Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im Juli 2018

Mit dem Fest Asalha Puja erinnern buddhistische Gläubige an die erste Rede Buddhas nach seiner Erleuchtung. Bahai gedenken des Märtyrertods ihres Religionsstifters.


2. Juli: Gedenktag Pir Sultan Abdal

(alevitisch)

Am 2. Juli erinnern die alevitischen Gläubigen an den türkischen Dichter und Gelehrten Pir Sultan Abdal. Abdal lebte im 15. und 16. Jahrhundert im osmanischen Reich und wurde durch seine fantasievollen Gedichte bekannt – Gedichte, in denen er sich Gedanken über die sozialen, kulturellen und religiösen Empfindungen seiner Mitmenschen machte. Da dieses für Aufruhr unter seinen Lesern sorgte und in Folge dessen zu Aufständen gegen die Führer des osmanischen Reiches führte, wurde Pir Sultan Abdal Mitte des 16. Jahrhunderts hingerichtet.


8. Juli: Asalha Puja oder Esala-Perahera

(buddhistisch)

Mit dem Fest Asalha Puja erinnern buddhistische Gläubige an die erste Rede Buddhas nach dessen Erleuchtung. Vor seinen Anhängern formulierte er die Grundgedanken des Buddhismus, das Rad der Lehre und die vier edlen Wahrheiten. Asalha erinnert also an die Entstehung und Verbreitung des Buddhismus. In einigen Ländern heißt das Fest auch Esala-Perahera.

Asalha Puja zählt zu den wichtigsten buddhistischen Festen und wird in Form einer Puja, also einer bestimmten Ritualfolge, begangen. Mit Gebeten und Lesungen, Bitten und Gelöbnissen, Blumen-, Wasser-, Licht- und Räucheropfern zeigen die Gläubigen dabei Buddha ihre Verehrung. Je nach Tradition pilgern viele Buddhisten zu den sterblichen Überresten des Buddhas. Andere reihen sich in eine der farbenfrohen Prozessionen ein.

Hell gekleidete Sri Lanka Kandyan Tänzer
Kandyan Tänzer auf Sri Lanka zu Asalha Puja Bildrechte: dpa

Auch in Sri Lanka wird das Fest mit einem großen Umzug gefeiert. Tausende Menschen pilgern in die Stadt Kandy. Im Tempel Dalada Maligawa wird der linke Eckzahn des Buddha Siddhartha Gautama aufbewahrt. Einhundert bunt geschmückte Elefanten tragen den heiligen Zahn durch die Straßen von Kandy. Zwischen den Elefanten tanzen und musizieren die Gläubigen. Ein Spektakel, das nicht nur Gläubige, sondern auch viele Touristen anzieht. Die Prozession endet mit der Zeremonie des Wasserscheidens: Der Mahaveli-Fluss wird symbolisch mit einem heiligen Schwert geteilt und das heilige Wasser an hinduistische und buddhistische Tempel verteilt.


9. Juli: Märtyrertod des Báb

(Bahá'í)

Jedes Jahr am 9. Juli gedenken die Bahai des Märtyrertods ihres Religionsstifters Báb (arabisch - das Tor), der mit bürgerlichem Namen Siyyid ´Al-Muhammad hieß. Báb war erst dreißig Jahre alt, als er am 9. Juli 1850 im heutigen Iran unter seltsamen Umständen hingerichtet wurde. Dazu kam es, nachdem er erklärt hatte, dass er ein Gottgesandter sei und gekommen sei, um das islamische Religionsgesetz und die persische Gesellschaft zu reformieren. Sechs Jahre zuvor hatte er begonnen, seine Botschaft zu verbreiten. Viele Menschen glaubten an Báb und wurden dafür verfolgt. An seine Todesstunde erinnert auch ein besonderes Gebet - jedes Jahr am 9. Juli um 13:00 Uhr.

Schrein des Bab in Haifa
Blick auf den Schrein des Báb in Haifa, Israel. Bildrechte: dpa

14. Juli: Ratha Yatra

(hinduistisch)

Ratha Yatra ist ein hinduistisches Wagenfest. "Ratha" bedeutet Wagen und "Yatra" Pilgerreise. Höhepunkt dieses weltweit begangenen Festes ist eine Prozession. Sie wird zu Ehren des Gottes Jagannath veranstaltet. Hindus ziehen dabei Abbilder von Jagannath (Krishna) durch die Städte. Die ursprüngliche Ratha Yatra findet jährlich in der indischen Stadt Puri statt.

Traditionell werden drei Wagen nach einem uralten Plan gebaut. Hindus beten, musizieren, tanzen und ziehen die Wagen durch die Straßen. Dem Umzug gehen einige Tage zuvor verschiedene Zeremonien voraus – darunter ein Badefest. Statuen werden mit Wasser aus bestimmten Quellen, die für Hindus heilig sind, übergossen.


22. Juli: Tischá beAw

(jüdisch)

Tischá beAw ist ein jüdischer Fastentag, der Trauer und Hoffnung in sich vereint. Tischá beAw erinnert an besonders dramatische Ereignisse in der Geschichte der Juden. So trauern die Gläubigen besonders um die beiden zerstörten Tempel in Jerusalem, die die heiligsten Stätten der Juden waren. Zeichen der Trauer ist das Fasten zu Tischá beAw: Vom Sonnenuntergang bis zum Einbruch der Dunkelheit am nächsten Tag essen und trinken Juden nichts und treffen sich in der Synagoge. Der Gebetsraum ist an diesem Tag nur spärlich beleuchtet. Die Gläubigen sitzen alle auf niedrigen Stühlen oder hocken auf dem Boden, beten und lesen die Klagelieder Jeremias' und Trauerpsalmen.

Wenn die Not am schlimmsten ist, dann ist Gott besonders nah: Viele Juden glauben, dass ihr Erlöser an Tischá beAw geboren wird. Deshalb ist Tischá beAw auch ein Tag der Hoffnung und des Aufbruchs.


27. Juli: Guru Purnima

(hinduistisch)

Einen Sommertag vor Purnima (Sanskrit für "Vollmond") feiern Hindus "Guru Purnima". Gurus sind die Lehrer der Hindus für Weisheit und Erfahrung, die sie an diesem Tag ehren. Gurus helfen ihren Schülern, die heiligen Schriften des Hinduismus zu verstehen. Sie führen die Gläubigen zur Einsicht und begleiten sie auf ihrem Weg zu Gott.

Viele Hindus besuchen an diesem Tag ihre Gurus in einem Ashram (eine Art Meditationszentrum) und beschenken ihre Lehrer mit Geld, Früchten oder einem Stück Stoff. Außerdem lesen viele Hindus an diesem Feiertag ausgiebig in den heiligen Schriften. Einige Texte hat der Weise Vyasa geschrieben. Er soll an Guru Purnima geboren worden sein.

Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2018, 14:19 Uhr