Interreligiöser Kalender

Ein Kirchenfenster mit einer Darstellung des Heiligen Geistes in Form einer Taube.
Bildrechte: dpa

Kalender Religiöse Feiertage im Mai 2018

Christi Himmelfahrt, Pfingsten, der Beginn des Ramadans und das buddhistische Vesakh-Fest - das sind nur einige der wichtigsten Feiertage im Monat Mai.

Ein Kirchenfenster mit einer Darstellung des Heiligen Geistes in Form einer Taube.
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2. Mai: Ridván-Fest

(Bahá'í)

Das Ridván-Fest ist das größte und wichtigste Fest der Bahai, dauert zwölf Tage und beginnt bereits im April. Das Fest erinnert an die Verkündigung des Religionsgründers Baha'u'llah im Garten Ridván in der Nähe von Bagdad. Der letzte Tag des Ridván-Festes, in diesem Jahr der 2. Mai, gilt als besonderer Feiertag. Es findet eine Andacht statt, in der Lesungen von Texten und Gebeten der heiligen Schriften gehalten werden. Ansonsten gestalten die Gläubigen den Tag frei.


3. Mai: Lag BaOmer

(jüdisch)

Mann mit Kind auf den Schultern tanzt auf dem jüdischen Fest, Lag Ba'Omer
Ultraorthodoxe Juden feiern tanzend Lag BaOmer in Jerusalem Bildrechte: dpa

LagBaOmer ist ein jüdisches Freudenfest am 33. Tag der jüdischen Trauerzeit Omer. Es erinnert an das Ende einer Seuche, an der 24.000 Schüler des Rabbi Akiwas gestorben sein sollen. Die Seuche war laut Überlieferungen ausgebrochen, weil die Schüler respektlos miteinander umgegangen waren. Am 33. Tag hörte die Seuche auf. Die Trauerzeit Omer liegt zwischen Pessach und Schawuot und dauert insgesamt 49 Tage.


4. Mai: Gedenktag des Heiligen Florian


5./6. Mai: Hidirellez – Tag des Hizir Ilyas

Hidirellez - ein religiöses Fest der Bahai
Auch Krimtataren feiern das Hidirellez-Fest Bildrechte: IMAGO

(alevitisch)

Hidirellez ist ein alevitischer Feiertag, der an Hizir erinnert. Hizir wird als "Schutzpatron des Landes" verehrt und trifft sich, der Überlieferung zufolge, in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai mit Ilyas, dem "Schutzpatron der Meere", auf der Erde. Da die Aleviten glauben, dass Hizir und Ilyas einst das Wasser der Unsterblichkeit tranken, wird Hidirellez in der Natur gefeiert. Besonders beliebt sind Quellen und Flussläufe, an denen die Gläubigen um Gesundheit und Genesung bitten. Einer anderen Tradition folgend werden am 6. Mai verschiedene Teigwaren gebacken und mit den Nachbarn geteilt.


6. Mai: St. Georgsfest der Roma 

(orthodox)

Das Georgsfest gehört zu den großen Feiertagen der Roma und wird nach dem julianischen Kalender berechnet. Es ist ein Frühlingsfest, das Glück und Wohlstand bringen soll. Der Heilige Georg wird als Schutzheiliger insbesondere der serbisch-orthodoxen Roma und als Beschützer der Ostkirche verehrt. Im Vorfeld des Georgsfestes reinigen die Roma ihre Häuser und schmücken sie mit Kerzen und Zweigen. Wasser bestimmter Quellen dient zur rituellen Reinigung und soll zugleich vor bösen Einflüssen schützen. Insgesamt feiern die Roma sieben Tage lang.

Der Georgstag wird auch in den westlichen Kirchen gefeiert. Da diese dem gregorianischen Kalender folgen, findet der Georgstag hier am 23. April statt.


9. - 13. Mai: Deutscher Katholikentag

(römisch-katholisch)

Der Deutsche Katholikentag wird im Wechsel mit dem Deutschen Evangelischen Kirchentag veranstaltet. Dieses Jahr findet er in Münster statt. Es gibt dort zahlreiche Gottesdienste, Lesungen, Konzerte und Ausstellungen. Außerdem bietet der Tag Gelegenheit zum Austausch über aktuelle Themen in der Katholischen Kirche. 2018 steht die Veranstaltung unter dem Motto "Suche Frieden".

 



10. Mai: Christi Himmelfahrt

(christlich)

Vierzig Tage nach Ostern und zehn Tage vor Pfingsten feiern Christen auf der ganzen Welt das Fest Christi Himmelfahrt. Biblische Grundlage für dieses seit dem vierten Jahrhundert begangene Fest ist das erste Kapitel der Apostelgeschichte im Neuen Testament, in dem die Jünger von der Aufnahme Jesu Christi in den Himmel berichten: "Eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken" (Apostelgeschichte 1,9).

Christi Himmelfahrt, Chromolithographie aus einer Hausbibel, ca. 1870
Bildrechte: IMAGO

In der katholischen Kirche sind die drei Tage vor Christi Himmelfahrt traditionelle Bitttage. Sie wurden erstmals im vierten Jahrhundert in der römischen Kirche eingeführt und gingen ab dem achten Jahrhundert mit Prozessionen einher, die die Gläubigen nutzten, um für eine gute Ernte zu beten. Diese Flurprozessionen haben sich in manchen katholischen Orten bis heute erhalten. Dabei ziehen die Gemeinden und ihre Priester mit einem vorangetragenen Kreuz durch die Wiesen und Felder und bitten an Bildstöcken, Wegkreuzen und Feldkapellen um die Bewahrung der Schöpfung, um Arbeit für alle, Frieden, Brot für die Welt und Ehrfurcht vor dem menschlichen Leben.

Diese Prozessionen könnten eine mögliche Erklärung für die heute zu Christi Himmelfahrt üblichen weltlichen Männertags-Umzüge sein. Bereits im Mittelalter endeten für die Männer die Himmelfahrts-Prozessionen im Wirtshaus.


16. Mai: Beginn des Ramadan

(islamisch)

Feuerwerk zum Beginn des Ramadan.
Feuerwerk zum Beginn des Ramadan in Gaza City Bildrechte: IMAGO

Am 16. Mai beginnt in diesem Jahr der muslimische Fastenmonat Ramadan. Gläubige Muslime in der ganzen Welt fasten dann 30 Tage lang. Erst nach Sonnenuntergang wird das Fasten unterbrochen. Dann treffen sich Muslime zu einem gemeinsamen Nachtmahl und zum Gebet. Am späten Abend beten die Muslime das Tarawih-Gebet, ein spezielles Ramadan-Gebet. Oft versammeln sie sich hierfür in der Moschee. Diejenigen, die nicht in die Moschee kommen können, beten das Tarawih-Gebet zu Hause.

Da sich der Islam am nur 354 Tage langen Mondkalender orientiert, fällt der Ramadan in jedem Jahr auf ein anderes Datum. Der Ramadan 2018 beginnt am 16. Mai und endet am Abend des 14. Juni. Das wird mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens vom 15. bis 17. Juni 2018 begangen. Dieses Fest ist nach dem muslimischen Opferfest der höchste islamische Feiertag.


20./21. Mai: Pfingsten

(christlich)

Pfingsten wird fünfzig Tage nach Ostern gefeiert. Damit endet die österliche Festzeit. Die Christen erinnern sich an den Geist Gottes - den "Heiligen Geist" - der herabgekommen sein soll, um die Jünger Jesu zu beschenken. So soll er sie befähigt haben, in verschiedenen Sprachen zu sprechen. Daraufhin zogen die Anhänger Jesu in andere Länder, um von Jesus Christus zu erzählen. Das Verbreiten dieser Botschaft wird auch als Geburtstag der Kirche angesehen.


20./21. Mai: Schawuot (Wochenfest)

(jüdisch)

Schawuot feiern Juden fünfzig Tage nach Pessach. Das Fest erinnert sie an den Empfang der Zehn Gebote, an die Tora und an den Bund mit Gott am Berg Sinai. Außerdem beginnt mit dem Fest die Getreideernte.

Zu Schawuot schmücken viele Juden ihre Häuser und Synagogen mit Zweigen und Blumen. Damit danken sie Gott für die ersten Früchte des Jahres.

Im Nachtgottesdienst zu Beginn des Feiertages wird aus dem Zweiten Buch Mose in der Tora gelesen. Die Tora ist für Juden das Wort Gottes und sein Geschenk. Daher ist ihnen das Buch besonders heilig. Mit dem nächtlichen Studium bereiten sich die Besucher des Nachtgottesdienstes auf den Tag des Empfangs der Tora am Berg Sinai vor. Dort soll Gott den Hebräern auch versprochen haben, dass in ihrem neuen Land Israel Milch und Honig fließen werden. Als Erinnerung daran decken viele Juden an Schawuot den Tisch mit Milchspeisen und Kuchen.


24. Mai: Verkündigung des Báb

(Bahá'í)

Dieser Feiertag erinnert Bahai an ein Gespräch zwischen dem islamischen Gelehrten Mulla Husayn und dem jungen Kaufmann Muhammad-Ali im Mai 1844. Darin erklärte Muhammad-Ali, dass er der Verheißene sei. Laut Überlieferung sprachen die beiden über Husayns Suche nach Verheißung, auf die die Angehörigen vieler Religionen in dieser Zeit warteten. In dem Gespräch sprach Husayn auch von den Erkennungszeichen des Verheißenen. Muhammad-Ali trug eben diese Erkennungszeichen und erklärte Husayn, dass er der Báb, also der Verheißene, sei.


27. Mai: Trinitatis/Dreifaltigkeitssonntag

Immer am Sonntag nach Pfingsten feiern Christen die Dreifaltigkeit (Trinitatis): Vater, Sohn und Heiliger Geist - jedes Kreuzzeichen steht für die Vorstellung von der Dreieinigkeit Gottes. Für die Christen ist Gott der Schöpfer, der alles erschaffen hat und der zugleich in seiner Schöpfung allgegenwärtig ist. Der Sohn Gottes ist Jesus Christus. Gott ist in ihm Mensch geworden. Im Heiligen Geist wirkt Gott an den Menschen. Das Pfingstfest - als Ausgießung des Heiligen Geistes - erinnert daran.

Der Dreifaltigkeitssonntag als Fest ist in Frankreich vor dem Jahr 1000 entstanden. Er wurde aber erst 1334 allgemeingültig für christliche Kirchen eingeführt. Den Höhepunkt des Festes bildet ein ökumenischer Gottesdienst.


29. Mai: Vesakh-Fest, Saga Dawa Düchen

(buddhistisch)

An diesem Tag feiern Buddhisten die Geburt, die Erleuchtung und den Tod Buddhas. "Saga Dawa Düchen" ist das wichtigste buddhistische Fest. Dabei finden Straßenumzüge statt. Sitte ist es, an Kreuzungen die Hüte abzunehmen und sich in Richtung des Potala Palasts (früherer Regierungssitz des Dalai Lamas) zu verbeugen. Vor der Abenddämmerung versammeln sich die Gläubigen in Tempeln, um gemeinsam zu feiern und zu singen. Blumen, Kerzen und Räucherstäbchen werden vor die Buddha-Statuen gelegt. Besonders an diesem Tag setzen Buddhisten auch ein Zeichen gegen die Tötung von Tieren. Für einige heißt das, sich wenigstens am Vesakh vegetarisch zu ernähren - für andere, Tiere aus der Gefangenschaft freizulassen.

Zu den Feierlichkeiten gehört es auch, anderen eine Freude zu bereiten. Es heißt, dass die Wirkung von positiven und negativen Handlungen sich an diesem Tag um Millionen vervielfacht. Verschiedene Glaubensrichtungen feiern Vesakh an unterschiedlichen Tagen.


29. Mai: Hinscheiden Bahá’u’Ilahs

(Bahá'í)

Baha’u‘llah war der Religionsstifter der Bahai. Er wurde 75 Jahre alt und lebte viele Jahre in Gefangenschaft und Verbannung. In dieser Zeit verkündete er seine Botschaft des Friedens und der Einheit für die ganze Menschheit. In der Nacht zum 29. Mai 1892 starb Baha’u‘llah und verließ damit das irdische Leben. In dieser Nacht lesen und beten die Bahai in jedem Jahr aus den heiligen Schriften oder treffen sich zu Andachten in ihren Gemeinden.

Das Grabmal des Baha’u‘llah liegt in Bahji in der Nähe von Akkon. Es ist für Bahai der heiligste Ort und eine Pilgerstätte. Auch beim täglichen Gebet wenden sich Bahai in die Richtung des Grabmals Baha’u‘llahs.


31. Mai: Fronleichnam

(römisch-katholisch)

Seit dem 13. Jahrhundert feiern katholische Christen das "Fest des Leibes und Blutes Jesu Christi“.  In der Heiligen Messe werden nach katholischem Verständnis Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi verwandelt. Dadurch ist Gott dauerhaft in Brot und Wein gegenwärtig. Die deutsche Bezeichnung "Fronleichnam" stammt aus der Entstehungszeit des Festes vor rund 750 Jahren - aus dem Mittelhochdeutschen: "Fron", was "Herr" bedeutet und "Lichnam", was den lebendigen Leib bezeichnet.

An Fronleichnam finden Prozessionen statt. In diesen Prozessionen wird die Monstranz - ein der Sonnenscheibe nachgebildeter Strahlenkranz aus Edelmetall - singend und betend durch die Straßen getragen. In der Monstranz befindet sich das gewandelte Brot (Hostie). Der Prozessionsweg ist mit Blumen und Bildern, Fahnen und Kreuzen geschmückt. Fronleichnam wird immer am zweiten Donnerstag nach Pfingsten gefeiert