteht aus vier Teilen: Lichtfeier, Wortgottesdienst, Tauffeier und Eucharistiefeier.

Bereits die ersten Christen müssen eine Jahresfeier des Todes und der Auferstehung Jesu Christi gekannt haben. Die Feier beginnt in der Osternacht von Karsamstag auf Ostersonntag mit einem Gottesdienst. In diesem Gottesdienst wird an die Auferstehung Jesu erinnert. Dabei spielt die Osterkerze eine besondere Rolle. In ihr vereinen sich griechische, jüdische, römische und christliche Lichttradition. Symbolisch steht die Osterkerze für den Sieg Jesu über Tod und Sterben. Orthodoxe Christen feiern Ostersonntag am 8. April.

Ablauf eines katholischen Gottesdienstes

Dem alten Brauch nach wird die Osterkerze zu Beginn der Osternachtfeier von Karsamstag auf Ostersonntag am geweihten Osterfeuer entzündet und in die vollkommen dunkle Kirche getragen, womit bezeugt werden soll, dass Jesus der Ursprung des Lebens ist und Licht in die Dunkelheit bringt. Diese Bedeutung wird durch das Absenken der Osterkerze ins Wasser bei der Weihung des Taufwassers und dem Entzünden der Taufkerzen an der Osterkerze verstärkt.

Im Wortgottesdienst sind mindestens fünf Lesungen aus der Bibel vorgesehen, darunter auch eine Auferstehungserzählung.

In der Tauffeier werden die Täuflinge in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen und verpflichten sich, nach christlichen Maßstäben zu leben.


2. April: Ostermontag – der letzte Feiertag der Karwoche

(christlich)

Auch am Ostermontag besucht die christliche Gemeinde den Gottesdienst. Der Tag steht ansonsten im Zeichen der Familie. Mittelpunkt ist das gemeinsame Familienmahl, bei dem das Osterlamm wiederum der Mittelpunkt des Ostertisches ist.

Entstanden ist das Osterlamm aus dem Ritual der Juden, zum Passahfest ein Lamm zu schlachten und zu verspeisen. Dabei wird das Lamm zum Gedenken an Gott geschlachtet. Mit seinem weißen Fell ist es auch ein Symbol für die Reinheit und die friedliche Lebensweise.


8. April: Vesakh-Fest in Japan

Wesak Day Feier im Khanh Anh Tempel
Wesak Day Feier im Khanh Anh Tempel Bildrechte: IMAGO

(buddhistisch) Bild: Wesak Day Feier

Am 8. April feiern Buddhisten in Japan das Vesakh-Fest und damit das wichtigste aller buddhistischen Feste. Es erinnert an das Leben des historischen Buddhas, Siddhartha Gautama. Aus diesem Anlass schmücken die Gläubigen ihre Häuser und gehen in den Tempel. Dort versammeln sie sich, um gemeinsam zu beten, Predigten zu hören und für die Mönche und Novizen zu spenden. Traditionell werden auch kleine Buddha-Statuen gebadet. Damit erinnern die Gläubigen an die Geburt des Siddharta, bei der neun himmlische Drachen klares Wasser über diesen ausgegossen haben. An diesem Tag achtet jeder Gläubige besonders auf die fünf Tugendregeln des Buddhismus: kein Lebewesen zu töten, nicht zu stehlen, enthaltsam zu sein, nicht zu lügen und keine berauschenden Mittel zu nehmen. Das Vesak-Fest außerhalb Japans feiern Buddhisten am 29. Mai.


9. April: Verkündigung des Herrn/Mariä Verkündigung

(römisch-katholisch) / (griechisch-orthodox)

Der Tag der Ankündigung der Geburt des Herrn wird in vielen christlichen Konfessionen gefeiert. Er erinnert an die Verheißung der Geburt Christi durch den Engelsboten Gabriel an Maria. Die römisch-katholische Kirche begeht den 25. März seit 1969 als Hochfest. Fallen der 25. März und einer der Osterfeiertage zusammen, wird das Fest der Verkündigung des Herrn allerdings, so wie in diesem Jahr, verschoben und zwar auf den zweiten Montag nach Ostern. In den orthodoxen Kirchen wird Mariä Verkündigung immer am 25. März und im Falle der Fälle mit einem anderen Feiertag zusammen begangen.

Die Christen nennen die Woche vor Ostern auch "Karwoche". Das Wort ist abgeleitet vom althochdeutschen Wort "kara" = Trauer, Klage. Die Karwoche beginnt am Palmsonntag und endet am Karsamstag. Die Christen denken in dieser Zeit an Leiden, Sterben und die Auferstehung Jesu. Die Osterzeit dauert fünfzig Tage bis zum Pfingstfest.


13. April: Songkran – Wasserfest / thailändisches Neujahr

(thai-buddhistisch)

Mit Songkran wird in Thailand der Beginn eines neuen Jahres gefeiert. Hierzu opfern die Gläubigen im Tempel Reis, Früchte und andere Speisen und "baden" die Buddha-Figuren und Tempelvorsteher vor Ort. Im Laufe der Geschichte haben sich diese rituellen Waschungen dahingehend entwickelt, dass sich zu Songkran alle Menschen gegenseitig aus Eimern, Flaschen oder Wasserpistolen mit Wasser übergießen.

Eine Frau schaut lächelnd hinter einer Buddhastatue hervor
Bildrechte: IMAGO

13. April: Miradsch Kandili – Nacht der Himmelsreise

(islamisch)

Muslime feiern die Himmelsreise des Propheten Mohammed und damit eine der fünf heiligen Nächte des Islam. Der Überlieferung zufolge reiste Mohammed in dieser Nacht von Mekka nach Jerusalem. Dabei traf er Abraham, Moses und Jesus und betete gemeinsam mit ihnen. Am Ort des Treffens steht heute der Felsendom, eines der Heiligtümer der Muslime. Einer anderen Überlieferung zufolge stieg Mohammed in besagter Nacht mit einer Leiter in den siebenfach geschichteten Himmel hinauf. Dort traf er die anderen Propheten und anschließend Gott selbst.


18. April: Neujahrsfest Çarşema Sor

(jesidisch)

Das Neujahrsfest der Jesiden Çarşema Sor (Roter Mittwoch) wird am ersten Mittwoch im April nach julianischem Kalender gefeiert, der dem in Deutschland gültigen gregorianischen Kalender 13 Tage nachgeht. Beim Neujahrsfest wird der Engel Tausi Melek geehrt. Der Überlieferung nach stieg der Engel an dem Tag vom Himmel herab und bekam den Auftrag von Gott, die Erde zu schaffen. Zum Neujahrsfest schmücken die Jesiden ihre Hauseingänge mit Blumen und färben oder bemalen Hühnereier.


21. April bis 2. Mai: Ridvan – Erklärung Baha'u'llahs

(Bahai)

Das Ridvan-Fest ist das größte und wichtigste Fest der Bahai. Es erinnert an die Verkündigung ihres Religionsgründers Baha'u'llah im Garten Ridvan in der Nähe von Bagdad, der von allen Religionen verheißene neue Gottesoffenbarer zu sein. Die Freude darüber wird seit 1863 jedes Jahr zwölf Tage lang gefeiert. In diesen Tagen freuen sich die Gläubigen über einen geistigen Neubeginn, der allen Menschen auf der Erde Frieden bringen soll. Höhepunkt ist das Ridvan-Fest am 29. April.


28. April: Nrsimha Caturdasi

(hinduistisch)

Beim traditionellen Sri Narasimha-caturdasi oder auch Nrsimha Caturdasi wird die Ankunft von Lord Nrsimhadeva, der Halb-Mensch-Halb-Löwen-Inkarnation Krishnas, einer hinduistischen Form des Göttlichen, gefeiert.


30. April: Nacht der Vergebung (Berat Kandili)

(islamisch)

In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai feiern muslimische Gläubige in diesem Jahr Berat Kandili - auch als Lailat al-Baraat bekannt - die Nacht der Vergebung. Dieser Feiertag wird besonders unter sunnitischen Muslimen begangen und verspricht den Segen Gottes. Der genaue Ursprung von Berat Kandili ist umstritten. Umso eindeutiger ist die Bedeutung, die die Gläubigen dieser heiligsten aller Nächte im Islam beimessen. Für sie ist sie der Quell der Erlösung und die Befreiung von Sünden und Verfehlungen.