Interreligiöser Kalender

Religiöse Feiertage im April 2020

Karwoche, Pessachfest und Ramadan: das sind nur einige der wichtigsten Feiertage im Monat April.

Thüringen, Heiligenstadt: Überlebensgroße Darstellungen, die das Leiden und Sterben Jesu Christi symbolisieren
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02. April: Rama Navami

(hinduistisch)

Mit dem Fest Rama Navami feiern Hindus die Geburt von Rama, einer Inkarnation des Gottes Vishnu. Der Überlieferung zufolge hat er einen zehnköpfigen Dämon besiegt und damit die Stadt Ayodhya gerettet. Zu Ramas Geburtstag werden seine Heldentaten gelesen und im Kreise der Familie besondere Speisen gekocht. In Südindien reicht man dazu Rannagam, ein süß-saures Getränk.

Rama Navami Prozession
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05. bis 13. April 2020: Karwoche

(christlich)

Ostern ist für viele ein Frühlingsfest mit Ostereiern, Osterhasen und Osterfeuer. Aber wissen Sie eigentlich noch, welchen religiösen Hintergrund die Oster- bzw. Karwoche hat?

08. April: Hanuman Jayanti – Geburtstag Hanumans

(hinduistisch)

Mit Hanuman Jayanti feiern Gläubige in ganz Indien die Geburt des Gottes Hanuman. Hanuman zählt zu den populärsten Göttern im Hinduismus und gilt als treuer Helfer des Gottes Rama. Der Überlieferung zufolge besitzt er magische Kräfte: Er ist schnell wie der Wind, so kraftvoll, dass er Berge und Wolken auseinanderreißen kann und in der Lage, zu fliegen und seine Gestalt zu verändern. In Darstellungen trägt Hanuman meist die Gestalt eines Affen, weshalb Affen in indischen Tempeln oft Narrenfreiheit haben. Besonders die im Himalaya lebenden Hanuman-Languren werden als Inkarnation Hanumans angesehen und das ganze Jahr über verehrt.

Den Geburtstag des Gottes begehen viele Gläubige mit einem heiligen Bad. Anschließen besuchen sie einen Tempel. Sie bestreichen sein Bildnis mit roter Farbe und schmücken es mit Blüten. Dabei singen sie seine Hymne, die so genannte Hanuman Chalisa, und lesen sich Geschichten aus dem Leben Hanumans vor.

Hanuman Jayanti
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08. April: Sederabend läutet das Pessach-Fest ein

(jüdisch)

Am Abend vor Pessach feiern viele jüdische Familien gemeinsam den Sederabend. Dann lesen die Familien gemeinsam die Geschichte vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten, singen und beten.

Die Geschichte vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten ist aufgeschrieben in einem speziellen Buch, der Haggada. Sie gibt den Ablauf des gesamten Abends vor. Im Verlauf der Zeremonie gibt es besondere Speisen von der Sederplatte. Bei diesem Sedermahl hat jede Speise eine besondere Bedeutung und erinnert an ein Ereignis während der Sklaverei in Ägypten. Seder heißt Ordnung, weil sich der Ablauf der Feier  nach dieser Anleitung aus der Haggada richtet. Am Sederabend sollte jedes Familienmitglied eine eigene Haggada vor sich liegen haben.

Bei der Sederfeier beziehen viele jüdische Familien ihre Kinder in alle Dinge mit ein. Sie sollen viele Fragen stellen, damit sie mit der Geschichte ihres Volkes vertraut werden.

09. bis 16. April: Pessach

Ungesäuertes Brot
Ungesäuertes Brot Bildrechte: Colourbox.de

(jüdisch)

Das jüdische Pessachfest, auch Fest der ungesäuerten Brote genannt, erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und wird acht Tage lang gefeiert. Während dieser Zeit ist es verboten, gesäuerte, das heißt gegorene, Getreideprodukte zu essen. Diese Tradition geht darauf zurück, dass die Israeliten vor ihrem Auszug aus Ägypten keine Zeit mehr hatten, einen Hefe- oder Sauerteig anzusetzen. Um die Wohnung von allem Gesäuerten zu befreien, findet vor Pessach ein gründlicher Hausputz statt.

Anschließend wird das Pessachmahl bereitet – ein Festmahl, zu dem besondere Speisen gehören, darunter drei ungesäuerte Brote, verschiedene Erdfrüchte, ein Gefäß mit Salzwasser, ein Mus aus geriebenen Äpfeln, Mandeln, Zimt und Wein, ein Knochen mit gebratenem Fleisch und ein gekochtes Ei. Auch ein symbolischer Nachtisch gehört zum Pessachmahl: Ein Stück ungesäuertes Brot, welches von den Kindern versteckt und vom Hausherrn mit einem kleinen Geschenk wieder ausgelöst wird.

13. April: Songkran – Wasserfest / thailändisches Neujahr

(thai-buddhistisch)

Mit Songkran wird in Thailand der Beginn eines neuen Jahres gefeiert. Hierzu opfern die Gläubigen im Tempel Reis, Früchte und andere Speisen und "baden" die Buddha-Figuren und Tempelvorsteher vor Ort. Im Laufe der Geschichte haben sich diese rituellen Waschungen dahingehend entwickelt, dass sich zu Songkran alle Menschen gegenseitig aus Eimern, Flaschen oder Wasserpistolen mit Wasser übergießen.

Eine Frau schaut lächelnd hinter einer Buddhastatue hervor
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20. April bis 01. Mai: Ridvan – Erklärung Baha'u'llahs

(Bahai)

Das Ridvan-Fest ist das größte und wichtigste Fest der Bahai. Es erinnert an die Verkündigung ihres Religionsgründers Baha'u'llah im Garten Ridvan in der Nähe von Bagdad, der von allen Religionen verheißene neue Gottesoffenbarer zu sein. Die Freude darüber wird seit 1863 jedes Jahr zwölf Tage lang gefeiert. In diesen Tagen freuen sich die Gläubigen über einen geistigen Neubeginn, der allen Menschen auf der Erde Frieden bringen soll. Höhepunkt ist das Ridvan-Fest am 28. April.

Über einen Bahai berichtet auch: Glaubwürdig | MDR FERNSEHEN | 08.04.2017 | 18:45 Uhr

24.April: Beginn des Ramadan

(islamisch)

Am 24. April beginnt in diesem Jahr der muslimische Fastenmonat Ramadan. Gläubige Muslime in der ganzen Welt fasten dann 30 Tage lang. Erst nach Sonnenuntergang wird das Fasten unterbrochen. Dann treffen sich Muslime zu einem gemeinsamen Nachtmahl und zum Gebet. Am späten Abend beten die Muslime das Tarawih-Gebet, ein spezielles Ramadan-Gebet. Oft versammeln sie sich hierfür in der Moschee. Diejenigen, die nicht in die Moschee kommen können, beten das Tarawih-Gebet zu Hause.

Muslime beeten zum Fest des Fastenbrechens vor der Moskauer Kathedralmoschee.
Muslime beten zum Fest des Fastenbrechens vor der Moskauer Kathedralmoschee Bildrechte: imago images / Russian Look

Da sich der Islam am nur 354 Tage langen Mondkalender orientiert, fällt der Ramadan in jedem Jahr auf ein anderes Datum. Der Ramadan 2020 beginnt am 24. April und endet am Abend des 26. Mai. Das wird mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens vom 24. bis 26. Mai 2020 begangen. Dieses Fest ist nach dem muslimischen Opferfest der höchste islamische Feiertag.