Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im Juli 2021

Das Fest Asalha Puja erinnert buddhistische Gläubige an die erste Rede Buddhas nach seiner Erleuchtung. Bahai gedenken des Märtyrertods ihres Religionsstifters und im Islam feiert man mit dem Opferfest das höchste islamische Fest.

Muslime beten im Gazastreifen.
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2. Juli: Gedenktag Pir Sultan Abdal

(alevitisch)

Am 2. Juli erinnern die alevitischen Gläubigen an den türkischen Dichter und Gelehrten Pir Sultan Abdal. Abdal lebte im 15. und 16. Jahrhundert im osmanischen Reich und wurde durch seine fantasievollen Gedichte bekannt – Gedichte, in denen er sich Gedanken über die sozialen, kulturellen und religiösen Empfindungen seiner Mitmenschen machte. Da dies für Aufruhr unter seinen Lesern sorgte und in Folge dessen zu Aufständen gegen die Führer des osmanischen Reiches führte, wurde Pir Sultan Abdal Mitte des 16. Jahrhunderts hingerichtet.


2. Juli - 31. Juli: Dhul-Hidscha                   

(islamisch)

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Dhul-Hidscha ist der Pilgermonat der Muslime und der letzte Monat im islamischen Mondkalender. Die Pilgerreise nach Mekka heißt Hadsch. Mindestens einmal im Leben sollen Muslime nach Mekka reisen – und so treten tausende Muslime aus allen Ländern der Welt im Monat Dhul-Hidscha diese Reise an.

Die Stadt Mekka liegt in Saudi-Arabien. Dort steht die Kaaba. Kaaba bedeutet Würfel. Muslime glauben, dass Ibrahim die Kaaba gemeinsam mit seinem Sohn Ismail als Haus für Allah gebaut hat. Deshalb fühlen sich die Gläubigen Allah an diesem Ort besonders nahe. Was in der Kaaba ist – darüber kann nur spekuliert werden, denn Nichtmuslimen ist es verboten, diesen Ort zu betreten. Die Pilgerreise nach Mekka ist eine der fünf Säulen des Islam.


9. Juli: Märtyrertod des Báb

(Bahá'í)

Jedes Jahr gedenken die Bahai des Märtyrertods ihres Religionsstifters Báb (arabisch - das Tor), der mit bürgerlichem Namen Siyyid ´Al-Muhammad hieß. Báb war erst 30 Jahre alt, als er am 9. Juli 1850 im heutigen Iran hingerichtet wurde.

Schrein des Bab in Haifa, Israel
Blick auf den Schrein des Báb in Haifa, Israel Bildrechte: IMAGO / Schöning

Dazu kam es, nachdem er erklärt hatte, dass er ein Gottgesandter sei und gekommen ist, um das islamische Religionsgesetz und die persische Gesellschaft zu reformieren. Sechs Jahre zuvor hatte er begonnen, seine Botschaft zu verbreiten. Viele Menschen glaubten an die Botschaft von Báb und wurden dafür verfolgt. An seine Todesstunde erinnert ein besonderes Gebet - am Gedenktag um 13:00 Uhr.


17./18. Juli: Tischa beAw

(jüdisch)

Zu Tischa beAw gedenken Juden der "Fünf Unglücke", dazu gehören die Zerstörung des ersten Tempels (423 v. Chr.) und des zweiten Tempels (69 v. Chr.). Die Tempel in Jerusalem sind die heiligsten Stätten für die Juden. Juden glauben aber auch, dass Gott ihnen gerade dann hilft, wenn die Zeiten besonders schwer sind. Daher ist Tisch beAw für sie auch ein Tag der Erwartung und der Hoffnung.

Als Zeichen ihrer Trauer fasten viele Juden an Tischa beAw von Sonnenuntergang bis zum Einbruch der Dunkelheit am nächsten Tag. Viele Gläubige treffen sich in der Synagoge. Dort sitzen sie auf niedrigen Stühlen oder auf dem Boden, beten und lesen die Klagelieder Jeremias und Trauerpsalmen.


24. Juli: Asalha Puja oder Esala-Perahera

(buddhistisch)

Mit dem Fest Asalha Puja erinnern buddhistische Gläubige an die erste Rede Buddhas nach dessen Erleuchtung. Vor seinen Anhängern formulierte er die Grundgedanken des Buddhismus, das Rad der Lehre und den vier edlen Wahrheiten. Asalha erinnert also an die Entstehung und Verbreitung des Buddhismus. In einigen Ländern heißt das Fest auch Esala-Perahera.

Asalha Puja zählt zu den wichtigsten buddhistischen Festen und wird in Form einer Puja - einer bestimmten Ritualfolge - gefeiert. Mit Gebeten und Lesungen, Bitten und Gelöbnissen: mit Blumen-, Wasser-, Licht- und Räucheropfern zeigen die Gläubigen Buddha ihre Verehrung. Je nach Tradition pilgern viele Buddhisten zu den sterblichen Überresten des Buddhas. Andere reihen sich in eine der farbenfrohen Prozessionen ein.

Hell gekleidete Sri Lanka Kandyan Tänzer, 2012
Während des großen Umzugs in Sri Lanka Bildrechte: dpa

Auch in Sri Lanka wird das Fest mit einem großen Umzug gefeiert. Tausende Menschen pilgern in die Stadt Kandy. Im Tempel Dalada Maligawa wird der linke Eckzahn des Buddha Siddhartha Gautama aufbewahrt. Einhundert bunt geschmückte Elefanten tragen den heiligen Zahn durch die Straßen von Kandy. Zwischen den Elefanten tanzen und musizieren die Gläubigen.

Es ist ein Spektakel, das nicht nur Gläubige, sondern auch viele Touristen anzieht. Die Prozession endet mit der Zeremonie des Wasserscheidens: Der Mahaveli-Fluss wird symbolisch mit einem heiligen Schwert geteilt und das heilige Wasser an hinduistische und buddhistische Tempel verteilt.


24. Juli: Guru Purnima

(hinduistisch)

Einen Sommertag vor Purnima (Sanskrit für "Vollmond") feiern Hindus "Guru Purnima". Gurus sind die Lehrer der Hindus für Weisheit und Erfahrung, die sie an diesem Tag ehren. Gurus helfen ihren Schülern, die heiligen Schriften des Hinduismus zu verstehen. Sie führen die Gläubigen zur Einsicht und begleiten sie auf ihrem spirituellen Weg.

Viele Hindus besuchen an diesem Tag ihre Gurus in einem Ashram (eine Art Meditationszentrum) und beschenken ihre Lehrer mit Geld, Früchten oder einem Stück Stoff. Außerdem lesen viele Hindus an diesem Feiertag ausgiebig in den heiligen Schriften. Einige Texte hat der Weise Vyasa geschrieben. Er soll an Guru Purnima geboren worden sein.


19.- 23. Juli: Opferfest

(islamisch)

Muslime beten im Gazastreifen.
Muslime beten im Gazastreifen. Bildrechte: imago/ZUMA Press

Das islamische Opferfest gilt als das höchste islamische Fest. Es dauert vier Tage und ist Höhepunkt der traditionellen Pilgerfahrt nach Mekka, der Hadsch. Während des Festes gedenken die Gläubigen des Propheten Ibrahim, der der Überlieferung zufolge bereit war, Allah seinen Sohn Ismail zu opfern. Allah gebot ihm Einhalt, Vater und Sohn opferten ihm daraufhin einen Widder.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 01. Juli 2021 | 18:00 Uhr