31.07. bis 03.08.2020 Höchster Festtag des Islam - Was das Opferfest bedeutet

Es ist die Geschichte von Abraham, der seinen Sohn opfern soll: Gott will so testen, ob Abraham ihm wirklich treu ist. Es gibt ein versöhnliches Ende. Gott hindert Abraham in letzter Sekunde daran, seinen Sohn zu töten. Abraham ist so dankbar und erleichtert, dass er Gott ein Tier opfert. Das islamische Opferfest gilt als das höchste islamische Fest. Es ist Höhepunkt der traditionellen Pilgerfahrt nach Mekka, der Hadsch, die in diesem Jahr unter strengen Auflagen stattfindet.

Mann mit seinem Opfertier
Vor dem Opferfest 2020 Bildrechte: imago images / ZUMA Wire

Die Geschichte, die dem Opferfest zugrunde liegt, war und ist prägend für drei Weltreligionen: das Judentum, das Christentum und den Islam. Für den Propheten Mohammed war die Opfergeschichte so zentral, dass er die Gläubigen anwies, sie jedes Jahr zu feiern - und zwar 70 Tage nach Ramadan, nach dem Fastenbrechen.

Der Hadsch

Mit dem Opferfest in Verbindung steht die Pilgerfahrt nach Mekka: Der Hadsch gehört neben dem öffentlichen Glaubensbekenntnis, dem täglichen Gebet, dem Fasten im Monat Ramadan und der Unterstützung von Bedürftigen zu den fünf Säulen des Islam und findet einmal im Jahr im letzten Monat des islamischen Mondkalenders, dem Dhul-Hidscha statt. In diesem Jahr fällt der Hadsch auf die Zeit vom 28. Juli. bis 02. August.

Teilnehmen soll der, der es sich finanziell leisten kann und körperlich dazu in der Lage ist. Während des Hadsch kleiden sich männliche Pilger in zwei weiße, ungesäumte Tücher, Frauen müssen den Schleier ablegen. Im Anschluss laufen die Pilger in einem mehrtägigen Ritus verschiedene Orte ab, beten und suchen spirituelle Erfahrungen. Zunächst umrunden sie sieben Mal gegen den Uhrzeigersinn die Kaaba, ein würfelförmiges Gebäude im Innenhof der Moschee von Mekka.

Muslimische Pilger beten während der Hadsch am Heiligtum Kaaba in der großen Moschee in Mekka
Muslimische Pilger beten während der Hadsch am Heiligtum Kaaba in der großen Moschee in Mekka. Bildrechte: dpa

Zu den Stationen gehört auch der Besuch des "Gnadenhügels" am Berg Arafat rund 25 Kilometer von Mekka entfernt. Hier beten die Pilger von Mittag bis Sonnenuntergang, lesen im Koran und tun Buße. Nach der Übernachtung in Muzdalifa findet in Mina die symbolische Steinigung des Teufels statt. Mit Opfergaben erinnern die Muslime an die Bereitschaft Abrahams, seinen Sohn Gott zu opfern.

Hadsch 2020

Pilgerfahrt nach Mekka hat begonnen 1 min
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Unter strengen Hygienemaßnahmen hat die Pilgerfahrt nach Mekka begonnen. Zugelassen sind in diesem Jahr nur einige Tausend Gläubige aus Saudi-Arabien.

Mi 29.07.2020 12:19Uhr 00:49 min

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In diesem Jahr findet der Hadsch coronabedingt unter strengen Auflagen statt. Aus Angst vor der Ausbreitung des Virus dürfen nur wenige Tausende ausgewählte Gläubige hauptsächlich aus Saudi-Arabien am Hadsch teilnehmen, der normalerweise rund 2,5 Millionen Muslime aus aller Welt anzieht. Um eine Masseninfektion zu verhindern, stellten die saudiarabischen Behörden die Teilnehmer am Dienstag unter Quarantäne, desinifizierten ihr Gepäck und statteten sie mit einem Pilger-Kit aus: Darin sind neben einem Desinfektionsmittel und Masken auch ein Gebetsteppich und sterilisierte Kieselsteine für das Steinigungsritual.

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Aber nur rund 1.000 Muslime statt 2,5 Millionen können dieses Jahr teilnehmen

MDR AKTUELL Mi 29.07.2020 04:50Uhr 03:23 min

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Das Opferfest ist der Höhepunkt des Pilgermonats. Es ist das höchste Fest im Islam. Einem Ritus folgend werden dazu Tiere geschlachtet. Wohlhabenden Gläubigen kommt die Verantwortung zu, ein Drittel des Opfertieres an sozial und finanziell Bedürftige, ein weiteres Drittel an die Nachbarn und das letzte Drittel an die Familie zu geben. Zum Opferfest finden sich die Gläubigen in der Moschee zum Gebet zusammen. Danach werden Verwandte und Bekannte besucht, um gemeinsam zu essen, zu trinken und einander zu beschenken.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 21. August 2018 | 18:50 Uhr