Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im März 2019

Es ist Faschingszeit, aber "am Aschermittwoch ist alles vorbei" - denn dann beginnt für die Christen die Fastenzeit. Ausgelassen geht es auch in anderen Religionen zu. Was es zu feiern gibt, erfahren Sie in unserem interreligiösen Kalender.

1. März: Weltgebetstag der Frauen

(ökumenisch)

Seit über 100 Jahren versammeln sich Frauen am ersten Freitag im März zum Gottesdienst. Getragen wird diese ökumenische Bewegung von Frauen aus aller Welt und aus verschiedenen christlichen Kirchen. Auch wenn inzwischen die Gottesdienste für alle Gemeindeglieder offen sind, liegt die Vorbereitung und Gestaltung ausschließlich in weiblicher Hand. Die Lieder und Texte für diesen Gottesdienst werden jedes Jahr in einem anderen Land ausgewählt bzw. verfasst. Dabei bringen die beteiligten Frauen ihre Ängste und Sorgen, Wünsche und Hoffnungen ebenso zum Ausdruck wie ihre kulturelle und christliche Identität.

In diesem Jahr haben Frauen aus Slowenien die Gottesdienstordnung gestaltet unter dem Motto "Kommt, alles ist bereit!"

Titelbild zum Weltgebetstag 2019: "Come – Everything is ready"
Bildrechte: Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e.V.

4. März: Maha Shivaratri - Die Nacht des Shiva

(hinduistisch)

In der Nacht des Shiva vermählte sich Shiva mit Parvati. Die Nacht des Shiva ist im Hinduismus ein wichtiger Feiertag, das Paar gilt als ideales Ehepaar. Viele Gläubige verbringen diese Nacht im Tempel und huldigen Shiva mit verschiedenen Ritualen. Es sind vor allem indische Bettelmönche, Sadhus, die Shiva verehren. Sie reiben ihre Stirn mit Asche ein, eines der Kennzeichen Shivas. Zum Fest laden sie auch andere Gläubige ein, sich Shiva hinzugeben.

Shiva ist die dritte Gottheit im Hinduismus. Nach Brahma, dem Erschaffer, und Vishnu, dem Erhalter, steht Shiva für Zerstörung und Neuschöpfung.

Sadhus oder heilige Männer sitzen nahe einem Feuer während Maha Shivaratri-Festivals an der Pashupatinath-Tempelprämisse in Kathmandu.
Sadhus sitzen nahe einem Feuer während Maha Shivaratri-Festivals an der Pashupatinath-Tempelprämisse in Kathmandu Bildrechte: IMAGO

6. März: Aschermittwoch

Am Aschermittwoch beginnt für katholische und evangelische Christen die vorösterliche Fastenzeit. Nach der Karnevals- und Faschingszeit, den närrischen Tagen verrückter Ausgelassenheit, kommt nun eine Zeit der Besinnung und des Verzichts. Sie endet nach genau 40 Tagen zu Ostern, weil Jesus 40 Tage in die Wüste gegangen sein soll, um zu fasten und seinen Weg zu finden.

10. bis 17. März: Woche der Brüderlichkeit

(christlich-jüdisch)

Jedes Jahr im März lädt die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit zur "Woche der Brüderlichkeit". Anliegen dieser Festwoche ist ein gutes Miteinander von Christen und Juden in Deutschland und Europa und die Aufarbeitung des Holocausts. Die "Woche der Brüderlichkeit" bietet zahlreiche Veranstaltungen, die sich dem jeweiligen Jahresthema widmen. 2019 lautet es: "Mensch, wo bist Du? Gemeinsam gegen Judenfeindschaft".

Zur Eröffnung in Nürnberg wird auch die Buber-Rosenzweig-Medaille für Verdienste im christlich-jüdischen Dialog verliehen. In diesem Jahr geht sie an die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus KIgA e.V. und das Netzwerk für Demokratie und Courage e.V. (NDC).

17. März: St. Patrick

(christlich)

Der so genannte St. Patrick's Day ist in der religiösen Geschichte Irlands verwurzelt: Patrick soll als Jugendlicher in seiner englischen Heimat als Sklave gefangen genommen und nach Irland verkauft worden sein. Er flüchtete aus der Gefangenschaft, kam jedoch später als erster christlicher Missionar auf die Insel zurück. Um dem irischen König die göttliche Dreifaltigkeit zu erklären, pflückte Patrick ein dreiblättriges Kleeblatt. Beeindruckt von diesem Vergleich erlaubte ihm der König, das Wort Gottes in Irland zu verbreiten.

Am 17. März 461 starb der Heilige Patrick in Irland. Ihm zu Ehren feiern die Iren Straßenfeste, alle tragen Grün und malen sich ein Kleeblatt auf die Wange oder in den Schaum eines Biers. Für ein erfolgreiches Jahr lässt man ein Kleeblatt im Whiskey-Glas schwimmen.

St. Patricks Day Parade in Dublin, 2017
St. Patricks Day-Parade in Dublin, 2017 Bildrechte: imago/newspix

20.-21. März: Holi-Fest

(hinduistisch)

Holi ist ein fröhliches und ausgelassenes Frühlingsfest. Es zählt zu den ältesten hinduistischen Festen und kann zwischen zwei und zehn Tagen dauern.

Am ersten Tag wird eine Strohpuppe des Dämon Holika verbrannt. Denn sie glauben, dass zu Holi der gottgeweihte Prahlad durch den Gott Vishnu vor der Dämonin Holika gerettet wurde.

Am zweiten Tag besprenkeln oder bewerfen sich die Gläubigen gefärbtem Wasser oder buntem Puder. So werden zu Holi sämtliche Schranken zwischen Kasten, den Geschlechter und dem Alter aufgehoben.

Hinduistisches Frühlingsfest in Indien
Hinduistisches Frühlingsfest in Indien Bildrechte: dpa

20.-21. März: Purim-Fest

(jüdisch)

Das jüdische Purim ist ein ausgelassenes Fest, das daran erinnert, wie Königin Esther das jüdische Volk einst vor dem Tod gerettet hat. Sie lebte damals in der persischen Diaspora und deckte eine Intrige eines Ministers des persischen Königs aufs.

Die Rettung der Juden in Persien wird mit bunten Umzügen gefeiert. Kinder ziehen in Kostümen durch die Straßen. In Purimspielen werden biblische Geschichten dargestellt. Die Menschen treffen sich zu Festmahlen, beschenken sich und spenden für die Armen. An Purim ist es erlaubt, sich zu betrinken, denn im Buch Esther ist das Erinnerungsmahl als Trinkgelage bezeichnet. Kulinarische Spezialitäten sind die "Hamantaschen" und "Kreppchen". Sie symbolisieren die Ohren des Bösewichts Haman, der als Minister den Perserkönig überreden wollte, die Juden zu ermorden.

Israelische Jugendliche anlässlich des Purimfestes in Jerusalem
Israelische Jugendliche feiern ausgelassen das Purimfest in Jerusalem. Bildrechte: imago/Xinhua

21. März: Naw Ruz – Neujahrsfest

(Bahá'í)

Zu Naw Ruz feiern die Bahá'í die Tag-und-Nachtgleiche und damit den Beginn eines neuen Jahres. Gleichzeitig begehen sie das Ende einer 19-tägigen Fastenzeit, mit der sie sich auf den Jahreswechsel vorbereitet haben. Deshalb wird Naw Ruz meist mit einem üppigen und ausgelassenen Mahl gefeiert. Der Bahá'í-Kalender ist ein Sonnenkalender mit 19 Monaten zu je 19 Tagen. Mit der Erklärung des Báb im Jahr 1844 beginnt das Jahr 1 der Bahá'í. 2015 beginnt nach der Zeitrechnung der Bahá’i das Jahr 172.

21. März: Newroz - Neujahrsfest

(alevitisch)

Newroz ist der Name eines altiranischen Neujahrs- und Frühlingsfestes, das jährlich zwischen dem 20. und dem 21. März in Gedenken an die Geburt des Heiligen Ali - geboren am 21. März 598 nach Christus in Mekka - gefeiert wird. Ali war ein Vetter und enger Vertrauter des Propheten Mohammed und wird von den Aleviten als einer der ersten islamischen Gelehrten und Verkünder verehrt.

Fester Bestandteil von Newroz ist der Verzehr der Haft Sin - sieben Speisen, deren Namen mit dem Anfangsbuchstaben des persischen "S" beginnen. Dazu wird Haft Mewa, ein aus sieben Früchten bestehendes Getränk, gereicht. Am Vorabend des letzten Mittwochs vor Newroz werden traditionell Feuer entzündet, an denen gemeinsam musiziert und getanzt wird. Seit Mai 2010 gehört Newroz zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe.

25. März: Verkündigung des Herrn / Mariä Verkündigung

(römisch-katholisch) / (griechisch-orthodox)

Der Tag der Ankündigung der Geburt des Herrn wird in vielen christlichen Konfessionen gefeiert. Er erinnert an die Verheißung der Geburt Christi durch den Engelsboten Gabriel an Maria. Die römisch-katholische Kirche begeht den 25. März seit 1969 als Hochfest. Fallen der 25. März und einer der Osterfeiertage zusammen, wird das Fest der Verkündigung des Herrn allerdings verschoben und zwar auf den zweiten Montag nach Ostern. In den orthodoxen Kirchen wird Mariä Verkündigung immer am 25. März und im Falle der Fälle mit einem anderen Feiertag zusammen begangen.

Nacht vom 29./30. März: Beginn der drei gesegneten Monate (Radschab, Schaban und Ramadan)

(islamisch)

Gemeint sind damit der siebte, achte und neunte Monat des Mondkalenders, denen im Islam eine besondere Bedeutung beigemessen wird. Neben der Pflicht, im Ramadan zu fasten, empfahl der Prophet den Muslimen auch in den beiden vorhergehenden Monaten, enthaltsam zu leben.

Vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang darf im Ramadan nichts gegessen und getrunken werden. In der Hitze der südlichen Länder bedeutet das einen erheblichen Verzicht. Nur Alte, Kranke, Schwangere und Kinder sind vom Fasten befreit. Am Abend hat das Fasten jeweils ein Ende und meist wird dann eine warme Mahlzeit gegessen.

Dieses Thema im Programm Gedanken zu Aschermittwoch | 06. März 2019 | 18:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. März 2019, 14:37 Uhr