Muslimische Gläubige steigen während der jährlichen Hadsch-Wallfahrt, außerhalb der heiligen Stadt Mekka, auf den Berg Arafat
Muslimische Gläubige steigen während der jährlichen Hadsch-Wallfahrt, außerhalb der heiligen Stadt Mekka, auf den Berg Arafat, um Bittgebete an Gott zu richten. Bildrechte: dpa

Pilgerfahrt nach Mekka Höchster Festtag des Islam - Was das Opferfest bedeutet

Die biblische Geschichte, die dem Opferfest zugrunde liegt, ist mehrere tausend Jahre alt. Es ist die Geschichte von Abraham, der seinen Sohn Isaak opfern soll. Gott will so testen, ob Abraham ihm wirklich treu ist. Es gibt ein versöhnliches Ende. Gott hindert Abraham in letzter Sekunde daran, seinen Sohn zu töten. Abraham ist so dankbar und erleichtert, dass er Gott ein Tier opfert.

Muslimische Gläubige steigen während der jährlichen Hadsch-Wallfahrt, außerhalb der heiligen Stadt Mekka, auf den Berg Arafat
Muslimische Gläubige steigen während der jährlichen Hadsch-Wallfahrt, außerhalb der heiligen Stadt Mekka, auf den Berg Arafat, um Bittgebete an Gott zu richten. Bildrechte: dpa

Die biblische Geschichte, die dem Opferfest zugrunde liegt, war und ist prägend für drei Weltreligionen: das Judentum, das Christentum und den Islam. Für den Propheten Mohammed war die Opfergeschichte so zentral, dass er die Gläubigen anwies, sie jedes Jahr zu feiern - und zwar 70 Tage nach Ramadan, nach dem Fastenbrechen.

Mit dem Opferfest in Verbindung steht die Pilgerfahrt nach Mekka: Der Hadsch gehört neben dem öffentlichen Glaubensbekenntnis, dem täglichen Gebet, dem Fasten im Monat Ramadan und der Unterstützung von Bedürftigen zu den fünf Säulen des Islam und findet einmal im Jahr im letzten Monat des islamischen Mondkalenders statt. In diesem Jahr fällt der Hadsch auf die Zeit vom 19. bis 24. August. Teilnehmen soll der, der es sich finanziell leisten kann und körperlich dazu in der Lage ist. Während des Hadsch kleiden sich männliche Pilger in zwei weiße, ungesäumte Tücher, Frauen müssen den Schleier ablegen. Im Anschluss laufen die Pilger in einem mehrtägigen Ritus verschiedene Orte ab, beten und suchen spirituelle Erfahrungen. Zunächst umrunden sie sieben Mal gegen den Uhrzeigersinn die Kaaba, ein würfelförmiges Gebäude im Innenhof der Heiligen Moschee von Mekka.

Muslimische Pilger beten während der Hadsch am Heiligtum Kaaba in der großen Moschee in Mekka
Muslimische Pilger beten während der Hadsch am Heiligtum Kaaba in der großen Moschee in Mekka. Bildrechte: dpa

Zu den Stationen gehört auch der Besuch des "Gnadenhügels" am Berg Arafat rund 25 Kilometer von Mekka entfernt. Hier beten die Pilger nach dem Vorbild des islamischen Propheten Mohammed von Mittag bis Sonnenuntergang, lesen den Koran und tun Buße. Nach der Übernachtung in Muzdalifa findet in Mina die symbolische Steinigung des Teufels statt. Mit Opfergaben erinnern die Muslime an die Bereitschaft Abrahams, seinen Sohn Gott zu opfern.

Das Opferfest gilt als offizielles Ende der Pilgerfahrt. Es ist das höchste Fest im Islam. Einem Ritus folgend werden dazu Tiere geschlachtet. Wohlhabenden Gläubigen kommt die Verantwortung zu, ein Drittel des Opfertieres an sozial und finanziell Bedürftige, ein weiteres Drittel an die Nachbarn und das letzte Drittel an die Familie zu geben. Zum Opferfest finden sich die Gläubigen in der Moschee zum Gebet zusammen. Danach werden Verwandte und Bekannte besucht, um gemeinsam zu essen, zu trinken und einander zu beschenken.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 21. August 2018 | 18:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. August 2018, 16:18 Uhr