Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im März 2020

Ausgelassen geht es im März zu: Die Rettung der Juden in Persien wird mit bunten Umzügen zu Purim gefeiert, während man in Irland den St. Patrick's Day begeht. Was es außerdem zu feiern gibt, erfahren Sie in unserem interreligiösen Kalender.

St. Patricks Day Parade in Dublin, 2017
St. Patricks Day-Parade in Dublin, 2017 Bildrechte: imago/newspix

6. März: Weltgebetstag der Frauen

(ökumenisch)

Seit über 100 Jahren versammeln sich Frauen am ersten Freitag im März zum Gottesdienst. Getragen wird diese ökumenische Bewegung von Frauen aus aller Welt und aus verschiedenen christlichen Kirchen. Auch wenn inzwischen die Gottesdienste für alle Gemeindeglieder offen sind, liegt die Vorbereitung und Gestaltung ausschließlich in weiblicher Hand. Die Lieder und Texte für diesen Gottesdienst werden jedes Jahr in einem anderen Land ausgewählt bzw. verfasst. Dabei bringen die beteiligten Frauen ihre Ängste und Sorgen, Wünsche und Hoffnungen ebenso zum Ausdruck wie ihre kulturelle und christliche Identität.

In diesem Jahr haben Frauen aus Simbabwe die Gottesdienstordnung gestaltet unter dem Motto "Steh auf und geh!"

09. März: Chotrül Düchen - Buddhas Wundertaten

(buddhistisch)

Chotrul Düchen findet am ersten Vollmond nach Losar, dem Tibetischen Neu Jahr statt. Kurz nachdem Buddha vollständige Erleuchtung erlangt hatte, forderten ihn die Vorsteher der sechs wichtigsten Philosophischen Schulen zu einen Wettbewerb in Wunder wirken auf. 15 Tage lang wirkte Buddha jeden Tag ein anderes Wunder. Auf diese Weise besiegte er seine Gegner und inspirierte viele dem Dharma zu folgen.

09. bis 10. März: Purim-Fest

(jüdisch)

Das jüdische Purim ist ein ausgelassenes Fest, das daran erinnert, wie Königin Esther das jüdische Volk einst vor dem Tod gerettet hat. Sie lebte damals in der persischen Diaspora und deckte eine Intrige eines Ministers des persischen Königs aufs.

Die Rettung der Juden in Persien wird mit bunten Umzügen gefeiert. Kinder ziehen in Kostümen durch die Straßen. In Purimspielen werden biblische Geschichten dargestellt. Die Menschen treffen sich zu Festmahlen, beschenken sich und spenden für die Armen. An Purim ist es erlaubt, sich zu betrinken, denn im Buch Esther ist das Erinnerungsmahl als Trinkgelage bezeichnet. Kulinarische Spezialitäten sind die "Hamantaschen" und "Kreppchen". Sie symbolisieren die Ohren des Bösewichts Haman, der als Minister den Perserkönig überreden wollte, die Juden zu ermorden.

Israelische Jugendliche anlässlich des Purimfestes in Jerusalem
Israelische Jugendliche feiern ausgelassen das Purimfest in Jerusalem. Bildrechte: imago/Xinhua

10. März: Holi-Fest

(hinduistisch)

Holi ist ein fröhliches und ausgelassenes Frühlingsfest. Es zählt zu den ältesten hinduistischen Festen und kann zwischen zwei und zehn Tagen dauern.

Am ersten Tag wird eine Strohpuppe des Dämon Holika verbrannt. Denn sie glauben, dass zu Holi der gottgeweihte Prahlad durch den Gott Vishnu vor der Dämonin Holika gerettet wurde.

Am zweiten Tag besprenkeln oder bewerfen sich die Gläubigen gefärbtem Wasser oder buntem Puder. So werden zu Holi sämtliche Schranken zwischen Kasten, den Geschlechter und dem Alter aufgehoben.

Hinduistisches Frühlingsfest in Indien
Hinduistisches Frühlingsfest in Indien Bildrechte: dpa

08. bis 15. März: Woche der Brüderlichkeit

(christlich-jüdisch)

Jedes Jahr im März lädt die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit zur "Woche der Brüderlichkeit". Anliegen dieser Festwoche ist ein gutes Miteinander von Christen und Juden in Deutschland und Europa und die Aufarbeitung des Holocausts. Die "Woche der Brüderlichkeit" bietet zahlreiche Veranstaltungen, die sich dem jeweiligen Jahresthema widmen. 2020 lautet es: "Tu deinen Mund auf für die Anderen"

Zur Eröffnung wird auch die Buber-Rosenzweig-Medaille für Verdienste im christlich-jüdischen Dialog verliehen. In diesem Jahr geht sie an Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Ein Foto der Buber-Rosenzweig-Medaille ist 2013 auf eine Leinwand projiziert.
Die Buber-Rosenzweig-Medaille wird in der Woche der Brüderlichkeit verliehen. Bildrechte: dpa

17. März: St. Patrick

(christlich)

Der so genannte St. Patrick's Day ist in der religiösen Geschichte Irlands verwurzelt: Patrick soll als Jugendlicher in seiner englischen Heimat als Sklave gefangen genommen und nach Irland verkauft worden sein. Er flüchtete aus der Gefangenschaft, kam jedoch später als erster christlicher Missionar auf die Insel zurück. Um dem irischen König die göttliche Dreifaltigkeit zu erklären, pflückte Patrick ein dreiblättriges Kleeblatt. Beeindruckt von diesem Vergleich erlaubte ihm der König, das Wort Gottes in Irland zu verbreiten.

Am 17. März 461 starb der Heilige Patrick in Irland. Ihm zu Ehren feiern die Iren Straßenfeste, alle tragen Grün und malen sich ein Kleeblatt auf die Wange oder in den Schaum eines Biers. Für ein erfolgreiches Jahr lässt man ein Kleeblatt im Whiskey-Glas schwimmen.

19. bis 20. März: Naw Ruz – Neujahrsfest

(Bahá'í)

Zu Naw Ruz feiern die Bahá'í die Tag-und-Nachtgleiche und damit den Beginn eines neuen Jahres. Gleichzeitig begehen sie das Ende einer 19-tägigen Fastenzeit, mit der sie sich auf den Jahreswechsel vorbereitet haben. Deshalb wird Naw Ruz meist mit einem üppigen und ausgelassenen Mahl gefeiert. Der Bahá'í-Kalender ist ein Sonnenkalender mit 19 Monaten zu je 19 Tagen. Mit der Erklärung des Báb im Jahr 1844 beginnt das Jahr 1 der Bahá'í. 2015 beginnt nach der Zeitrechnung der Bahá’i das Jahr 172.

20. März: Newroz - Neujahrsfest

(alevitisch)

Newroz ist der Name eines altiranischen Neujahrs- und Frühlingsfestes, das jährlich zwischen dem 20. und dem 21. März in Gedenken an die Geburt des Heiligen Ali - geboren am 21. März 598 nach Christus in Mekka - gefeiert wird. Ali war ein Vetter und enger Vertrauter des Propheten Mohammed und wird von den Aleviten als einer der ersten islamischen Gelehrten und Verkünder verehrt.

Fester Bestandteil von Newroz ist der Verzehr der Haft Sin - sieben Speisen, deren Namen mit dem Anfangsbuchstaben des persischen "S" beginnen. Dazu wird Haft Mewa, ein aus sieben Früchten bestehendes Getränk, gereicht. Am Vorabend des letzten Mittwochs vor Newroz werden traditionell Feuer entzündet, an denen gemeinsam musiziert und getanzt wird. Seit Mai 2010 gehört Newroz zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe.

25. März: Verkündigung des Herrn / Mariä Verkündigung

(römisch-katholisch) / (griechisch-orthodox)

Der Tag der Ankündigung der Geburt des Herrn wird in vielen christlichen Konfessionen gefeiert. Er erinnert an die Verheißung der Geburt Christi durch den Engelsboten Gabriel an Maria. Die römisch-katholische Kirche begeht den 25. März seit 1969 als Hochfest. Fallen der 25. März und einer der Osterfeiertage zusammen, wird das Fest der Verkündigung des Herrn allerdings verschoben und zwar auf den zweiten Montag nach Ostern. In den orthodoxen Kirchen wird Mariä Verkündigung immer am 25. März und im Falle der Fälle mit einem anderen Feiertag zusammen begangen.