Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im August 2018

Zu Mariä Himmelfahrt segnen Christen nach altem Brauch Kräuter. Hindus feiern Geburtstag. Aleviten ehren mit Derwischtänzen ihren Ordensgründer.


6. August: Verklärung des Herrn

(römisch-katholisch, griechisch-orthodox)

Das Fest der Verklärung des Herrn erinnert an eine Begebenheit aus der Bibel, in der Jesus mit einigen seiner Jünger auf den Berg Tabor östlich von Nazareth steigt. Dort erleben die Jünger die Verwandlung Jesu und bekommen so einen Ausblick auf das Leben nach dem Tod. Die Bedeutung des Festes spielt in den Westkirchen eine weitaus kleinere Rolle als in den Ostkirchen. Dort wird es seit dem fünften Jahrhundert als Metamorphose begangen. In der römischen Kirche dagegen feiert man das Fest der Verklärung des Herrn erst seit dem Mittelalter. Dabei ist es Brauch, Trauben und andere Früchte zu segnen und neuen Wein zu verwenden. In der griechisch-orthodoxen Kirche wird das Fest der Verklärung des Herrn am 19. August gefeiert.


13. - 15. August: Obon-Festival der Seelen

(japanisch-buddhistisch)

Mit dem Obon-Fest ehren japanische Buddhisten ihre Verstorbenen, die, der Überlieferung zufolge, einmal jährlich aus dem Jenseits zurückkommen, um ihre lebenden Verwandten, Freunde und Bekannten zu besuchen. Obon dauert mehrere Tage und ist eines der größten Feste Japans - ein Fest, bei dem Feuer eine besondere Rolle spielt: Mit Feuer in Form von Räucherstäbchen werden die Toten zu Beginn des Festes begrüßt und mit einem Feuerwerk am Ende des Festes zurück ins Jenseits geleitet.

Obon in Japan
Bildrechte: dpa

15. August: Krishna Jayanti - Geburtstag Krishnas

(hinduistisch)

Krishna Jayanti ist das Fest der Geburt des Gottes Krishna. Dieses Fest begehen Hindus traditionell mit einem Fastentag. Dieser endet exakt um Mitternacht – genau zu der Zeit, zu der Krishna der Überlieferung nach zur Welt gekommen ist. Zu Krishna Jayanti ist es außerdem Brauch, Tempel und Häuser mit Blumen zu schmücken und den Abbildern Krishnas Süßigkeiten darzubringen. Einer anderen Tradition folgend werden vielerorts die Spuren Krishnas sichtbar gemacht. Dafür bestreichen die Hindus die Füße eines Kindes mit Wasser und Mehl und lassen es den Weg vom Eingang eines Hauses zum Meditationsraum laufen.


15. August: Mariä Himmelfahrt

(römisch-katholisch, griechisch-orthodox)

Mädchen in Tracht tragen in Kochel am See beim Kirchenzug ihre Kräuterbuschen.
Mädchen bringen ihre Kräutersträuße zur Kirche. Bildrechte: dpa

Das Hochfest Mariä Himmelfahrt ist das älteste bekannte Marienfest der katholischen Kirche. Es wurde erstmals im fünften Jahrhundert gefeiert und erinnert an die Aufnahme der Mutter Gottes in den Himmel unmittelbar nach ihrem Tod. Der Glaube an ihre Himmelfahrt ist seit dem sechsten Jahrhundert bezeugt. Seit 1950 gehört er zu den Dogmen der römisch-katholischen Kirche.

Alten Traditionen folgend finden zu Mariä Himmelfahrt vielerorts Kräutersegnungen statt. Dabei werden mitgebrachte Kräuter und Blumen von einem Priester geweiht. Dieser Brauch ist besonders in ländlichen Gegenden verbreitet. Griechisch-orthodoxe Gläubige feiern Mariä Himmelfahrt als Fest der Entschlafung der Gottesmutter am 22. August.


16. - 18. August: Gedenktag Haci Bektas Veli

(alevitisch)

Am 16. August gedenken alevitische Gläubige Haci Bektas Veli, einem Geistlichen aus dem 13. Jahrhundert, der als Gründer des anatolischen Alevitentums gilt. Die Aleviten verehren ihn deshalb als ihren wichtigsten Heiligen und feiern ihm zu Ehren in ihren Gebetshäusern ein großes Fest.

Fester Bestandteil dieses Festes sind die als tanzende Derwische bekannten Männer und Frauen. Von mystischen Liedern begleitet drehen sie sich immer schneller ähnlich wie Sonne und Mond umeinander im Kreis. Damit wird die innere Annäherung des Menschen an Gott symbolisiert. Besonders groß wird der Gedenktag Haci Bektas Veli in der türkischen Stadt Hacıbektaş gefeiert. Hier kommen die Aleviten zu Vorträgen, Konzerten und verschiedenen religiösen Zeremonien zusammen.


19. August: Beginn des Dhul-Hidscha                                          

(islamisch)

Dhul-Hidscha ist der Pilgermonat der Muslime und der letzte Monat im islamischen Mondkalender. Die Pilgerreise nach Mekka heißt Hadsch. Mindestens einmal im Leben sollen Muslime nach Mekka reisen – und so treten tausende Muslime aus der ganzen Welt im Monat Dhul-Hidscha diese Reise an. Die Stadt Mekka liegt in Saudi-Arabien. Dort steht die Kaaba. Kaaba bedeutet Würfel. Bekannt ist, dass die Kaaba in Mekka auf einem 25 Zentimeter hohen Marmorsockel steht und dass das Gebäude 13,10 Meter hoch ist. Im Osten ist ein schwarzer Stein eingelassen, den die Gläubigen küssen sollen. Muslime glauben, dass der Prophet Abraham die Kaaba gemeinsam mit seinem Sohn Ismail als erstes Haus für Allah gebaut hat. Deshalb fühlen sich die Gläubigen Allah an diesem Ort ganz besonders nahe. Was in der Kaaba ist – darüber kann nur spekuliert werden, denn Nichtmuslimen ist es bei Todesstrafe verboten, diesen heiligen Ort zu betreten. Die Pilgerreise nach Mekka im Dhul-Hidscha gehört zu den Glaubens- und Lebensregeln des Islam – sie ist eine der fünf Säulen des Islam.


19. August: Verklärung Christi

(russisch-orthodox)

Siehe 6. August


21. - 24. August: Opferfest

(islamisch)

Das islamische Opferfest gilt als das höchste islamische Fest. Es dauert insgesamt vier Tage und ist Höhepunkt der traditionellen Pilgerfahrt nach Mekka, der Hadsch. Während des Festes gedenken die Gläubigen des Propheten Ibrahim (Abraham), der der Überlieferung zufolge bereit war, Allah seinen Sohn Ismail zu opfern. Allah gebot ihm Einhalt, Vater und Sohn opferten ihm daraufhin einen Widder.

Seitdem ist es für gläubige Muslime, die es sich finanziell leisten können, Pflicht, zum Opferfest ein Tier zu opfern. Wohlhabenden Gläubigen kommt die Verantwortung zu, ein Drittel des Geopferten an sozial und finanziell Bedürftige, ein weiteres Drittel an die Nachbarn und das letzte Drittel an die Familie zu geben. Zum Opferfest finden sich die Gläubigen in der Moschee zum Gebet zusammen. Danach werden Verwandte und Bekannte besucht, um gemeinsam zu essen, zu trinken und einander zu beschenken.


25. August: Ganesha Chaturthi                                           

(hinduistisch)

Elefantengott Ganesha
Elefantengott Ganesha Bildrechte: Colourbox.de

Ganesha ist der Gott mit dem Elefantenkopf. Ganesha Chaturthi ist sein Ehrentag. In seinen vier Händen hält Ganesha einen Donnerkeil, ein Beil, eine Blütenkette und seinen Rüssel. Der Donnerkeil zeigt, dass Ganesha Wissen auf den Punkt bringen kann. Das Beil ist ein Symbol für seine Gabe, Dinge gut voneinander zu unterscheiden. Die Blütenkette drückt aus, dass der Glücksüberbringer alles miteinander verbinden kann. Ganesha reitet auf einer Ratte. Er ist der Gott, der Hindernisse beseitigt und deshalb meist zu Beginn von etwas Neuem um Beistand gebeten wird: zum Beispiel beim Start einer Reise, bei Schulbeginn oder bei einer Geschäftseröffnung.

Sein Fest beginnt am vierten (Mond-)Tag im Monat Bhadrapada. Dieser Tag heißt Chaturthi. Das Fest heißt deshalb auch "Ganeshas Vierter". Zu Ganesha Chaturthi formen sich die Hindus Tonfiguren des elefantenköpfigen Gottes oder kaufen sich solche Figuren und stellen sie auf den Hausaltar. Hindus glauben, dass die überall wirkende Kraft des Gottes von einem Brahmanen in einer Zeremonie auf die Tonfigur von Ganesha übertragen werden kann. Für die Zeit des Festes steht diese Figur deshalb für Gott Ganesha selbst und die Familien feiern, dass Gott eine Zeit lang bei ihnen wohnt. Jeden Tag beschenken und verehren sie ihn mit Blumen, Süßigkeiten, Liedern, Gebeten, Weihrauch und Licht in einer Puja (ein Verehrungsritual). Am Ende der Festzeit wird Gottes Anwesenheit in der Figur in einer Zeremonie wieder aufgehoben. Dann wird die Lehmfigur in einem Fluss versenkt, wo sie sich auflöst. Im indischen Bundesstaat Maharashtra dauert das Fest zehn Tage.

Ganesha ist der Sohn der Göttin Parvati und des Gottes Shiva. Er ist nicht nur der Vertreiber von Hindernissen, sondern auch der Überbringer des Glücks und der Gott der Weisheit. Auch Buddhisten und Anhänger der Jaina-Religion verehren den elefantenköpfigen Gott.

Gläubige tragen Abbilder des Gottes Ganesha.
Bildrechte: IMAGO

26. August: Raksha Bandhan - Fest der Brüderlichkeit und Liebe

(hindustisch)

Rakhi mit einem Moskito an einem Handgelenk
Ein indisches Mädchen zeigt ihre Rakhi mit einem Moskito. Bildrechte: dpa

Raksha Bandhan ist ein wichtiges Fest im Hinduismus. Es ist geschwisterlichen Verbindungen gewidmet und findet traditionell an einem Tag mit einer Vollmondnacht statt. Während dieses Tages knüpfen Mädchen und Frauen ihren Brüdern ein gesegnetes Baumwoll- oder Seidenband, ein sogenanntes Rakhi, um das Handgelenk. Die Brüder überreichen ihren Schwestern im Gegenzug dafür ein kleines Geschenk und versprechen ihnen ihren Beistand im Leben. Als Brüder und Schwestern gelten hierbei aber nicht nur leibliche Geschwister, sondern auch Cousinen und Cousins.

Mancherorts haben indische Mädchen und Frauen sogar das Recht, sich mit jedem von ihnen gewählten Jungen oder Mann auf diese Weise zu verbinden. Da das Band gleichzeitig Reinheit symbolisiert, schließt die Rakhi-Beziehung ein Liebesverhältnis aus. Frauen setzen es deshalb noch heute ein, wenn sie nicht möchten, dass sich aus einer Freundschaft eine Liebesbeziehung entwickelt. 


28. August: Entschlafung der Gottesmutter

(griechisch – orthodox)

Siehe 15. August


30. August: Enthauptung Johannes des Täufers

(griechisch – orthodox)

Mit dem Gedenktag Johannes des Täufers erinnern orthodoxe Gläubige an den Propheten Johannes, der als Vorläufer Jesu Christi gilt. Johannes lebte als Asket in der Wüste, bevor er um das Jahr 28 als Bußprediger auftrat und das Kommen des Messias verkündete. In Vorbereitung darauf führte er am Jordan Taufen mit Wasser durch. Johannes taufte auch Jesus, wobei er dessen Göttlichkeit erkannte. Parallel dazu meldete sich eine Stimme aus dem Himmel und sprach: "Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen" (Lukasevangelium 3, 22).

Johannes starb durch Herodes Antipas. Er enthauptete ihn, nachdem Johannes eine unrechtmäßige Verbindung des Königs mit dessen Schwägerin öffentlich gemacht hatte. Johannes' Kopf wurde in einer Schüssel präsentiert. Daraus entstand ein regelrechter Johanneskult. Vor allem im Mittelalter waren zahlreiche sogenannte Johannesschüsseln im Umlauf. Sie galten als heilsam bei Kopfweh, Halskrankheiten und Unfruchtbarkeit bei Frauen. Sie wurden meist an den Wänden oder über den Türen von Kapellen angebracht und am Tag der Enthauptung des Täufers auf den Altar gestellt.

Das abgeschlagene Haupt von Johannes dem Täufer wird Salome präseniert. Gemälde von Giovanni di Paolo (1403-1482). Agenturtext: Szene aus dem Leben von Johannes dem Täufer auf einem Gemälde von Giovanni di Paolo
Das abgeschlagene Haupt von Johannes dem Täufer wird Salome präseniert. Gemälde von Giovanni di Paolo (1403-1482). Bildrechte: IMAGO

Zuletzt aktualisiert: 21. August 2018, 09:32 Uhr