Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im August 2020

Zu Mariä Himmelfahrt segnen Christen nach altem Brauch Kräuter. Hindus feiern den Geburtstag des Gottes Krishna. Und im Islam endet der Pilgermonat Dhul-Hidscha und man begeht das Opferfest.


22. Juli - 19. August: Dhul-Hidscha                   

(islamisch)

Muslimische Pilger beten während der Hadsch am Heiligtum Kaaba in der großen Moschee in Mekka
Muslimische Pilger beten während der Hadsch am Heiligtum Kaaba in der großen Moschee in Mekka Bildrechte: dpa

Dhul-Hidscha ist der Pilgermonat der Muslime und der letzte Monat im islamischen Mondkalender. Die Pilgerreise nach Mekka heißt Hadsch. Mindestens einmal im Leben sollen Muslime nach Mekka reisen – und so treten tausende Muslime aus allen Ländern der Welt im Monat Dhul-Hidscha diese Reise an. Die Stadt Mekka liegt in Saudi-Arabien. Dort steht die Kaaba. Kaaba bedeutet Würfel. Muslime glauben, dass Abraham die Kaaba gemeinsam mit seinem Sohn Ismail als Haus für Allah gebaut hat. Deshalb fühlen sich die Gläubigen Allah an diesem Ort besonders nahe. Was in der Kaaba ist – darüber kann nur spekuliert werden, denn Nichtmuslimen ist es verboten, diesen Ort zu betreten. Die Pilgerreise nach Mekka ist eine der fünf Säulen des Islam.


31. Juli - 3. August: Opferfest

(islamisch)

Das Opferfest ist das höchste islamische Fest. Es wird vier Tage lang gefeiert und ist Höhepunkt der traditionellen Pilgerfahrt nach Mekka, der Hadsch. Das Fest erinnert an Ibrahim (Abraham), der der Überlieferung nach, Allah seinen Sohn Ismail opfern wollte. Allah gebot ihm Einhalt, Vater und Sohn opferten ihm daraufhin einen Widder.

Muslime, die es sich leisten können schlachten zum Opferfest ein Tier. Wohlhabenden Gläubigen kommt die Verantwortung zu, ein Drittel des Geopferten an sozial und finanziell Bedürftige, ein weiteres Drittel an die Nachbarn und das letzte Drittel an die Familie zu geben. Die Gläubigen treffen sich zum Gebet in der Moschee. Danach werden Verwandte und Bekannte besucht, um gemeinsam zu essen, zu trinken und einander zu beschenken.


3. August: Raksha Bandhan - Fest der Brüderlichkeit und Liebe

(hindustisch)

Rakhi mit einem Moskito an einem Handgelenk
Ein indisches Mädchen zeigt ihre Rakhi mit einem Moskito. Bildrechte: dpa

Raksha Bandhan ist ein wichtiges Fest für Hindus. Es wird an einem Tag mit einer Vollmondnacht gefeiert. Mädchen und Frauen knüpfen für ihre Brüder oder nahestehende männliche Verwandte ein Armband aus Baumwolle oder Seide, ein sogenanntes Rakhi. Die Männer überreichen den Frauen im Gegenzug dafür ein kleines Geschenk und versprechen ihnen ihren Beistand.

Mancherorts haben indische Mädchen und Frauen sogar das Recht, sich mit einen, von ihnen selbst gewählten Jungen oder Mann auf diese Weise zu verbinden. Da das Band Reinheit symbolisiert, schließt die Rakhi-Beziehung ein Liebesverhältnis aus. Frauen setzen es deshalb noch heute ein, wenn sie nicht möchten, dass sich aus einer Freundschaft eine Liebesbeziehung entwickelt. 


11. August: Krishna Jayanti - Geburtstag Krishnas

(hinduistisch)

Krishna Jayanti ist das Fest der Geburt des Gottes Krishna. Dieses Fest beginnt für Hindus mit einem Fastentag. Das Fasten endet um Mitternacht – genau zu der Zeit, zu der Krishna der Überlieferung nach zur Welt gekommen sein soll. Zu Krishna Jayanti ist es Brauch, Tempel und Häuser mit Blumen zu schmücken und vor die Abbilder Krishnas Süßigkeiten zu legen. Einer anderen Tradition folgend werden vielerorts die Spuren Krishnas sichtbar gemacht. Dafür bestreichen die Hindus die Füße eines Kindes mit Wasser und Mehl und lassen es den Weg vom Eingang eines Hauses zum Meditationsraum laufen.


13. - 15. August: Japanisches Obon-Fest

(japanisch-buddhistisch)

Mit dem Obon-Fest ehren japanische Buddhisten ihre Verstorbenen, die, einer japanischen Überlieferung zufolge, einmal jährlich aus dem Jenseits zurückkommen, um ihre lebenden Verwandten, Freunde und Bekannten zu besuchen. Obon dauert mehrere Tage und ist eines der größten Feste Japans - ein Fest, bei dem Feuer eine besondere Rolle spielt: Mit Feuer in Form von Räucherstäbchen werden die Toten zu Beginn des Festes begrüßt und mit einem Feuerwerk am Ende des Festes zurück ins Jenseits geleitet.

Obon in Japan
Bildrechte: dpa

15. August: Mariä Himmelfahrt

(römisch-katholisch, griechisch-orthodox)

Das Hochfest Mariä Himmelfahrt ist das älteste bekannte Marienfest der katholischen Kirche. Es wurde erstmals im fünften Jahrhundert gefeiert und erinnert an die Aufnahme der Mutter Gottes in den Himmel unmittelbar nach ihrem Tod. Der Glaube an ihre Himmelfahrt ist seit dem sechsten Jahrhundert bezeugt. Seit 1950 gehört er zu den sogenannten Glaubens-Dogmen der römisch-katholischen Kirche.

Alten Traditionen folgend finden zu Mariä Himmelfahrt vielerorts Kräutersegnungen statt. Dabei werden mitgebrachte Kräuter und Blumen von einem Priester geweiht. Dieser Brauch ist besonders in ländlichen Gegenden verbreitet. Griechisch-orthodoxe Gläubige feiern Mariä Himmelfahrt als Fest der Entschlafung der Gottesmutter am 22. August.


16. - 18. August: Gedenktag Haci Bektas Veli

(alevitisch)

Am 16. August gedenken alevitische Gläubige Haci Bektas Veli, einem Geistlichen aus dem 13. Jahrhundert, der als Gründer des anatolischen Alevitentums gilt. Die Aleviten verehren ihn deshalb als ihren wichtigsten Heiligen und feiern ihm zu Ehren ein großes Fest.

Fester Bestandteil dieses Festes sind die als tanzende Derwische bekannten Männer und Frauen. Von mystischen Liedern begleitet drehen sie sich immer schneller, ähnlich wie Sonne und Mond umeinander kreisen. Der Tanz symbolisiert die Annäherung des Menschen an Gott. Besonders groß wird der Gedenktag Haci Bektas Veli in der türkischen Stadt Hacıbektaş gefeiert. Hier kommen die Aleviten zu Vorträgen, Konzerten und verschiedenen religiösen Zeremonien zusammen.


20. August: Beginn Muharrem-Fasten

(alevitisch)

Während der zwölftägigen Fastenzeit erinnern sich die alevitischen Gläubigen an die zwölf Imame, die nach ihrem Verständnis die rechtmäßigen Nachfolger des Propheten Mohammed sind. Besonders verehrt wird Imam Hussein. Hussein war um 680 n. Chr. Anführer eines Aufstandes gegen die Kalifenlinie. Der Aufstand wurde jedoch niedergeschlagen und Hussein in der Schlacht von Kerbela von den Truppen des Kalifen getötet. Da Hussein und sein Gefolge während der Schlacht tagelang in der Wüste zu Kerbela Durst leiden mussten, gedenken die Aleviten seiner mit Fasten. 

Im Anschluss an das zwölftägige Muharrem-Fasten feiern die Aleviten ein großes Fest. Sie kochen eine süße Suppe (Aschure) und verteilen diese als Symbol der Dankbarkeit an Verwandte, Bekannte und Nachbarn. Die Zahl Zwölf spielt eine wichtige Rolle: Die Suppe besteht aus zwölf Zutaten, die zwölf Fastentage erinnern an das Leid der heiligen zwölf Imame.


28. August: Entschlafung der Gottesmutter

(griechisch – orthodox)

siehe 15. August