Interreligiöser Kalender

Interreligiöser Kalender Religiöse Feiertage im Mai 2021

Buddhisten begehen mit dem Vesakh-Fest ihren höchsten Feiertag. Für die Roma ist das Georgsfest einer der wichtigsten Feiertage. Christen feiern Himmelfahrt und Pfingsten. Muslime beenden den Ramadan und Juden feiern Schawuot.

Christi Himmelfahrt, Chromolithographie aus einer Hausbibel, ca. 1870
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01. Mai: Ridván-Fest

(Bahá'í)

Das Ridván-Fest gehört zu den größten und wichtigsten Festen der Bahai. Es erinnert an die Verkündigung des Religionsgründers Baha'u'llah im Garten Ridván in der Nähe von Bagdad. Der letzte Tag des insgesamt zwölftägigen Ridván-Festes, in diesem Jahr der 01. Mai, gilt als besonderer Feiertag. In einer Andacht wird aus den heiligen Schriften der Bahá'í gelesen und gebetet.

02. Mai – Ostern

(russisch-orthodox)

In der russisch-orthodoxen Kirche werden die Feiertage nicht dem gregorianischen, sondern nach dem julianischen Kalender berechnet. Daher wird das Osterfest immer etwas später als in der evangelischen und katholischen Kirche gefeiert. Deshalb fällt der Ostersonntag in der russisch-orthodoxen Kirche in diesem Jahr auf den 02. Mai.

04. Mai: Gedenktag des Heiligen Florian

05./06. Mai: Hidirellez – Tag des Hizir Ilyas

(alevitisch)

Hidirellez - ein religiöses Fest der Bahai
Krimtataren feiern das Hidirellez-Fest. Bildrechte: IMAGO

Mit Hidirellez wird an die Schutzpatrone des Landes, Hizir, und des Wassers, Ilyas, erinnert. Aleviten bitten die Patrone um Beistand vor Unfällen, um Energie und Abwehrkräfte vor Krankheiten. Der Überlieferung zufolge treffen sich Hizir und Ilyas jedes Jahr in der Nacht vom fünften auf den sechsten Mai auf der Erde. Da die Aleviten glauben, dass Hizir und Ilyas einst das Wasser der Unsterblichkeit tranken, wird Hidirellez in der Natur gefeiert. Besonders beliebte Orte sind Quellen und Flussläufe, an denen die Gläubigen um Gesundheit und Genesung bitten.

06. Mai: St. Georgsfest der Roma 

(orthodox)

Der Heilige Georg.
Der Heilige Georg Bildrechte: imago/GFC Collection

Das Georgsfest gehört zu den wichtigsten Feiertagen der Roma. Mit dem Frühlingsfest wird auf Glück und Wohlstand gehofft. Vor allem unter serbisch-orthodoxen Roma wird der Heilige Georg als Patron und Fürsprecher verehrt. Im Vorfeld des Georgsfestes reinigen die Roma ihre Häuser und schmücken sie mit Kerzen und Zweigen. Das Wasser bestimmter Quellen dient zur rituellen Reinigung und soll zugleich vor bösen Einflüssen schützen. Die Roma feiern sieben Tage lang. Das Georgsfest wird nach dem julianischen Kalender berechnet.

Im gregorianischen Kalender fällt der Gedenktag des Heiligen Georg auf den 23. April.

12. Mai Fastenbrechen / Zuckerfest

Am 13. April begann in diesem Jahr der muslimische Fastenmonat Ramadan. Muslimas und Muslime fasten dann 30 Tage lang. Das Ende des Ramadans wird 2021 am 12. Mai mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens begangen. Dieses Fest ist einer der höchsten muslimischen Feiertage.

13. Mai: Christi Himmelfahrt

(christlich)

Vierzig Tage nach Ostern und zehn Tage vor Pfingsten feiern Christen das Fest Christi Himmelfahrt. Biblische Grundlage für dieses Fest ist das erste Kapitel der Apostelgeschichte im Neuen Testament, in dem von der Aufnahme Jesu Christi in den Himmel berichtet wird:

Eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.

Apg 1,9

In der katholischen Kirche gelten die drei Tage vor Christi Himmelfahrt als Bitttage. Sie wurden erstmals im vierten Jahrhundert in der römischen Kirche eingeführt und gingen ab dem achten Jahrhundert mit Prozessionen einher, bei denen für eine gute Ernte gebetet wurde. Diese Flurprozessionen haben sich in manchen katholischen Gegenden bis heute erhalten. Dabei ziehen die Priester mit den Gläubigen durch Wiesen und Felder und bitten an Bildstöcken, Wegkreuzen und Feldkapellen um die Bewahrung der Schöpfung, Frieden, Nahrung und Ehrfurcht vor dem menschlichen Leben.

Auf diese Flurprozessionen gehen womöglich auch die zu Christi Himmelfahrt üblichen säkularen Männertags-Ausflüge zurück. Bereits im Mittelalter endeten die Himmelfahrts-Prozessionen für die Männer im Wirtshaus.

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Am Himmelfahrtstag finden zahlreiche Gottesdienste unter freiem Himmel statt. Nicht nur wegen Corona! Die Überzeugung, Gott lasse sich in der Natur finden, hat eine lange Tradition, wie Kirsten Dietrich berichtet.

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16. - 18. Mai: Schawuot

(jüdisch)

50 Tage nach dem Pessach-Fest feiern die Juden Schawuot. Mit dem Fest bedanken sie sich bei Gott für die ersten Feldfrüchte des Jahres. Schawuot erinnert aber auch an den Bund, den Gott in der Begegnung mit Moses auf dem Berg Sinai mit dem Volk Israel geschlossen hat. Aus diesem Anlass feiern Juden in der Nacht vom 49. auf den 50. Tag nach Pessach Gottesdienste, in denen aus der Tora und dem 2. Buch Mose gelesen wird. Zu Schawuot selbst schmücken sie ihre Häuser und Synagogen mit frischem Grün und bereiten verschiedene Milch- und Süßspeisen zu. Damit erinnern sie an das Land, in dem Milch und Honig fließen, das den Hebräern einst gegeben wurde.

23. Mai: Verkündigung des Báb

(Bahá'í)

Dieser Feiertag erinnert an ein Gespräch zwischen dem islamischen Gelehrten Mulla Husayn und dem jungen Kaufmann Muhammad-Ali im Mai 1844. Darin erklärte Muhammad-Ali, dass er der Verheißene sei. Laut Überlieferung sollen die beiden über Husayns Suche nach der Verheißung gesprochen haben, auf die die Angehörigen vieler Religionen in dieser Zeit warteten. Husayn soll in diesem Gespräch auch die Erkennungszeichen des Báb, des Verheißenen, offenbart haben. Muhammad-Ali trug diese Erkennungszeichen.

23. - 24. Mai: Pfingsten (christlich)

50 Tage nach Ostern endet die österliche Festzeit. Die Apostelgeschichte berichtet, dass an diesem Tag die Anhänger Jesu in Jerusalem zusammengekommen waren. Dort kam der Geist Gottes mit einem Brausen über sie, sodass sie plötzlich die Fähigkeit hatten, in anderen Sprachen zu sprechen, um den Menschen aus anderen Ländern von der Auferstehung Jesu zu erzählen. Im Nachgang des sogenannten Pfingstwunders sollen sich tausende Menschen taufen lassen haben. Pfingsten wird deshalb auch als Geburtstag der Kirche gefeiert. Vielerorts werden deshalb ökumenische Gottesdienste gefeiert.

26. Mai: Vesakh-Fest

(buddhistisch)

Ein Mönch zündet vor einer Buddha-Statue Kerzen an
Ein Mönch zündetzu Vesakh Kerzen an. Bildrechte: imago images/Le Pictorium

An diesem Tag feiern Buddhisten die Geburt, die Erleuchtung und den Tod Siddharta Gautamas. Vesakh ist das höchste buddhistischen Fest. Nach alter Tradition schrubben Buddhisten alle Statuen von Buddha. Als Erinnerung daran, dass der Geist durch Meditation von schlechten Gedanken gereinigt werden muss, gießen sich manche das Waschwasser anschließend über die Schultern. In den Tempeln werden Blumen, Kerzen und Räucherstäbchen vor die Buddha-Statuen gelegt. Bei Gebeten und Meditationen wird um die Vergebung von Fehlern und die Stärkung des Geistes gebeten. Viele nehmen am Vollmondfasten teil.

Zu den Feierlichkeiten gehört auch, anderen eine Freude zu bereiten. Es heißt, dass die Wirkung von positiven und negativen Handlungen sich an diesem Tag um Millionen vervielfacht.

Besonders an diesem Tag setzen Buddhisten ein Zeichen gegen die Tötung von Tieren. In Nepal darf zu Vesakh kein Tier getötet werden. In vielen südostasiatischen Ländern werden gefangene Tiere freigelassen.

28. Mai: Hinscheiden Bahá’u’Ilahs

(Bahá'í)

Baha’u‘llah war der Religionsstifter der Bahai. Er wurde 75 Jahre alt und lebte viele Jahre in Gefangenschaft und Verbannung. In dieser Zeit verkündete er seine Botschaft des Friedens und der Einheit für die ganze Menschheit. In der Nacht zum 29. Mai 1892 starb Baha’u‘llah und verließ damit das irdische Leben. In dieser Nacht lesen und beten die Bahai in jedem Jahr aus den heiligen Schriften oder treffen sich zu Andachten in ihren Gemeinden.

Das Grabmal des Baha’u‘llah liegt in Bahji in der Nähe von Akkon. Es ist für Bahai der heiligste Ort und eine Pilgerstätte. Auch beim täglichen Gebet wenden sich Bahai in die Richtung des Grabmals Baha’u‘llahs.

30. Mai: Dreifaltigkeitssonntag

Der Dreifaltigkeitssonntag findet am ersten Sonntag nach Pfingsten statt. Der Tag ist dem Glauben an die Dreifaltigkeit (katholisch) bzw. die Dreieinigkeit (evangelisch) Gottes gewidmet. Christen glauben, Gott ist zugleich Vater, Sohn und Heiliger Geist. Der Dreifaltigkeitssonttag leitet die zweite Hälfte des Kirchenjahres ein.

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Männliches Rollenverständnis hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt – das bringt auch Unsicherheiten. Wie Kirche Männer in ihrer Selbstfindung unterstützen kann, berichtet Uli Wittstock.

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