Interreligiöser Kalender

Kalender Religiöse Feiertage im Mai 2020

Die Buddhisten heißen mit Vesakh ihr Neujahr willkommen. Die Roma begehen mit dem St. Georgsfest einen ihrer wichtigsten Feiertage. Christen feiern Himmelfahrt und Pfingsten - das sind nur einige der Feiertage im Monat Mai.

Christi Himmelfahrt, Chromolithographie aus einer Hausbibel, ca. 1870
Bildrechte: imago/imagebroker

1. Mai: Ridván-Fest

(Bahá'í)

Das Ridván-Fest ist das größte und wichtigste Fest der Bahai, dauert zwölf Tage und beginnt bereits im April. Das Fest erinnert an die Verkündigung des Religionsgründers Baha'u'llah im Garten Ridván in der Nähe von Bagdad. Der letzte Tag des Ridván-Festes, in diesem Jahr der 2. Mai, gilt als besonderer Feiertag. Es findet eine Andacht statt, in der Lesungen von Texten und Gebeten der heiligen Schriften gehalten werden. Ansonsten gestalten die Gläubigen den Tag frei.


4. Mai: Gedenktag des Heiligen Florian


5./6. Mai: Hidirellez – Tag des Hizir Ilyas

Hidirellez - ein religiöses Fest der Bahai
Auch Krimtataren feiern das Hidirellez-Fest Bildrechte: IMAGO

(alevitisch)

Hidirellez ist ein alevitischer Feiertag, der an Hizir erinnert. Hizir wird als "Schutzpatron des Landes" verehrt und trifft sich, der Überlieferung zufolge, in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai mit Ilyas, dem "Schutzpatron der Meere", auf der Erde. Da die Aleviten glauben, dass Hizir und Ilyas einst das Wasser der Unsterblichkeit tranken, wird Hidirellez in der Natur gefeiert. Besonders beliebt sind Quellen und Flussläufe, an denen die Gläubigen um Gesundheit und Genesung bitten. Einer anderen Tradition folgend werden am 6. Mai verschiedene Teigwaren gebacken und mit den Nachbarn geteilt.


6. Mai: St. Georgsfest der Roma 

(orthodox)

Der Heilige Georg
Der Heilige Georg Bildrechte: imago/GFC Collection

Das Georgsfest gehört zu den großen Feiertagen der Roma und wird nach dem julianischen Kalender berechnet. Es ist ein Frühlingsfest, das Glück und Wohlstand bringen soll. Der Heilige Georg wird als Schutzheiliger insbesondere der serbisch-orthodoxen Roma und als Beschützer der Ostkirche verehrt. Im Vorfeld des Georgsfestes reinigen die Roma ihre Häuser und schmücken sie mit Kerzen und Zweigen. Wasser bestimmter Quellen dient zur rituellen Reinigung und soll zugleich vor bösen Einflüssen schützen. Insgesamt feiern die Roma sieben Tage lang.

Der Georgstag wird auch in den westlichen Kirchen gefeiert. Da diese dem gregorianischen Kalender folgen, findet der Georgstag hier am 23. April statt.


07. Mai: Vesakh-Fest, Saga Dawa Düchen

(buddhistisch)

An diesem Tag feiern Buddhisten die Geburt, die Erleuchtung und den Tod Buddhas. "Saga Dawa Düchen" ist das wichtigste buddhistische Fest. Dabei finden Straßenumzüge statt. Sitte ist es, an Kreuzungen die Hüte abzunehmen und sich in Richtung des Potala Palasts (früherer Regierungssitz des Dalai Lamas) zu verbeugen. Vor der Abenddämmerung versammeln sich die Gläubigen in Tempeln, um gemeinsam zu feiern und zu singen. Blumen, Kerzen und Räucherstäbchen werden vor die Buddha-Statuen gelegt. Besonders an diesem Tag setzen Buddhisten auch ein Zeichen gegen die Tötung von Tieren. Für einige heißt das, sich wenigstens am Vesakh vegetarisch zu ernähren - für andere, Tiere aus der Gefangenschaft freizulassen.

Zu den Feierlichkeiten gehört es auch, anderen eine Freude zu bereiten. Es heißt, dass die Wirkung von positiven und negativen Handlungen sich an diesem Tag um Millionen vervielfacht. Verschiedene Glaubensrichtungen feiern Vesakh an unterschiedlichen Tagen.


11.-12. Mai: Lag BaOmer

(jüdisch)

Mann mit Kind auf den Schultern tanzt auf dem jüdischen Fest, Lag Ba'Omer
Ultraorthodoxe Juden feiern tanzend Lag BaOmer in Jerusalem Bildrechte: dpa

LagBaOmer ist ein jüdisches Freudenfest am 33. Tag der jüdischen Trauerzeit Omer. Es erinnert an das Ende einer Seuche, an der 24.000 Schüler des Rabbi Akiwas gestorben sein sollen. Die Seuche war laut Überlieferungen ausgebrochen, weil die Schüler respektlos miteinander umgegangen waren. Am 33. Tag hörte die Seuche auf. Die Trauerzeit Omer liegt zwischen Pessach und Schawuot und dauert insgesamt 49 Tage.


21. Mai: Christi Himmelfahrt

(christlich)

Vierzig Tage nach Ostern und zehn Tage vor Pfingsten feiern Christen auf der ganzen Welt das Fest Christi Himmelfahrt. Biblische Grundlage für dieses seit dem vierten Jahrhundert begangene Fest ist das erste Kapitel der Apostelgeschichte im Neuen Testament, in dem die Jünger von der Aufnahme Jesu Christi in den Himmel berichten: "Eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken" (Apostelgeschichte 1,9).

In der katholischen Kirche sind die drei Tage vor Christi Himmelfahrt traditionelle Bitttage. Sie wurden erstmals im vierten Jahrhundert in der römischen Kirche eingeführt und gingen ab dem achten Jahrhundert mit Prozessionen einher, die die Gläubigen nutzten, um für eine gute Ernte zu beten. Diese Flurprozessionen haben sich in manchen katholischen Orten bis heute erhalten. Dabei ziehen die Gemeinden und ihre Priester mit einem vorangetragenen Kreuz durch die Wiesen und Felder und bitten an Bildstöcken, Wegkreuzen und Feldkapellen um die Bewahrung der Schöpfung, um Arbeit für alle, Frieden, Brot für die Welt und Ehrfurcht vor dem menschlichen Leben.

Diese Prozessionen könnten eine mögliche Erklärung für die heute zu Christi Himmelfahrt üblichen weltlichen Männertags-Umzüge sein. Bereits im Mittelalter endeten für die Männer die Himmelfahrts-Prozessionen im Wirtshaus.


23. Mai: Verkündigung des Báb

(Bahá'í)

Dieser Feiertag erinnert Bahai an ein Gespräch zwischen dem islamischen Gelehrten Mulla Husayn und dem jungen Kaufmann Muhammad-Ali im Mai 1844. Darin erklärte Muhammad-Ali, dass er der Verheißene sei. Laut Überlieferung sprachen die beiden über Husayns Suche nach Verheißung, auf die die Angehörigen vieler Religionen in dieser Zeit warteten. In dem Gespräch sprach Husayn auch von den Erkennungszeichen des Verheißenen. Muhammad-Ali trug eben diese Erkennungszeichen und erklärte Husayn, dass er der Báb, also der Verheißene, sei.


23. -24. Mai: Ramadanfest

(islamisch)

Da sich der Islam am nur 354 Tage langen Mondkalender orientiert, fällt der Ramadan in jedem Jahr auf ein anderes Datum. Der Ramadan 2020 beginnt am 24. April und endet am Abend des 24. Mai. Das wird mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens vom 24. bis 26. Mai 2020 begangen. Dieses Fest ist nach dem muslimischen Opferfest der höchste islamische Feiertag.


28. Mai: Schawuot

(jüdisch)

50 Tage nach dem Pessach-Fest feiern die Juden Schawuot – ein Fest, mit dem sie sich bei Gott für die ersten Früchte der Felder bedanken. Schawuot erinnert aber auch an den Bund, den Gott in der Begegnung mit Moses auf dem Berg Sinai mit dem Volk Israel geschlossen hat. Aus diesem Anlass feiern Juden in der Nacht vom 49. auf den 50. Tag nach Pessach Gottesdienste, in denen sie aus der Tora und dem 2. Buch Mose gelesen wird. Zu Schawuot selbst schmücken sie ihre Häuser und Synagogen mit frischem Grün und bereiten verschiedene Milch- und Süßspeisen zu. Damit erinnern sie an das Land, in dem Milch und Honig fließen, das den Hebräern einst gegeben wurde. 


28. Mai: Hinscheiden Bahá’u’Ilahs

(Bahá'í)

Baha’u‘llah war der Religionsstifter der Bahai. Er wurde 75 Jahre alt und lebte viele Jahre in Gefangenschaft und Verbannung. In dieser Zeit verkündete er seine Botschaft des Friedens und der Einheit für die ganze Menschheit. In der Nacht zum 29. Mai 1892 starb Baha’u‘llah und verließ damit das irdische Leben. In dieser Nacht lesen und beten die Bahai in jedem Jahr aus den heiligen Schriften oder treffen sich zu Andachten in ihren Gemeinden.

Das Grabmal des Baha’u‘llah liegt in Bahji in der Nähe von Akkon. Es ist für Bahai der heiligste Ort und eine Pilgerstätte. Auch beim täglichen Gebet wenden sich Bahai in die Richtung des Grabmals Baha’u‘llahs.


31. Mai -1. Juni: Pfingsten (christlich)

50 Tage nach Ostern endet die österliche Festzeit. Die Apostelgeschichte erzählt, dass an diesem Tag die Anhänger Jesus Christus' in Jerusalem zusammengekommen waren, als der Geist Gottes mit einem Brausen über sie kam – ein Brausen, welches den Jüngern die Fähigkeit gab, andere Sprachen zu sprechen. Sie nutzten diese Fähigkeit, um den Menschen, die aus vielen Ländern nach Jerusalem gekommen waren, in ihren Muttersprachen von der Auferweckung Jesu zu erzählen. Im Nachgang des sogenannten Pfingstwunders ließen sich tausende Menschen taufen. Pfingsten wird deshalb auch als Fest der Entstehung der Kirche begangen. Vielerorts werden aus diesem Anlass ökumenische Gottesdienste gefeiert.